• 01.06.2001, 12:19:09
  • /
  • OTS0147 OTW0147

Greenpeace: Achtung vor Temelinstromwäsche!

Umweltorganisation warnt vor trojanischem Atomstrompferd aus Kärnten

Wien (OTS) - Nach der Ankündigung des deutschen E.ON-Konzerns aus
dem Vertrag mit dem Temelin-Betreiber CEZ auszusteigen, droht
Atomstrom in Zukunft ungekennzeichnet durch die Hintertür nach
Österreich zu kommen. Es besteht die Gefahr, dass über
internationale Strombörsen der Temelinstrom reingewaschen wird und
als Strom aus Wasserkraft wieder nach Österreich gelangt. "Die
Landesgesetzgeber müssen die verpflichtende Kennzeichnung von
Atomstrom aus den Strombörsen in den Stromgesetzen verankern, sonst
wird nach der Inbetriebnahme von Temelin Österreich mit Strom aus
dem Risiko-AKW überschwemmt, ohne dass es die Stromkonsumenten
überhaupt wissen", warnt Greenpeace-Energie-Experte Erwin Mayer.
Greenpeace warnt außerdem davor, dass durch den Einstieg des
deutschen Atomstromkonzerns RWE beim Kärntner Stromversorger Kelag
nun Strompakete drohen, über die ganz Österreich mit Temelinstrom
versorgt werden könnte.

Der Ausstieg des deutschen Stromgiganten E.ON aus dem Vertrag mit
dem Temelin-Betreiber CEZ ist zwar ein erster großer Erfolg. Aber
wenn die CEZ den tschechischen Atomstrom nicht mehr an die E.ON
verkauft, kann der Temelinstrom zukünftig über die internationalen
Strombörsen abgesetzt werden. Dort könnte der Temelinstrom von den
Stromhändlern gekauft und auch nach Österreich weiterverkauft
werden. "Wenn die österreichischen Landesstromgesetze die
Kennzeichnung von Atomstrom vom internationalen Markt nicht
verpflichtend vorschreiben, dann droht Temelinstrom durch die
Hintertür wieder nach Österreich zu kommen. Die Stromkonsumenten
würden dann gar nicht wissen, dass aus ihren Steckdosen Temelinstrom
fließt", sagte Mayer . Greenpeace fordert, dass beim Bezug von
internationalen Strombörsen entsprechend dem europäischen Strommix
der 30-Prozent-Anteil Atomstrom auf den Stromrechnungen der Kunden
ausgeweisen wird. "Atomstrom darf nicht undeklariert bleiben", warnt
Mayer.

Greenpeace warnt auch davor, dass durch den Einstieg des deutschen
Atomkonzerns RWE bei der Kärntner Kelag Temelinstrom in ganz
Österreich verteilt werden soll. Die RWE und die Kelag verhandeln
derzeit über gemeinsame Strompakete, die in ganz Österreich
abgesetzt werden sollen. Die RWE ist der zweitgrößte Importeur von
tschechischen Atomstrom nach Deutschland und damit nach dem Ausstieg
der E.ON größter Temelinstrom-Abnehmer geworden. "Über die RWE wird
Temelinstrom nicht nur nach Kärnten sondern auch in ganz Österreich
verteilt werden. Kärntnens LH Haider hat sich mit der RWE ein
trojanisches Atompferd ins Land geholt, das die Verteilung von
Temelinstrom in ganz Österreich vorbereitet", warnte Mayer und
fordert LH Haider auf, die Verbindung mit der RWE wieder zu lösen,
solange dies noch möglich ist. Greenpeace fordert den Kärntner
Landtag außerdem auf, die Kennzeichnung von Atomstrom rasch in das
Landesstromgesetz aufzunehmen. "Haider kann jetzt beweisen, ob in
Kärnten noch die Bevölkerung oder bereits die RWE-Bosse das Sagen
haben", sagte Mayer.

Greenpeace fordert, dass auch die anderen Stromimporteure von CEZ-
Atomstrom, nämlich der neue Kelag-Aktionär RWE und der europäische
Stromhändler Enron dem Beispiel der E.ON folgen und ihre
Stromverträge mit der CEZ auflösen. "Wir werden den Absatz von
Temelinstrom in ganz Europa weiterhin bekämpfen", zeigte sich Mayer
entschlossen und kündigt an, die Greenpeace-Kampagne gegen das AKW
Temelin fortzusetzen.

Rückfragehinweis: MMag. Franko Petri, Greenpeace Österreich, tel:
01-5454580-29 oder 0676-5147246

Mag. Erwin Mayer, Energie-Experte Greenpeace Österreich, tel:

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | GRP/GRP

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel