- 20.05.2001, 12:28:28
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Kein Nullsummenspiel bei Abfertigung für Tourismusbeschäftigte!
HGPD-Kaske fordert Abfertigungsanspruch ab dem ersten Tag
Wien (HGPD/ÖGB). "Für die Tourismusbeschäftigten ist das ÖVP-
Abfertigungsmodell ein absolutes Nullsummenspiel", nimmt Rudolf
Kaske, Vorsitzender der Gewerkschaft Hotel, Gastgewerbe,
Persönlicher Dienst (HGPD) zur Neuregelung der Abfertigung Stellung.
"Im Jahr 2000 sind 96 Prozent aller Dienstverträge in der
Tourismusbranche aufgelöst worden, das lässt den Umkehrschluss zu,
dass nur 4 Prozent eine Abfertigung tatsächlich bekommen. Der
Abfertigungsanspruch muss ab dem ersten Tag bestehen - alles andere
wäre Augenauswischerei", so Kaske.+++++
"Die FPÖ verlässt schon jetzt der Mut, bevor sie noch die
Forderungen der Gewerkschaft nach Abfertigung ab dem ersten Tag in
die Regierung einbringen kann. Das haben die gestrigen
parteiinternen Diskussionen mit dem Ring Freiheitlicher
Wirtschaftstreibender (RFW) mehr als deutlich gezeigt", befürchtet
Kaske. "Man darf gespannt sein, ob sich die Prinzhornsche
Kapitalistenfraktion in der FPÖ durchsetzt." Von den 150.000
Erwerbstätigen in der Tourismusbranche arbeitet etwa die Hälfte in
Saisonbetrieben - "also nur drei bis sechs Monate", so Kaske. Diese
in die Neuregelung der Abfertigung nicht einzubeziehen, wäre eine
krasse Benachteiligung, die die Gewerkschaft HGPD nicht akzeptieren
könnte.
"Tausende Saisonbeschäftigte im Hotel- und Gastgewerbe dürfen nicht
durch die Finger schauen, deshalb haben wir ein Sechs-Punkte-
Programm aufgestellt." So fordert die Gewerkschaft HGPD eine
Anwartschaft auf die Abfertigung ab dem ersten Tag der
Beschäftigung, das Rucksackprinzip, mit dem ArbeitnehmerInnen die
Beschäftigungszeiten bei mehreren DienstgeberInnen "mitnehmen"
können, eine Abfertigungskasse nach dem Modell der Bauarbeiter, die
Wahlmöglichkeit zwischen Auszahlung und Pensionssäule und einen
Abfertigungsanspruch bei Selbstkündigung. "Außerdem wehren wir uns
gegen ein Antasten der steuerlichen Begünstigung bei der
Abfertigung" schließt Kaske. (lu)
ÖGB, 20. Mai 2001..........................................Nr. 419
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