• 08.05.2001, 12:05:36
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BAK-Präsident Tumpel kritisiert Versagen der Regierung: Umverteilungspolitik macht wertvolle Chancen zunichte!=

Linz (AKO) "Das Ziel des Nulldefizites wird nur als Vorwand genommen,
um eine massive Umverteilungspolitik in diesem Land durchzuziehen",
erklärte Dienstag der Präsident der Bundesarbeitskammer (BAK), Mag.
Herbert Tumpel, in seinem Referat vor der Vollversammlung der AK
Oberösterreich.

"Experten bestätigen", so Tumpel weiter, "dass sämtliche
bisherigen Maßnahmen ein geringeres Wirtschaftswachstum und sinkende
Beschäftigungschancen zur Folge hatten." So wurden beispielsweise
wichtige Investitionen in die Infrastruktur nicht durchgeführt
oder auf die lange Bank geschoben.

Die derzeitige günstige Entwicklung auf dem heimischen
Arbeitsmarkt ist - und das hat sogar Minister Bartenstein zugegeben -
nicht das Verdienst der derzeitigen Regierung. Sie ist vielmehr
sowohl auf die europaweit günstige Konjunktur als auch auf die noch
von der vorherigen Bundesregierung beschlossenen Maßnahmen des
Nationalen Beschäftigungsplanes zurückzuführen.

Zur gegenwärtigen Diskussion um die Zuwanderung ausländischer
Arbeitskräfte meinte der BAK-Präsident, dass man damit nur "die
Probleme, die sich aus der Osterweiterung der EU ergeben werden,
zukleistert". Die dringend notwendigen Fachkräfte für
Informationstechnologien gebe es auch in den Beitrittsländern nicht.

In Wirklichkeit ist eine Politik notwendig, welche das Niveau in
Österreich anhebt. Wenn man will, dass die Menschen länger in
Beschäftigung sind, muss man auch die Voraussetzungen schaffen, dass
sie nicht frühzeitig ausgebrannt, ausgemergelt oder gar invalid sind.
Leider gibt es schwere Versäumnisse und sogar Rückschritte in der
Gesundheitspolitik.

Auch sind Schulungsmöglichkeiten notwendig, um sie beruflich auf
dem Laufenden zu halten. Diese müssen sowohl finanziell erschwinglich
als auch zeitlich auf die Möglichkeiten der Beschäftigten abgestimmt
sein. Tumpel forderte dazu die Einführung eines Bildungsurlaubes.
Zudem müssen die Betriebe endlich zur Einsicht gebracht werden, die
Erfahrungen und Fähigkeiten der älteren Arbeitnehmer als wertvolles
Kapital zu betrachten und sie nicht wie bisher unter fadenscheinigen
Vorwänden zu kündigen.

Ein weiterer Aspekt ist die Vereinbarkeit von Familie und Beruf.
Dazu bedarf es sowohl Mitsprachemöglichkeiten bei der Festsetzung der
jeweiligen Arbeitszeit als auch zeitlich flexible
Kinderbetreuungseinrichtungen. Und gehörige Anstrengungen sind noch
in der beruflichen Erstausbildung nötig. Es mangelt vor allem in den
zukunftsträchtigen neuen Technologien an Lehrplätzen, auch die
Fachhochschulen sind hoffnungslos überrannt.

Abschließend erneuerte Tumpel die Forderung nach
Vollbeschäftigung. Diese müsse aber eine mit beruflichen Chancen
sowie mit entsprechenden Einkommen sein. Keineswegs dürfe es sich um
atypische Beschäftigungsverhältnisse handeln, von denen man nicht
leben kann.

Rückfragehinweis: Arbeiterkammer Oberösterreich

Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: (0732) 6906-2182
presse@ak-ooe.at
http://www.arbeiterkammer.com

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