• 01.06.2001, 09:22:45
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  • OTS0026 OTW0026

1 Jahr außerordentlicher Zivildienst - Eine Übung soll zu Ende gehen!

Wien (OTS) - 1. Juni 20001 - Genau vor einem Jahr hat Minister
Strasser alle Zivildiener Österreichs zur ersten Großübung für den
"außerordentlichen Zivildienst" einberufen. Gemäß Zivildienstgesetz
"können Zivildienstpflichtige bei Elementarereignissen,
Unglücksfällen außergewöhnlichen Umfangs und außerordentlichen
Notständen zum außerordentlichen Zivildienst herangezogen werden."

Da es aber eine Übung war, mußte der Zivildiener im wahrsten Sinn
des Wortes "herangezogen" werden. Denn freiwillig lebt niemand von 43
ATS, aber Übung ist Übung. Und hier unsere Evaluierung:

Die Zivildiener erreichten zwei Dinge:

(1) Ohne dabei das Sozialsystem Österreichs in irgendeiner Form zu
gefährden, konnten sie (2) ZIVILEN PROTEST einüben.

ad (1): SOZIALSYSTEM
Zivildiener arbeiten weiterhin - trotz außerordentlichen Notstandes
- tagtäglich in ihrer jeweiligen Einrichtung. Es wurde trotz des
Protestes kein Verunglückter weniger ins Krankenhaus gefahren, keine
ältere Dame oder behindertes Kind allein gelassen, kein Kranker
schlampiger gepflegt etc.

ad (2): PROTEST
Die Zivildiener konnten sich sogar schon einige Tage vor dem
"Elementarereignis" ZDG-Novelle 2000 organisieren und einen
Bundessprecher wählen, sie haben Pressekonferenzen und notwendige
Behördenwege (Volksanwalt) organisiert, sie haben Unterlagen für die
3 Weisen, für Fernseh- und Zeitungsberichte geliefert, sie haben die
modernsten Mittel wie Emails und Internet erfolgreich eingesetzt, und
sie haben sich noch aller Rechtsmittel (Verfassungsklage,
zivilrechtliche Klage,..) bedient, sie haben überparteiliche
Mitstreiter wie z.B. die ÖGJ gefunden, und sie haben sich bei allen
Aktionen an die Grundregeln der Gewaltlosigkeit und Kreativität
gehalten. Und dies alles ohne Ausbildung, denn die wurde ja auch
gestrichen.

Die Zivildiener haben ihre Sache glaubwürdig, überparteilich und
unabhängig vertreten. Die Selbstorganisation bei Unglücksfällen
außergewöhnlichen Umfangs hat sich bewährt! Die Bevölkerung kann
daher darauf vertrauen, daß die Zivildiener auch in anderen
außerordentlichen Notständen kühlen Kopf bewahren und ihr Bestes
geben werden. Und damit wurde das Ziel der Übung unserer Meinung nach
erreicht!

Herr Minister Strasser, wir würden uns freuen, wenn Sie unsere
Leistung anerkennen würden, wenn Sie stolz auf "Ihre Buam" wären. Wir
bitten Sie, die Übung des "außerordentlichen Zivildienstes" mit
heutigem Tag für erfolgreich beendet zu erklären und den "normalen"
Zivildienst wieder einzuführen!

Unter "normal" verstehen wir z.B. einen Zivildienst, wie Sie ihn
geleistet haben.

Zur Erinnerung: 8 Monate und mindestens 8.000,- Schilling
monatlich (+ mögl. Wohnungsbeihilfe) !

Herr Minister, ein Jahr ist genug, eine Übung soll zu Ende gehen!

Ihre Zivildiener

http://www.ziviprotest.at/sonstiges/ao_ZD.htm

Rückfragehinweise: Bundessprecher Joseph Mussil
Tel.: 0676 / 705 61 51
Bundessprecher-Stellvertreter
Mag. Tobias Schweitzer
Tel.: 0664 / 505 32 51
[email protected]
NG@ Plattform für Zivildiener
Christopher Temt: 0664 / 12 53 53 1
[email protected]

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