Internationaler Kunstpreis des Landes an Ruth Schnell

LR Bischof: Signal für Kunstrichtung "Neue Medien"

Bregenz (VLK) - Ruth Schnell, die zu den wichtigsten
Vertreterinnen der aktuellen österreichischen Video- und Computerkunst zählt, erhält den Internationalen Kunstpreis
des Landes Vorarlberg 2001. "Die Jury hat sich für eine Kunstschaffende entschieden, die sich konsequent mit den
neuen Medien auseinandersetzt und deren Werk sich durch
besondere Komplexität und Vielschichtigkeit auszeichnet",
freut sich Kulturreferent Landesrat Hans-Peter Bischof, dass
eine Vorarlberger Künstlerin mit dem Kunstpreis gewürdigt
wird. ****

Ruth Schnell, 1956 in Feldkirch geboren, lebt und arbeitet derzeit in Wien und unterrichtet an der Hochschule für
Angewandte Kunst visuelle Mediengestaltung. "In ihrem
Schaffen spielt die Phänomenologie des Sehens bzw. des
Blickes sowie die Verschränkung von virtuellen und realen
Räumen und die Überblendung der realen Zeit mit simulierten Zeitebenen eine zentrale Rolle. Am Beginn und am Endpunkt
ihrer szenischen Installationen steht zumeist der Mensch,
denn erst in der Vernetzung und dem interaktiven Einbezug des Betrachters in den architektischen und virtuellen Raum erhält
das Werk seine eigentliche funktionale Bedeutung", heisst es
in der Begründung der Jury, die mit dieser Wahl auch ein
Statement in Bezug auf den Stellenwert der neuen Medien
innerhalb des zeitgenössischen Kunstschaffens abgeben will.

Die Vorarlberger Künstlerin kann bereits auf eine breite internationale Ausstellungstätigkeit verweisen: Kunsthalle Göppingen, Kunstmuseum Bochum und Prager Nationalgalerie
(2000), Museum Moderner Kunst Stiftung Ludwig, Wien (1999), Kunsthalle Wien (1998), Neue Galerie Johanneum in Graz
(1997), Museum Ludwig in Budapest und Kulturinstitut von
Guadalajara in Mexiko (1996), Ars Electronica (1986), die
"Apperto" im Rahmen der 44. Biennale in Venedig und sie hat
als Österreichvertreterin an der 46. Biennale von Venedig im
Jahr 1995 teilgenommen, wo sie die interaktive
Computerinstallation "Body Scanned Architecture"
präsentierte. Als weitere Hauptwerke von Ruth Schnell wären
etwa "Tür für Huxley" (1989), "Punching Ball" (1989 in Koproduktion mit Gudrun Bielz), "Der Andere Beobachter"
(1992/99) oder "In-Between II" (2000) anzuführen.

Zu den wichtigsten realisierten Konzepten im öffentlichen
Raum zählen die sensorgesteuerte, interaktive
Wasserinstallation "Wasserzaun" beim Grenzübergang Kärnten/Slowenien (Karawankentunnel), die Lichtinstallation "Virtual Terms" bei der Niederösterreichischen Landesakademie
sowie die Lichtinstallation "Sprache Sehen" bei der HTL in
Bregenz.

"Ruth Schnell bringt ihre umfassenden Erfahrungen auch in
den 'Kunst und Bau-Beirat' ein, wo sie uns hervorragend unterstützt. Ich freue mich, dass sie diesen Preis erhält,
denn ihre Arbeit ist international anerkannt und sie hat
bereits wesentlich zum positiven kulturellen Image
Vorarlbergs beigetragen. Zudem ist es ein interessantes
Signal für die noch junge Kunstrichtung der Video- und Computerkunst", erklärte Landesrat Hans-Peter Bischof zur diesjährigen Vergabe des Kunstpreises des Landes Vorarlberg,
der mit 100.000 Schilling (7.270 Euro) dotiert ist und alle
zwei Jahre an Künstler aus dem Bodenseeraum vergeben wird. Bisherige Preisträger sind der St. Galler Bildhauer Max
Oertli (1985), der Vorarlberger Maler und Bildhaus Herbert
Albrecht (1987), der Lindauer Maler Dieter Krieg (1989), die Vorarlberger Baukünstler-Gruppe 16 (1991), der Vorarlberger
Maler Richard Bösch (1993), der St. Galler Bildhauer Roman
Signer (1995), die Biberacher Malerin Romane Holderried-
Kaesdorf (1997) und der Vorarlberger Künstler Gottfried
Bechtold (1999).
(hh/gw,nvl)

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