- 16.05.2001, 11:26:05
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- OTS0119 OTW0095
Riess-Passer: Offener Brief an Löschnak=
Wien, 2001-05-16 (fpd) - Einen offenen Brief richtete VK Dr. Susanne
Riess-Passer heute an den Präsidenten der Österreichischen
Bundes-Sportorganisation (BSO), Dr. Franz Löschnak, worin sie
Stellung nahm zu seinen gestrigen Aussagen hinsichtlich einer
angeblichen Gefährdung des Sports durch das neue ORF-Gesetz. ****
Der offene Brief im Wortlaut:
Sehr geehrter Herr Präsident!
Als für den Sport zuständiges Regierungsmitglied darf ich zu den von
Ihnen in der Öffentlichkeit geäußerten Bedenken und Vorbehalten gegen
das neue ORF-Gesetz klar stellen:
Ein Eckpunkt der Reform ist die Sicherstellung der Bedeutung des ORF
für den österreichischen Sport, wobei beide Säulen, also sowohl der
Spitzen- als auch der Breitensport, in den Reformüberlegungen eine
wesentliche Rolle spielen.
Diese politische Vorgabe der Bundesregierung wurde in der
Regierungsvorlage vollständig umgesetzt, weswegen es bei
Sportübertragungen oder Sportsendungen in den Programmen des ORF
entgegen Ihren Befürchtungen zu keinerlei Einschränkungen oder
Änderungen gegenüber der derzeitigen Regelung kommen wird. Die für
den Sport eminent wichtigen Sonderwerbeformen sind daher weiter
möglich, was im Übrigen auch in den Erläuterungen zu den
entsprechenden Gesetzespassagen eindeutig klar gestellt wird.
Nicht zuletzt in Kenntnis der schwierigen Lage des Breitensports und
der sogenannten Randsportarten hat sich die Bundesregierung
entschlossen, hinkünftig die Spartenprogramme des ORF für Werbung zu
öffnen, um Sportübertragungen vor allem aus diesen Bereichen zu
erleichtern und finanzieren zu können. Mit der Möglichkeit, in den
Spartenprogrammen des ORF bis zu 144 Minuten täglich werben zu
können, sollte dieses Vorhaben jedenfalls leichter umsetzbar sein als
derzeit. Nach dem geltenden Rundfunkgesetz ist dem ORF, wie Sie
sicher wissen, jegliche Form von Werbung in seinen Spartenprogrammen
vollständig untersagt.
Sie sehen also, daß die Bundesregierung den Anforderungen im
Bewußtsein der Bedeutung des ORF für den österreichischen Sport durch
das neue ORF-Gesetz vollständig Rechnung trägt.
Darüber hinaus darf ich auch darauf verweisen, daß das neue
Privatfernsehgesetz, das bereits im kommenden Jahr zu einem
zusätzlichen Österreichweit empfangbaren Fernsehprogramm führen wird,
weitere attraktiven Möglichkeiten für den österreichischen Sport
bringen wird.
Entgegen den von Ihnen geäußerten Befürchtungen, die sich aus den
Formulierungen der Gesetzesvorlage weder herauslesen noch
hineininterpretieren lassen, werden sowohl die Reform des ORF als
auch die Zulassung von Privatfernsehen in Österreich zu
Rahmenbedingungen für den österreichischen Sport führen, die in den
meisten anderen europäischen Ländern längst selbstverständlich sind.
Der einzige Wermutstropfen aus der Sicht des Sports ist daher nicht
der Inhalt der Reformen sondern die Tatsache, daß sie um zumindest 10
Jahre zu spät erfolgen.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Susanne Riess-Passer
(Schluß)
Rückfragehinweis: Freiheitliches Pressereferat
Tel.: (01) 40 110 /5491
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