BAK-Präsident Tumpel kritisiert Versagen der Regierung: Umverteilungspolitik macht wertvolle Chancen zunichte!

Linz (AKO) "Das Ziel des Nulldefizites wird nur als Vorwand genommen, um eine massive Umverteilungspolitik in diesem Land durchzuziehen", erklärte Dienstag der Präsident der Bundesarbeitskammer (BAK), Mag. Herbert Tumpel, in seinem Referat vor der Vollversammlung der AK Oberösterreich.

"Experten bestätigen", so Tumpel weiter, "dass sämtliche bisherigen Maßnahmen ein geringeres Wirtschaftswachstum und sinkende Beschäftigungschancen zur Folge hatten." So wurden beispielsweise wichtige Investitionen in die Infrastruktur nicht durchgeführt
oder auf die lange Bank geschoben.

Die derzeitige günstige Entwicklung auf dem heimischen Arbeitsmarkt ist - und das hat sogar Minister Bartenstein zugegeben -nicht das Verdienst der derzeitigen Regierung. Sie ist vielmehr sowohl auf die europaweit günstige Konjunktur als auch auf die noch von der vorherigen Bundesregierung beschlossenen Maßnahmen des Nationalen Beschäftigungsplanes zurückzuführen.

Zur gegenwärtigen Diskussion um die Zuwanderung ausländischer Arbeitskräfte meinte der BAK-Präsident, dass man damit nur "die Probleme, die sich aus der Osterweiterung der EU ergeben werden, zukleistert". Die dringend notwendigen Fachkräfte für Informationstechnologien gebe es auch in den Beitrittsländern nicht.

In Wirklichkeit ist eine Politik notwendig, welche das Niveau in Österreich anhebt. Wenn man will, dass die Menschen länger in Beschäftigung sind, muss man auch die Voraussetzungen schaffen, dass sie nicht frühzeitig ausgebrannt, ausgemergelt oder gar invalid sind. Leider gibt es schwere Versäumnisse und sogar Rückschritte in der Gesundheitspolitik.

Auch sind Schulungsmöglichkeiten notwendig, um sie beruflich auf dem Laufenden zu halten. Diese müssen sowohl finanziell erschwinglich als auch zeitlich auf die Möglichkeiten der Beschäftigten abgestimmt sein. Tumpel forderte dazu die Einführung eines Bildungsurlaubes. Zudem müssen die Betriebe endlich zur Einsicht gebracht werden, die Erfahrungen und Fähigkeiten der älteren Arbeitnehmer als wertvolles Kapital zu betrachten und sie nicht wie bisher unter fadenscheinigen Vorwänden zu kündigen.

Ein weiterer Aspekt ist die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Dazu bedarf es sowohl Mitsprachemöglichkeiten bei der Festsetzung der jeweiligen Arbeitszeit als auch zeitlich flexible Kinderbetreuungseinrichtungen. Und gehörige Anstrengungen sind noch in der beruflichen Erstausbildung nötig. Es mangelt vor allem in den zukunftsträchtigen neuen Technologien an Lehrplätzen, auch die Fachhochschulen sind hoffnungslos überrannt.

Abschließend erneuerte Tumpel die Forderung nach Vollbeschäftigung. Diese müsse aber eine mit beruflichen Chancen sowie mit entsprechenden Einkommen sein. Keineswegs dürfe es sich um atypische Beschäftigungsverhältnisse handeln, von denen man nicht leben kann.

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