• 01.06.2001, 10:30:00
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Dirnberger: ÖAAB-Abfertigungsmodell ist Antwort auf moderne Arbeitswelt

Nur Abfertigung ab dem 1. Tag schafft gerechte Bedingungen zwischen den Betrieben

Wien (OTS) - "Das ÖAAB-Abfertigungsmodell ist die Antwort auf die
moderne Arbeitswelt. Mit seinem Anspruch ab dem 1. Tag und der
Möglichkeit, die Ansprüche auch bei Selbstkündigung gleichsam im
Rucksack zum neuen Arbeitsplatz mitzunehmen, entspricht es der
Forderung nach Flexibilität am Arbeitsmarkt. Die Neunzigerjahre haben
in immer stärkerem Tempo einen Wandel zu immer kürzeren
Arbeitsverhältnissen gebracht, der von den Verteidigern des alten
Systems jahrelang ignoriert wurde". Das stellt heute AK-Vizepräsident
Alfred Dirnberger (ÖAAB-FCG-Fraktion) zur Diskussion um die
Abfertigung fest.

Der Widerstand gegen das ÖAAB-Abfertigungsmodell, insbesonders in
der Gastronomie, ist für Dirnberger ein besonderes Ärgernis: "Es kann
nicht sein, dass gerade jene Branche, wo es die meiste
Schwarzbeschäftigung gibt, die zeitgemäße Antwort auf die zunehmende
Fluktuation in der Arbeitswelt verhindert. Die Einzahlung in die
Abfertigungskassen erst ab dem 1. Jahr ist ja geradezu eine
Pervertierung der zentralen Begründung der Neuregelung. Die
Arbeitnehmer haben heute oft nur die Chance auf kurzfristige Jobs und
dürfen in Zukunft beim Jobwechsel nicht durch den Verlust der
Abfertigung behindert werden". Besonders wendet sich Dirnberger gegen
eine absichtliche Begriffsverwirrung: "Abfertigung ab dem 1. Tag
bedeutet nicht die Auszahlung der Abfertigung ab dem 1. Tag, sondern
die Einzahlung der monatlichen Beiträge auf das Abfertigungskonto".

"Das ÖAAB-Modell sieht die Einzahlung der Abfertigungsbeiträge in
Abfertigungskassen nach dem Modell der Pensionskassen vor, die bei
heute schon bestehenden Versicherungsgesellschaften eingerichtet
werden. Es entsteht damit die Wahlfreiheit, bei welcher
Versicherungsgesellschaft das Abfertigungskonto eröffnet wird. Durch
regelmäßige Kontoauszüge ist für den Arbeitnehmer größtmögliche
Transparenz über den bereits bestehenden persönlichen
Abfertigungsanspruch gegeben. Dies steht im Gegensatz zu dem
jahrelang von den Sozialdemokraten immer wieder favorisierten
zentralen Fonds", fordert Dirnberger alle Gegner zu einem raschen
Einschwenken auf die ÖAAB-Initiative auf.

Abfertigungsanspruch erst ab dem 1. Jahr belastet viele
Betriebe ungleich

Der Abfertigungsanspruch ab dem 1. Tag schafft vor allem gleiche
Bedingungen für die Betriebe. So sind jene Betriebe mit großer
Personalfluktuation in gleicher Höhe mit Lohnnebenkosten aus dem
Titel Abfertigung belastet, wie Betriebe mit lang andauernden
Beschäftigungsverhältnissen. Dirnberger appelliert an die Wirtschaft:
"Eine gesetzliche Lösung erst ab dem 1. Jahr würde Betriebe mit
längeren Dienstverhältnissen ungerecht gegenüber jenen mit hoher
Fluktuation belasten, die Neuregelung darf daher nicht vom Start an
mit so einem Kardinalfehler belastet werden". Nach einer WIFO-Studie
werden über ein Drittel aller Dienstverhältnisse innerhalb eines
Jahres beendet, die Frage nach einer gerechten, gleichmäßigen
Belastung der Betriebe mit den daraus resultierenden Lohnnebenkosten
sei daher gerade aus der Gesamtsicht der Wirtschaft unabdingbar,
stellt Dirnberger klar.

Rückfragehinweis: Alfred Dirnberger
Tel. 01-58883-1706

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