Therapie von Wachstumsstörungen: Spritzenangst muss nicht sein

München (ots) - Seit der Entwicklung von biotechnologisch hergestelltem Wachstumshormon lässt sich eine Vielzahl von Wachstumsstörungen erfolgreich behandeln. Durch die neuen Produktionsverfahren steht das Hormon in unbegrenzter Menge zur Verfügung und die Therapie ist sicher und verträglich. Der Erfolg einer Behandlung mit Wachstumshormon ist um so größer, je früher mit der Therapie begonnen wird. Gerade bei kleinen Kindern aber muss das Problem der Spritzenangst überwunden werden. Hierfür hat das Biotechnologie-Unternehmen Serono mit one.click(TM) ein Injektionssystem entwickelt, mit dem das Wachstumshormon nahezu schmerzfrei verabreicht werden kann. Der Clou: Der Autoinjektor arbeitet optisch nadelfrei.

Den häufigsten Formen des Kleinwuchses liegt kein Mangel an Wachstumshormon zugrunde und eine zusätzliche Gabe von Wachstumshormon hat sich meist leider als nicht sinnvoll erwiesen. Dies erklärte Dr. med. Dirk Schnabel vom Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin der Charité, Berlin, auf einer Pressekonferenz in München. Von familiärem Kleinwuchs spricht man, wenn ein oder beide Elternteile ebenfalls kleinwüchsig sind. Eine andere Form des Kleinwuchses ohne Wachstumshormonmangel ist nur vorübergehend und hängt mit einer verspätet einsetzenden Pubertätsentwicklung zusammen.

Ein Wachstumshormonmangel kann sowohl erworben als auch angeboren sein. Die Häufigkeit liegt laut Schnabel bei etwa 1 : 7000 Geburten. Wird der Hormonmangel durch tägliche Gabe von Wachstumshormon beseitigt, kann grundsätzlich jeder eine normale Endgröße erreichen. Dass die Behandlung sicher ist, zeigen nicht zuletzt die Erfahrungen mit der Hormonersatztherapie bei Patienten mit entferntem Hirntumor. Das Wachstumshormon wird von der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) gebildet. Deshalb benötigen diese Patienten einen Hormonersatz, wenn die Hypophyse ganz oder teilweise entfernt worden ist. Da mit der Wachstumshormongabe lediglich Hormon ersetzt wird, welches fehlt, werden außer gelegentlichen lokalen Nebenwirkungen an der Einstichstelle keine unerwünschten Wirkungen, insbesondere auch keine Wiederkehr der Tumorerkrankung, beobachtet.

Im Allgemeinen sollte eine Therapie mit Wachstumshormon bei kleinen Kindern möglichst früh begonnen werden, forderte Schnabel. Wird die Behandlung erst mit zehn bis zwölf Jahren eingeleitet, so bleiben vom Knochenwachstum her nur noch etwa zehn Prozent Wachstumspotenzial bis zum Ende der Pubertät. Ideal ist demgegenüber ein Therapiebeginn im Alter von fünf bis sechs Jahren. Dann ist die Chance am größten, durch ein Aufholwachstum bereits mit einer normalen Körpergröße in die Pubertät einzutreten. Dazu ist allerdings die tägliche Gabe von Wachstumshormon erforderlich.

Wachstumshormon kann leider nicht in Tablettenform verabreicht werden, da die empfindlichen Eiweißstoffe im Verdauungstrakt sofort zerstört würden. Deshalb führt an der Spritze kein Weg vorbei. "Vor allem Kinder und Jugendliche können aber einen dauerhaften Behandlungswiderstand entwickeln, wenn sie zu übermäßiger Angst vor Spritzen neigen", erklärte Dipl.-Psych. Béla Bartus vom Olga-Hospital im Klinikum Stuttgart. Problematisch sei es auch, wenn Eltern unter Spritzenangst litten: "Unsicherheiten und Ängste der Eltern bei der Injektion vermindern ihre Glaubwürdigkeit als unterstützender Faktor für das Kind und können zudem beim Kind selbst eine Nadelphobie verstärken oder hervorrufen." Eine kindgerechte Applikationshilfe sollte deshalb nicht einfach nur bunt gestaltet sein, sondern vor allem die häufigen Spritzenängste berücksichtigen und in Angriff nehmen. Dies sei dem Biotechnologie-Unternehmen Serono mit der Entwicklung des one.click(TM) Autoinjektors gelungen. Die Nadel wird am Ende des Pens schlicht und einfach durch eine Manschette verdeckt, weshalb Bartus auch von einer "optisch nadelfreien Applikationshilfe" sprach. Wie gut dieser Trick funktioniert, konnte in einer Anwendungsbeobachtung gezeigt werden: 64 Prozent der zum Behandlungsbeginn befragten Patienten fanden es sehr wichtig, dass die Nadel nicht sichtbar ist. Interessanterweise maßen selbst nach sechs Monaten Therapie noch knapp 60 Prozent der Patienten der versteckten Nadel eine sehr hohe Bedeutung bei.

ots Originaltext: Serono Pharma GmbH
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