51. Österreichischer Städtetag in Villach

Vom 30. Mai bis 1. Juni: Motto lautet "Städte - High Tech und Lebensqualität"

Wien, (OTS) Das virtuelle Zeitalter ist längst nicht mehr nur in den eigenen vier Wänden oder in der Wirtschaft zu Hause. Auch Österreichs Städte nutzen bereits seit einiger Zeit die vielen Möglichkeiten der modernen Informationstechnologien. Die sich daraus ergebenden Chancen und Möglichkeiten sind Thema des heurigen 51. Städtetages des Österreichischen Städtebundes in Villach (30.5. bis 1.6.01), an dem 600 Bürgermeister, Kommunalpolitiker und Fachleute aus ganz Österreich teilnehmen werden. Der Österreichische Städtebund vertritt mit seinen 240 Mitgliedern die Interessen von rund 4,5 Millionen Einwohnern. Präsident des Österreichischen Städtebundes ist Wiens Bürgermeister Dr. Michael Häupl.****

Österreichs Städte nutzen ihre digitalen Chancen

Die grundsätzlich erfreuliche digitale Ausgangslage: Auch im Zeitalter der Informationstechnologie (IT) nehmen die Städte die Funktion entscheidender Motoren im Bereich der Innovation, Ausbildung und allgemeiner IT-Nutzungskompetenz ein. 95 Prozent aller österreichischen Städte verfügen über eine eigene Homepage. Im Zusammenhang mit e-Government (=Electronic Government) kann man feststellen: Bei 60 Prozent der Städte können einzelne Formulare heruntergeladen werden, in 20 Prozent ist es möglich, Formulare online auszufüllen und in 15 Prozent der Kommunen können einzelne Erledigungen bereits elektronisch zugestellt werden. Ein wirkliches "True e-Government", d.h. die vollständige elektronische Antragstellung, Bearbeitung und Zustellung eines Aktes, ist, zumindest in einzelnen Bereichen, zurzeit in 10 Prozent der Städte möglich. Weiters sind in rund 40 Prozent der Städte Workflow-Management-Systeme installiert oder in aktueller Planung.

Auf der User-Seite bietet sich folgende Situation: 51 Prozent aller erwachsenen Bürgerinnen und Bürger steht ein Internetzugang zur Verfügung. 54 Prozent wollen in Zukunft mit der Verwaltung auch elektronisch kommunizieren. Österreichweit haben 35 Prozent der Bevölkerung von zu Hause aus einen Internetzugang. Von Seiten der Wirtschaft verfügen bereits 75 Prozent aller österreichischen Betriebe über einen Internetzugang.

e-Government schafft win-win-Situation

Die Vorteile eines funktionierenden e-Governments liegen für den Kunden auf der Hand. Die vielleicht zwei wichtigsten hiervon: Der Kunde, gleich ob Bürger oder Unternehmen, kann mit einer deutlich rascheren Erledigung seines Anliegens rechnen und die digitale Verwaltung kennt keine traditionellen Öffnungszeiten mehr. Der Service ist rund um die Uhr nutzbar. Dazu kommt noch: Städte mit einer modernen und kostenadäquaten Kommunikationstechnologie schneiden im internationalen Standort-Ranking deutlich besser ab. E-Government spart, zwar nicht kurzfristig, hoffentlich aber mittelfristig Kosten. In Kombination mit den Grundsätzen des New Public Managements - also Bürgerorientierung, Dezentralisierung, Wettbewerbsorientierung, Controlling, Personal- und Qualitätsmanagement - kann das neue digitale Instrumentarium der Verwaltung viele "Zeitfresser" abnehmen bzw. sie schlanker und flexibler machen.

eEurope und eAustria sind Partner der Städte im Bereich des e-Government

Bereits im Juni 2000 gaben die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union anlässlich ihres Treffens im portugiesischem Feira grünes Licht für den Aktionsplan "eEurope 2002 - eine Informationsgesellschaft für alle". Ziel dieses von der Europäischen Kommission vorgelegten ehrgeizigen Aktionsplanes ist es, die Vorteile des IT-Bereiches möglichst allen Bürgerinnen und Bürgern zur Verfügung zu stellen. Ähnlich ambitioniert versucht auch der Bund die Möglichkeiten der digitalen Kommunikation zu nutzen. Allein im März 2001 verzeichnete www.help.gv.at/ , der virtuelle Amtshelfer des Bundes, 5000 Besucher pro Tag. Hinter dem "digitalen Vorhang" ist der Bund aber mindestens ebenso gefordert: So etwa bei der notwendigen finanziellen Unterstützung der Städte und Gemeinden in ihrem Bemühen, die vielen Möglichkeiten des e-Governments als direktester Ansprechpartner des Bürgers bereitzustellen.

Virtuelle Stadt-Portale ersetzen kaum herkömmliche Kunden-Kontakte

Basierend auf Untersuchungen des Kommunalwissenschaftlichen Dokumentationszentrums (KDZ) und einer Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes ifes - beide im Auftrag des Städtebundes - wird das digitale Angebot der Städte von Seiten der Bevölkerung vor allem als zusätzliche Dienstleistung aufgefasst. Es ist davon auszugehen, dass die herkömmlichen Kontaktmöglichkeiten mit der Verwaltung, also persönlicher Besuch (dzt.: 75 Prozent), Schriftverkehr (dzt.: 30 Prozent), Telefon und Fax (dzt.: 27 Prozent) kaum an Wertigkeit verlieren werden. Dem E-Mail und Internet-Bereich sagen die Experten des KDZ eine rasante Zukunft voraus: Hier wird der Nutzungsgrad von derzeit 5 auf 46 Prozent anwachsen.

Dazu kommt noch, dass Internet-Nutzer über ein markantes Profil verfügen: Der herkömmliche User ist eher jünger (80 Prozent der 18-29jährigen verfügen über Internetzugang, bei den über 60jährigen jedoch nur 15 Prozent) und gut ausgebildet (83 Prozent der Maturanten und Hochschulabsolventen haben einen Internetzugang, bei Pflichtschulabgängern sind es 22 Prozent) Interessantes Detail: Mit 41 Prozent ist der Anteil weiblicher Internetnutzer in Österreich höher als im EU-Durchschnitt, der zwischen 37 und 38 Prozent liegt.

Informationsgesellschaft: Bund und Länder sind gefordert

Um die vielfältigen Möglichkeiten eines gelungenen e-Governments auch auf kommunaler Ebene wirklich zu nutzen, bedarf es adäquater wirtschaftlicher Rahmenbedingungen. Der erfolgreiche Einstieg ins virtuelle Zeitalter hat bereits heute den Städten einiges an Kosten verursacht. Um den mittel- bis längerfristigen Nutzen des e-Governments gerade auch im Zusammenhang mit der vielerorts diskutierten Verwaltungsreform nicht zu gefährden, sind Bund wie Länder dringend dazu aufgerufen, tragfähige Lösungsansätze beim laufenden Umstieg der Städte ins digitale Zeitalter bzw. in die Informationsgesellschaft anzubieten.
(Schluss) hch

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