ORF informiert ausführlich über seine Finanzierung Neue Broschüre erschienen: "Der ORF im Wettbewerb - Daten, Fakten und Zusammenhänge zur Finanzierung des ORF"

Wien (OTS) - "Der ORF im Wettbewerb - Daten, Fakten und Zusammenhänge zur Finanzierung des ORF" ist der Titel des nunmehr zweiten "Finanzierungsbuchs", das der ORF soeben herausgegeben hat. Auf 70 Seiten wird ein Überblick über die gegenwärtige Finanzierungsstruktur des ORF und die Rahmenbedingungen der künftigen Finanzierbarkeit des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Österreich gegeben. Wie notwendig eine solche Information ist, zeigt das Ergebnis einer "ORF-Imagestudie" von Fessel-GfK: 58 Prozent der Befragten gaben an, nichts von der dualen Finanzierung des ORF (Gebühren und Werbung) zu wissen, nur 39 Prozent zeigten sich informiert.

In der öffentlichen Diskussion um Aufgaben und Funktion des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Österreich werden diese Rahmenbedingungen meist verkürzt dargestellt oder nicht im Gesamtzusammenhang mit der besonderen Finanzierungsstruktur des ORF aus Programmentgelten und Werbeerlösen gesehen.

TV-Werbung im Vergleich: im ORF 2,9 Prozent der Sendezeit, im EU-Durchschnitt 12,05 Prozent

Auch in der jüngsten politischen Diskussion rund um das Rundfunkgesetz und den ORF gab es zahlreiche Unschärfen und Missverständnisse. Ein Beispiel dafür ist die Behauptung, dass der Werbeanteil in den ORF-TV-Programmen im Europa-Vergleich sehr hoch sei. Tatsächlich beträgt im ORF der Anteil der TV-Werbung an der Sendezeit 2,9 Prozent. In den öffentlich-rechtlichen Programmen der Schweiz sind es acht Prozent, in Belgien 10 bis 15 Prozent, in Frankreich und Irland 10 Prozent, in den Niederlanden, Dänemark, Spanien oder Portugal 15 Prozent. Im EU-Durchschnitt sind es 12,05 Prozent, das ist vier Mal so viel wie im ORF.

Mit Fakten gegen Missverständnisse und Vorurteile

Die Broschüre "Der ORF im Wettbewerb - Daten, Fakten und Zusammenhänge zur Finanzierung des ORF" will sich mit den am häufigsten geäußerten Vorurteilen und Missverständnissen auseinandersetzen und zur Aufklärung beitragen. Insbesondere werden folgende Fakten erläutert:

ORF braucht Gebühren und Werbeeinnahmen - ORF finanziert mit Werbung öffentlich-rechtliche Kernprogramme

Während der ORF seinen umfangreichen gesetzlichen Auftrag nur zu 44 Prozent aus Programmentgelten decken kann, finanzieren sich andere öffentlich-rechtliche Unternehmen wie ARD, ZDF oder die BBC zu 80 bis 90 Prozent aus Programmentgelten. Der ORF muss daher 56 Prozent seiner Mittel auf dem freien Markt verdienen. Werbe- und andere kommerzielle Erlöse dienen der Quersubventionierung öffentlich-rechtlicher Programme.
Dem ORF stehen im Jahr 2001 rund 4,9 Milliarden Schilling aus Programmentgelten zur Verfügung. Dieser Summe steht ein Budgetbedarf von 11,1 Milliarden Schilling zur Erfüllung der Aufgaben des ORF gegenüber, davon rund 7,9 Milliarden Schilling für die Finanzierung "öffentlich-rechtlicher Kernprogramme". Die Differenz von rund 3 Milliarden Schilling muss also für das öffentlich-rechtliche Kernprogramm über Werbeerlöse aufgebracht werden. Aus klassischer Werbung nimmt der ORF rund 5 Milliarden Schilling ein. Auf mehr als die Hälfte dieser Summe wäre der ORF also selbst dann angewiesen, wenn er nur den "öffentlich-rechtlichen Kernauftrag" zu leisten hätte. Abgesehen davon würde der Verzicht auf Unterhaltungsprogramme dazu führen, dass der ORF seine Seher bzw. Hörer und damit gleichzeitig seine Gebührenlegitimation verliert. (Broschüre S. 30f und S. 38f)

Konsequenter Sparkurs des ORF

Der ORF verfolgt einen konsequenten Sparkurs, unterliegt aber einem unausweichlichen Kostendruck. So kam es in den vergangenen Jahren etwa bei den Film- und Sportrechten, aber auch bei Kulturprogrammen zu einer Kostenexplosion. Derartige Kostensteigerungen kann der ORF nicht ohne weiteres durch Umsatzzuwächse ausgleichen, da er weder Programmentgelte noch Werbeerlöse aus Eigenem wesentlich steigern kann. Deshalb kann der ORF nicht auf die Einnahmen durch Programmentgelte und Werbung verzichten.
Dieser vom ORF nicht beeinflussbare Kostendruck erforderte schon in den vergangenen Jahren zahlreiche Sparmaßnahmen (Senkung des Personalstands, Neuordnung des Pensionssystems, Rationalisierungen etc.).
Der ORF betreibt, gemäß seinem gesetzlichen Auftrag, mit 2.641 Angestellten zwei TV- und zwölf Radioprogramme, neun Landesstudios, den Internet-Channel ORF ON, ist an 3sat und TW 1 beteiligt und kooperiert u. a. mit ARTE, dem ZDF-Theaterkanal und BR-alpha. Der ORF produziert mit absolut und relativ weniger Einnahmen aus Programmentgelten mehr Programm als viele vergleichbare Rundfunkunternehmen. So produziert etwa die ARD mit acht Mal so vielen Mitarbeitern und sieben Mal so viel Umsatz wie der ORF nur einen sechs Mal höheren Output an Radioprogramm und einen vier Mal höheren Output an TV-Programm. Der ORF ist also ein im internationalen Vergleich sehr leistungsfähiges und effizientes Unternehmen. (Broschüre S. 19f und S.23f)

ORF 1 unterscheidet sich wesentlich von Kommerz-TV

ORF 1 ist nicht wie ein kommerzielles TV-Programm ausgerichtet. Eigenproduziertes Kinderprogramm, Kultur (z. B. "ZiB-Kultur", Kunst-Stücke"), österreichische Film- und Serien-Eigenproduktionen, Information, aufwendige Sportprogramme (z. B. Olympische Spiele, Ski-WMs und -Weltcup, Fußball, etc.) sind nur zum Teil über den Markt zu finanzieren. So kostete etwa die Übertragung der Alpinen Ski-WM 2001 in St. Anton rund 130 Mio. Schilling, denen Erträge von rund 24,5 Mio. Schilling gegenüberstehen. Derartige Programme sind aus Sicht kommerzieller Veranstalter unwirtschaftlich, für den ORF aber Teil seines Programmauftrags. ORF 1 wäre daher als kommerzielles Programm in dieser Art gar nicht zu führen. (Broschüre S. 21f)

Publikumsorientierung des ORF existenziell unerlässlich

Publikumsorientierung ist für den ORF unerlässlich: Zum ersten, um die Gebührenlegitimation nicht zu verlieren; zum zweiten, um die zur Quersubventionierung seiner öffentlich-rechtlichen Kernprogramme nötigen Werbeerlöse erwirtschaften zu können, und zum dritten, um sich Programminitiativen wie etwa Theater und Oper im Hauptabend überhaupt leisten zu können.
Basis für die existenziell nötigen Werbeerträge ist ein Angebot an massenattraktiven Programmen, weil nur diese als Umfeld für lukrative Werbeschaltungen in Frage kommen. Zudem bezahlt die Werbewirtschaft primär für die erzielten Kontakte, also die Anzahl der Personen, die mit den im Sendungsumfeld ausgestrahlten Werbespots erreicht werden. Im Fernsehen bedeutet etwa allein im Hauptabend von 20.15 bis 22.00 Uhr ein durchschnittlicher Reichweitenverlust von einem einzigen Prozentpunkt in der werberelevanten Zielgruppe der 12- bis 49-Jährigen einen jährlichen Einnahmeverlust von rund 220 Millionen Schilling (bei konstanten Preisen). Massenattraktives Programm ist also - abgesehen von seiner Legitimationsfunktion für die Programmentgelte - auch für die Finanzierung von Informations-, Bildungs- und Kultursendungen unverzichtbar. (Broschüre S. 39)

ORF-Broschüre informiert umfassend über alle Zusammenhänge

Die ORF-Broschüre "Der ORF im Wettbewerb - Daten, Fakten und Zusammenhänge zur Finanzierung des ORF" informiert weiters über die Kosten des öffentlich-rechtlichen Auftrags (Versorgungs-, Föderalismus-, Programmauftrag), die duale Finanzierungsstruktur des ORF und beschäftigt sich mit der künftigen Finanzierbarkeit des ORF. Zudem enthält die Broschüre die Ergebnisse einer ORF-Imagestudie, die diesem hervorragende Werte bei den Österreicherinnen und Österreichern bescheinigt, ein Benchmarking ORF-WDR-MDR und die Daten der Marktanteilsentwicklungen von ORF-Fernsehen und -Radio sowie die Reichweitenentwicklung von ORF ON. Die Broschüre "Der ORF im Wettbewerb - Daten, Fakten und Zusammenhänge zur Finanzierung des ORF" ist im Internet unter "http://kundendienst.orf.at" abrufbar.

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