RASINGER: HOSPIZ- UND SCHMERZTHERAPIE VERHINDERN HOLLÄNDISCHES HORROR-EUTHANASIE-MODELL

Statt 70 Prozent sollen in 10 Jahren nur mehr 40 Prozent im Spital sterben - Alte Menschen dürfen nicht zu "lästigen Kostenfaktoren" reduziert werden

Wien, 29. Mai 2001 (ÖVP-PK) Diese Enquete ist ein guter Auftakt, um neue Rechtsgrundlagen für die Sterbebegleitung in Österreich zu schaffen. Das erklärte heute, Dienstag, ÖVP-Gesundheitssprecher Abg. Dr. Erwin Rasinger anlässlich der parlamentarischen Enquete "Solidarität mit unseren Sterbenden - Aspekte einer humanen Sterbebegleitung in Österreich". Der ÖVP-Gesundheitspolitiker fordert einen nationalen Plan zum Ausbau des Hospizwesens und der Palliativmedizin sowie neue arbeitsrechtliche Regelungen für pflegendes Personal. ****

Drei Faktoren seien wichtig, um den holländischen Weg der Euthanasie in Österreich zu verhindern:

o Eine optimale Schmerztherapie: Wer sinnlos leidet, findet sein Leben oft unerträglich.
o Vermeiden von Hilflosigkeit: Wer niemanden zur Pflege und Zuwendung hat, wird sich als "überflüssig" empfinden.
o Die Überforderung der Angehörigen vermeiden: Professionelle Dienste und verstärkte Öffentlichkeitsarbeit sowie Ausbildung sind notwendig.

"In einer Gesellschaft des Überflusses darf der letzte Weg des Menschen nicht als 'Last' oder mit 'unnötigen Kosten' verbunden werden", so Rasinger.

Nach der Devise "Begleiten statt töten" ergebe sich die Notwendigkeit eines verstärkten Ausbaus der Palliativmedizin, vor allem in der Forschung. Rasinger begrüßte in diesem Zusammenhang die Aktivitäten von Wissenschaftsministerin Elisabeth Gehrer zur Integration der Palliativmedizin in die medizinischen Fakultäten. An der medizinischen Fakultät der Universität Wien wurde eine Professur für medizinische Gerontologie gewidmet.

Darüber hinaus müsste die Sterbebegleitung durch Hospize ausgebaut werden: Diese bieten von der Kommunikation mit Patienten/Familie bis zur Intensivmedizin im richtigen Augenblick ein breites Angebot an Betreuung. Gerade im Bereich der menschenwürdigen Sterbebegleitung werde in Österreich nur ein Bruchteil (zirka 90 Betten) abgedeckt. Rund 70 Prozent aller Todesfälle in Österreich geschehen im Spital. Das Krankenhaus sei aber für die Betroffenen und Angehörigen oft nicht der ideale Ort, um in dieser schwierigen Phase die entsprechende menschliche Zuwendung zu erfahren, so Rasinger. Es sei daher zu begrüßen, dass im Zuge des Österreichischen Krankenanstaltenplans 275 zusätzliche Hospizbetten eingerichtet werden. Dieses "Pflegeprinzip" sollte auch in der leistungsorientierten Krankenhausfinanzierung verankert werden. Sinnvoll sei es zudem, die Krankenkassen bei der Bezahlung von Hospizbetten einzubinden.

Für diskussionswürdig hält Rasinger die auf der Enquete präsentierten Ideen wie etwa die Förderung der professionellen Ehrenamtlichkeit, die Karenz für Sterbebegleitung oder die Absetzbarkeit von Spenden.
(Schluss)

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