- 15.05.2001, 17:00:01
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WirtschaftsBlatt-Kommentar zur AUA von Michaela Lexa Mario Montis Kunstfliegerei
Ausgabe vom 10.05. 01
Wien (OTS) - Dass EU-Kommissar Mario Monti für genügend Wettbewerb
sorgen will, ist löblich. Beim jüngsten Vorstoss gegen Austrian
Airlines (AUA) und Lufthansa ist Monti aber übereifrig. Seine Kritik:
Die beiden Star-Alliance-Partner hätten auf den Flügen zwischen
Österreich und Deutschland praktisch eine Monopolstellung und es
versäumt, ein Konkurrenzunternehmen dafür aufzutreiben. Die beiden
Carrier versuchen aber gar nicht, andere Fluglinien auf diesen
Strecken aus dem Markt zu drängen oder erst gar nicht hereinzulassen.
Wahr ist, dass sich niemand für diese Strecken interessiert. Schon
gar nicht will irgendeine Airline die Destinationen, um die es hier
geht, in ihren Flugplan aufnehmen, nur damit die AUA mit der
Lufthansa weiterhin ungestört kooperieren kann. Solche Nettigkeiten
sind in der freien Marktwirtschaft selten. Trotz Desinteresses der
Mitbewerber werden AUA und Lufthansa nun gezwungen, einen
Konkurrenten aus dem Hut zu zaubern. Touristiker sehen der möglichen
Lösung schon mit Skepsis entgegen. Zwar könnte ein Ausweg auf dem
Papier gefunden werden, doch würde er den Markt weder beeindrucken
noch beleben: Ein Flug pro Tag, den eine dritte Airline abwickeln
würde, ändert am Grundproblem nichts. Und bei den Preisen wird sich
erst recht nichts ändern. Vielfliegende Geschäftsreisende werden
allerdings sorgsamer als heute auf die Qualität des Angebots achten.
Denn die AUA ist auf der Suche nach freiwilliger Konkurrenz schon bei
den EU-Beitrittskandidaten angelangt. Auch sollen die Gespräche dort
schon weit gediehen sein. Sollte nun eine Fluglinie aus dem Osten zum
Zug kommen, brauchen sich AUA und Lufthansa zumindest keine Sorge um
ihre Passagiere machen. Denn beim Fliegen siegen in den meisten
Fällen Qualität und Sicherheit vor dem Preis. Mario Monti kann dann
beruhigt sein, seine Mission erfüllt zu haben. In der Praxis wird
alles beim Alten bleiben. Scherereien haben im Vorfeld nur die beiden
Allianzpartner. Um ein Null-Resultat am Markt zu erzielen, müssen sie
mit aller Kraft versuchen, jemandem Flugverbindungen schmackhaft zu
machen, der sie nicht haben will. Mehr als eine Notlösung wird wohl
nicht herauskommen. Wer dann durch den freien Wettbewerb einen
Nachteil hat, darf sich bei der EU bedanken.
Rückfragehinweis: WirtschaftsBlatt
Redaktion
Tel.: (1) 91919-305
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