VHS-Hietzing: Erste Ergebnisse der Historikerkommission

Wien, (OTS) Am Samstag präsentieren um 14 Uhr in der Volkshochschule Hietzing (13, Hofwiesengasse 48) zwei Historikerinnen Teilergebnisse der Österreichischen Historikerkommission. Eva Blimlinger, die Forschungskoordinatorin der Historikerkommission der Republik Österreich, bietet einige Einblicke in die Forschungsvorhaben.

Die Historikerkommission hat den Auftrag, den gesamten Komplex "Vermögensentzug auf dem Gebiet der Republik Österreich während der NS-Zeit sowie Rückstellungen bzw. Entschädigungen (sowie wirtschaftliche und soziale Leistungen) der Republik Österreich ab 1945" zu erforschen und darüber zu berichten. Derzeit arbeiten über 100 Wissenschafterinnen und Wissenschafter im In- und Ausland im Auftrag der Historikerkommission. Die ersten Zwischenberichte zu Zwangsarbeit und der "Arisierung" von Wohnungen in Wien sind bereits veröffentlicht. Bis 2002 wird der Endbericht der Historikerkommission vorliegen

"Arisierungen" von Wohnungen in Wien

Die Historikerin Susanne Kowarc, die am Zwischenbericht der Historikerkommission "Arisierung" und Rückstellung von Wohnungen in Wien mitgearbeitet hat, wird an ausgewählten Beispielen die Vorgänge des Wohnungsraubes darstellen. Am 13. März 1938 lebten in Wien ca. 190.300 Jüdinnen und Juden (nach Nürnberger Rassegesetz) in rund 63.000 Wohnungen. 60.000 dieser Wohnungen waren Mietwohnungen, zu denen auch rund 2.000 Gemeindewohnungen zählten. 3..000 waren "Hausherrenwohnungen" in Miethäusern oder Wohnungen in Eigenheimen. Bereits in den ersten Tagen nach dem "Anschluss" wurden jüdische Mieter und Mieterinnen aus ihren Wohnungen vertrieben, ihr Hausrat von den "Ariseuren" geraubt. Die "wilden Arisierungen" von Wohnungen begannen als spontane Aktionen. Alle Berichte Betroffener erzählen von den Plünderungen und dem gewaltsamen Eindringen zum Großteil bewaffneter NS-Parteigenossen, aber auch benachbarter Hausparteien. Der gesetzliche Mieterschutz war zu diesem Zeitpunkt für jüdische Mieter und Mieterinnen aber nach wie vor gültig.

Informationen unter Tel.: 804 55 24. (Schluss) vhs

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