- 26.04.2001, 13:17:00
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NÖ Wirtschafts- und Kulturdelegation im Iran
Sobotka: Brückenkopf für einen Markt von 300 Millionen Menschen
St.Pölten (NLK) - In St. Pölten präsentierten heute Landesrat Mag.
Wolfgang Sobotka und Ing. Leo Maderthaner, Vorsitzender der
österreich-iranischen Gesellschaft, die Ergebnisse der Reise einer NÖ
Wirtschaftsdelegation und des Waidhofner Kammerorchesters von 14. bis
21. April in den Iran. Der Iran ist nach Saudiarabien der zweitgrößte
Erdölproduzent, 40 Prozent dieser Einnahmen gehen in
Neuinvestitionen.
Der Iran mit 25 Prozent der Bevölkerung unter 20 Jahren stehe auf
der Schwelle zu einer modern strukturierten und an westlichen
Standards orientierten Industrienation, betonte Sobotka. Er sei
überzeugt, dass es heimischen Unternehmen dank der guten
wirtschaftlichen und kulturellen Beziehungen, mit denen sich
Österreich ein gutes Image im Iran geschaffen habe, mit zwar
langsamen, aber umso nachhaltigeren Schritten gelingen werde, einen
Brückenkopf für einen Markt von 300 Millionen Menschen zu errichten.
Gespräche führte Sobotka mit dem Vizeminister für Wasser, Abwasser
und Industrie, dem Kulturminister, dem Gouverneur der Nationalbank,
Vertretern der iranischen Sozialversicherung, der Wirtschaftskammer
und der Teheraner Stadtverwaltung. Zentrales Thema in Bezug auf die
12 Millionen Einwohner-Stadt war das Müll-Management der täglich
anfallenden 6.500 Tonnen Abfall, Konzepte für Logistik und die
Errichtung einer Müllverbrennungsanlage.
Als größten konkreten Erfolg bezeichnete Sobotka die Kooperation
der Flughäfen Wien/Schwechat und Mashhad, die knapp vor der
Unterzeichnung eines joint ventures mit einer österreichischen
Mehrheitsbeteiligung von 65 Prozent steht. Das Projekt für den 12
Millionen Passagier-Flughafen im Wert von über einer Milliarde
Schilling soll bis Juni in Angriff genommen werden.
Die beiden Auftritte des von ihm dirigierten Waidhofner
Kammerorchesters während des Trauermonats, der erste Besuch eines
westeuropäischen Orchesters seit 1979, sei mehr gewesen als eine
bloße Konzertreise, so Sobotka weiter. Der programmatische Inhalt,
der zudem gezeigt habe, dass die jahrtausendealte iranische
Kulturtradition auch Impulse für die zeitgenössische Musik bringen
könne, sei vielmehr als wesentlicher politischer Beitrag zu einer
sanften Öffnung im Dialog der Zivilisationen zu verstehen.
Maderthaner bezifferte den Gesamtwert der in Diskussion
befindlichen Aufträge mit geschätzten fünf bis zehn Milliarden
Schilling, noch heuer sollen die ersten konkreten Projekte in Angriff
genommen werden. "Letters of intent" seien bereits hinsichtlich eines
multifunktionalen Tourismusprojektes auf der als Zollfreizone
angelegten Insel Qeshm und eines Freizeitparks für die Mekka
vergleichbare "heilige Stadt" Mashhad unterzeichnet, auch ein
Telemedizinprojekt zur Vernetzung mehrerer Krankenhäuser stehe kurz
vor der Auftragserteilung. Der Neubau des größten Spitals in Mashhad
mit rund 1.000 Betten inklusive eigener Müllverbrennungsanlage und
ein Hotel mit Konferenzzentrum und Tourismusschule waren ebenso
Verhandlungsgegenstand wie eine Fabrik zur Erzeugung von
Wasserleitungsrohren, so Maderthaner.
Rückfragehinweis: Niederösterreichische Landesregierung
Pressestelle
Tel.: 02742/9005/12175
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