AKNÖ erhob Preise bei Fleisch: Durchschnittliche Preisunterschiede bis 200 (!) Prozent

Niedrige Bauernpreise für Schweine- und Rindfleisch werden nicht an den Konsumenten weitergegeben.

Wien (OTS).- In den letzten Wochen wurde viel über die Preise von Rind- und Schweinefleisch diskutiert. Deshalb hat die Arbeiterkammer Niederösterreich (AKNÖ) neuerlich eine Preiserhebung in ganz Niederösterreich durchgeführt. Erhoben wurden die Preise für Fleisch und Wurstwaren in 295 Supermärkten und Fleischereien. Das Ergebnis liegt nunmehr vor: Die Preisunterschiede sind gewaltig - so kostet ein Kilo Schweineschnitzel geschnitten zwischen 59,90 und 189 Schilling. Das ist eine Differenz von 215,53 Prozent. La Garde kann diese gewaltigen Preisdifferenzen nicht nachvollziehen.
Seit der letzten Preiserhebung im März 2001 ist eine schleichende Preissteigerung bei Fleisch- und Wurstwaren festzustellen. Die Befürchtung liegt nahe, so Günther La Garde, Konsumentenschützer der AKNÖ, dass es sich um eine schleichende Preiserhöhung im Zuge der Euro-Einführung handelt. Denn ab 1. Oktober gilt ein Preis-Stopp, ab diesem Tag muss die doppelte Preisauszeichnung erfolgen. Ein anderer naheliegender Verdacht drängt sich dem Konsumentenschützer auf: Es scheint als ob unter dem Vorwand der Fleischskandale sowohl Landwirte als auch Konsumenten zur Kasse gebeten werden.

Der Landwirt bekommt für ein Kilo Schweinefleisch zwischen 21,40 und 27,50 Schilling, für ein Kilo Rindfleisch zwischen 20 und 31 Schilling und ein Kilo Pute bringt dem Bauern 15,60 Schilling. AKNÖ-Präsident Staudinger ist ratlos: "Ich frage mich angesichts dieser Zahlen, wer von BSE und Schweineskandal profitiert? Eines vorweg - Produzent und Verbraucher sicher nicht. Ich frage mich ernsthaft, wo diese großen Spannen verbleiben? Im Angesicht der Forderung, dass manche Funktionäre eine Erhöhung der Mehrwertsteuer um 1 Prozent auf Lebensmittel fordern und dann noch die Forderung, dass die Konsumenten für die Kosten von BSE-Tests aufkommen sollen, ist das eine ungeheuerliche Provokation für alle Verbraucher in ganz Österreich". Es darf nicht sein, so Staudinger weiter, dass die niedrigeren Fleischpreise nicht an die Konsumenten weitergegeben werden. Auch die Begründung, dass man
für gute Qualität auch dementsprechend bezahlen soll, will Staudinger so nicht stehen lassen: "Seit Jahren schon genießt Österreich im In-und Ausland den Ruf ein Feinkostladen zu sein. Warum soll man dann plötzlich mehr für Fleisch zahlen, wenn die Qualität ohnehin stimmt?"

Im Zuge der Preiserhebung wurde auch die landläufige Meinung widerlegt, dass Biofleisch unbedingt teurer sein muss. Auf Grund der verstärkten Nachfrage bieten immer mehr Supermärkte und Fleischereien auch Fleisch aus biologischer Landwirtschaft an. "Der Konsument ist auf Grund der verschiedenen Ereignisse kritischer geworden. Er will wissen, was er isst und woher es kommt", ist Werner Krisch, AKNÖ-Konsumentenschützer, überzeugt.

Abschließend rät der Konsumentenschützer den Verbrauchern zu einem Preisvergleich: "Wenn ich mir die Ergebnisse anschaue, dann kriegt man ein Kilo Schweinskotelett, wenn man auf den Preis schaut, schon um 59,90 statt um z. B. 194 Schilling. Das ist ein Preisunterschied von satten 223,87 Prozent. Das ist aber keinesfalls eine Ausnahme -für ein Kilo Rindschnitzelfleisch im Ganzen muss man zwischen 55 und 198 Schilling bezahlen. Da macht die Differenz gar 260 Prozent aus. Fast bescheiden macht sich da der Preisunterschied bei 1 Kilo Putenbrust im Ganzen aus (138,67 Prozent) - zwischen 75 und 179 Schilling muss der Verbraucher dafür berappen" Wieder einmal ist den Konsumentenschützern aufgefallen, dass man beim Fleischer ums Eck nicht tiefer ins Geldbörsel greifen muss. Krisch: "Wie schon bei der letzten Preiserhebung haben unsere Preiserheber auch dieses Mal festgestellt, dass man beim Fleischer am billigsten aber auch am teuersten einkaufen kann."

Die Endergebnisse des Fleisch-Preisvergleichs können Sie unter 0800/232323-1453 anfordern oder im Internet unter www.aknoe.at abrufen.

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