Waneck: Parlamentarische Enquete "Sterbebegleitung"

Die Lösung für Leid kann nicht darin liegen, die Leidenden zu beseitigen

Wien, (BMSG) - "Aktive Sterbehilfe ist sowohl aus politischer Sicht als auch aus meinem Selbstverständnis als Arzt, der verhalten ist alles zum Wohle des Patienten zu unternehmen, grundsätzlich abzulehnen", betonte FP-Staatssekretär Univ. Prof. Dr. Reinhart Waneck anläßlich der heutigen parlamentarischen Enquete zum Thema "Sterbebegleitung". "Ärzte wollen keine ‚Henker’ sein." *****

Das Regierungsprogramm sehe vor, dass jeder Schritt in Richtung Sterbehilfe von der österreichischen Bundesregierung entschieden abgelehnt werde. Vielmehr seien bereits in den Verhandlungen zum Österreichischen Krankenanstalten - Plan 2001 (ÖKAP) Verbesserungen für den stationären Bereich vorgesehen worden, betonte Waneck. Darüber hinaus werde ein Plan für den Ausbau des Hospizwesens und der Palliativmedizin entwickelt, der die Schaffung von zusätzlichen stationären Kapazitäten vorsehe, um auf die demoskopische Entwicklung in Österreich vorbereitet zu sein.

Aber auch extramural seien entsprechende Vorkehrungen zu treffen, die ein Lebensende zu Hause - optimaler Weise im Kreis der Familie und des gewohnten Umfeldes - ermöglichen sollen, so Waneck. "Denn Sterben ist ein Teil des Lebens." "Das in der Debatte um die Euthanasie oftmals gebrauchte Argument, das Selbstbestimmungsrecht des Patienten würde durch das Verbot der aktiven Sterbehilfe verletzt, ist nicht stichhaltig, da das Selbstbestimmungsrecht des Patienten insbesondere durch § 110 StGB geschützt ist, wonach jeder zu bestrafen ist, der einen anderen ohne dessen Einwilligung, wenn auch nach den Regeln der medizinischen Wissenschaft, behandelt", so Waneck.

Es stehe daher grundsätzlich jedem Patienten frei, eine Behandlung, die sein Sterben lediglich hinauszögere, zu verweigern. "Als Arzt weiß ich, dass es sich bei Äußerungen des Todeswunsches sehr oft um verdeckte Mitteilungen handelt, die als Hilferuf für menschliche Zuwendung zu verstehen sind", so Waneck. Dies spiegle Solidaritätsdefizite in unserer Gesellschaft wider, und die Neigung den Tod zu verdrängen und zu tabuisieren, nicht jedoch das Bedürfnis nach Sterbehilfe, sagte Waneck.

"Palliativmedizinische Leistungen sehen den Menschen, also den Patienten, und seine Angehörigen als Mittelpunkt eines Kreises, um den herum ein multidisziplinäres Team aller Gesundheits- und Sozialberufe wie auch des seelsorgerischen Bereiches steht, welches wiederum von einem äußeren Kreis, bestehend aus niedergelassenen Ärzten, ambulanten und stationären Diensten, Freunden, etc. unterstützt wird", so Waneck.

"Es geht darum, die Lebensqualität schwerstkranker Menschen zu verbessern, das heißt vor allem Schmerzen zu lindern beziehungsweise die Angst davor zu nehmen, und dem Kranken beziehungsweise Sterbendem in jeder möglichen Form zu helfen. Hier ist die Kommunikation und insbesondere auch die Kooperation aller Beteiligten gefordert und sicherlich verbesserungswürdig, denn die Versorgung schwerkranker Menschen erfordert besonderes Einfühlungsvermögen und ein besonders gutes Management", schloß Waneck. (Schluß) mg nnn bxf

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