- 09.05.2001, 13:17:32
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"SATYAGRAHA": Philip Glass Oper im Festspielhaus
LHStv. Prokop: Gewaltlosigkeit als starke Waffe
St.Pölten (NLK) - Im Festspielhaus in St.Pölten wurde heute,
Mittwoch, in einer Pressekonferenz mit
Landeshauptmannstellvertreterin Liese Prokop das Bühnenbild und das
Regiekonzept einer Oper in drei Akten von Philip Glass, "SATYAGRAHA"
vorgestellt. Bei den vier Vorstellungen ist die Musik beim
Niederösterreichischen Tonkünstlerorchester bzw. Concentus Vocalis in
besten Händen. Der Text stammt von Constance de Jong und ist
unmittelbar angelehnt an eine uralte Überlieferung, der Bhagavad
Gita. Die musikalische Leitung hat Peter Keuschnig inne. Die
Inszenierung kommt von Michael Schilhan, die Choreographie von Heinz
Spoerli. Das Bühnenbild und die Kostüme stammen von Hermann Nitsch,
der die Oper als "Spiel mit Farben und Tönen" bezeichnete. Auf der
Bühne wird eine Reihe von in- und ausländischen OpernsängerInnen
stehen, zum Beispiel Tony Boutté, der die Rolle des indischen
Politikers M. K. Gandhi spielt und singt. Die Österreich-Premiere der
Glass-Oper ist am 12. Oktober im Festspielhaus. Weitere Vorstellungen
stehen am 14. Oktober, 9. November und 14. Dezember auf dem
Spielplan.
"SATYAGRAHA" ist ein Sanskritwort, welches den Ausdruck "passiver
Widerstand" ersetzte, um die neue Bewegung und die politisch-soziale
Philosophie zu beschreiben, die durch Gandhi in Südafrika ihren
Anfang fand. In der 1980 an der Rotterdamer Stadsschouwburg
uraufgeführten Oper "SATYAGRAHA" porträtiert Philip Glass Gandhis
Leben von seiner Ankunft in Südafrika 1893 bis zum "New Castle March"
1913. Während dieser 21 Jahre entwickelte Gandhi die Ideen der
Gewaltlosigkeit und praktiziert sie als Mittel gegen die
Rassendiskriminierung in Südafrika. Dies war die erste großangelegte
und erfolgreiche Bewegung gewaltlosen zivilen Ungehorsams.
"SATYAGRAHA" basiert auf einem moralischen, ja religiösen Thema, ist
mehr ein Ritual als Unterhaltung, mehr Mystik als Oper.
Landeshauptmannstellvertreterin Prokop betonte, dass die Beziehung
von Philip Glass zu Niederösterreich ein "eigenes Kapitel seiner
Biographie" sei, das 1987 aufgeschlagen wurde. 1988 sei dann das
Ergebnis der Vorbereitungen, "1000 AIRPLANES ON THE ROOF", am Hangar
des Flughafens Schwechat zu sehen gewesen. Seit diesem Zeitpunkt sei
die Beziehung zwischen Glass und Niederösterreich von großer
Sympathie und Achtung getragen. Die Präsentation der Oper
"SATYAGRAHA" im St.Pöltner Festspielhaus im Oktober sei jedenfalls
ein mutiger Schritt, der unter der Beteiligung von bedeutenden
Künstlern unseres Landes auf die Bühne gestellt werde, meinte Prokop.
Die Oper stehe für die Philosophie des gewaltlosen Widerstands, die
Gandhi zu einer mächtigen politischen Waffe gemacht habe. Die Oper
handle von Politik und vervollständige neben "EINSTEIN ON THE BEACH"
und "ECHNATON" eine Trilogie zu den Themen Politik, Wissenschaft und
Religion. "SATYAGRAHA" bedeute Gewaltlosigkeit; auch Stärke, geboren
aus Wahrhaftigkeit und Liebe, also Themen, die in einer Welt, in der
jedes Dorf global vernetzt sei, wichtiger denn je seien.
Rückfragehinweis: Niederösterreichische Landesregierung
Pressestelle
Tel.: 02742/9005-12312
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