AK Tumpel: Substantielle Beiträge von Bund und Länder zur Armutsbekämpfung erforderlich

AK und Wohlfahrtsverbände präsentieren ihre Vorstellungen in einer gemeinsamen Veranstaltung

Wien (AK) - Die österreichische Bundesregierung muss der Europäischen Kommission in Kürze den "Nationalen Aktionsplan gegen Armut und Soziale Ausgrenzung" vorlegen. Für die wirksame Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung fehlen substantielle Beiträge von Bund und Ländern, kritisiert AK Präsident Herbert Tumpel. Die AK verlangt seit langem den Umbau der Sozialhilfe zu einer umfassenden Mindestsicherung für die gesamte Bevölkerung nach einer bundeseinheiltlichen Regelung. Jetzt mehren sich aber die Anzeichen, dass sich die Länder aus finanziellen Überlegungen heraus gegen eine solche Verbesserung wehren. Das Argument: Der auferlegte Beitrag der Länder zur Erreichung des Nullfdefizits ließe keinen Spielraum für die Umgestaltung und den Ausbau der Sozialhilfe offen. Als Ergebnis fürchtet Tumpel, dass Österreich mit einem unwirksamen Programm in Brüssel vorstellig werden wird. Die Statistik beweise, wie wichtig umfassende Maßnahmen gegen die Armut wären: Jeder fünfte Österreicher ist bedroht, Frauen stärker als Männer, AlleinerzieherInnen, Langzeitarbeitslose und weniger Gebildete am gefährdetsten.

Für Tumpel ist die Vermeidung der Armut der beste Ansatz für ihre Bekämpfung. Er fordert daher neben dem Umbau der Sozialhilfe bereits präventive Maßnahmen ein. Dazu, so der AK Präsident, gelte es besonders auch die Umverteilungswirkung des Sozialsystems zu erhöhen. Wichtige AK - Eckpunkte in der Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgliederung sind ua:
+ kollektivvertragliche Mindestlöhne
+ Einbindung atypischer Beschäftigungsverhältnisse in das Arbeits-und Sozialrecht
+ Schaffung von Höherqualifizierungs-Möglichkeiten
+ Verbesserung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie
+ Ausbau der aktiven Arbeitsmarktpolitik

Veranstaltung "Was tun gegen Armut und soziale Ausgrenzung?!"
Auf Einladung der AK werden auf diese Veranstaltung auch ÖGB und die wichtigsten Wohlfahrtsverbände - zusammengeschlossen in der österreichischen Armutskonferenz - Caritas, Diakonie und Volkshilfe ihre Positionen und Forderungen präsentieren und diskutieren.

"Was tun gegen Armut und soziale Ausgrenzung?!"
Donnerstag, 17. Mai 2001
Vortragssaal, Gewerkschaft Metall - Textil
4, Plößlgasse 15

Das Programm:
15.00 - Eröffnung AK Präsident Herbert Tumpel
15.10 - Nationale Aktionspläne gegen Armut und soziale Ausgrenzung:
Eine Initiative der EU-Kommission, Martin Winder (Generaldirektion für Beschäftigung und soz. Angelegenheiten)
15.30 - Armutsgefährdung und Armut in Österreich - eine Bestandsaufnahme, Christine Stelzer-Orthofer (Uni Linz)
16.00 - Wo wir handeln müssen: Die Vorstellungen der Armutskonferenz, Michaela Moser (Die Armutskonferenz - Österr. Netzwerk gegen Armut und soziale Ausgrenzung)
17.00 - Die Vorstellungen von AK/ÖGB zur Bekämpfung von Armut in Österreich, Gabriele Schmid (AK Wien) und Bernhard Achitz (ÖGB) 17.30 - Was in den nächsten Jahren am vordringlichsten ist? Statements von Franz Küberl (Präsident Caritas Österreich), Josef Weidenholzer (Präsident Volkshilfe Österreich), Michael Chalupka (Direktor Diakonie Österreich), Richard Leutner (Leitender Sekretär ÖGB) und Georg Ziniel (Direktor für den Bereich Soziales, AK Wien) anschl. Diskussion
Moderation: Veronika Gasser, Wiener Zeitung

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Tel.: (01) 501 65-2578
email: akpresse@akwien.or.at
http://www.akwien.at

AK Wien Presse Thomas Angerer

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | AKW/AKW