• 25.04.2001, 12:49:56
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  • OTS0173 OTW0133

ORF informiert ausführlich über seine Finanzierung Neue Broschüre erschienen: "Der ORF im Wettbewerb - Daten, Fakten und Zusammenhänge zur Finanzierung des ORF"

Wien (OTS) - "Der ORF im Wettbewerb - Daten, Fakten und
Zusammenhänge zur Finanzierung des ORF" ist der Titel des nunmehr
zweiten "Finanzierungsbuchs", das der ORF soeben herausgegeben hat.
Auf 70 Seiten wird ein Überblick über die gegenwärtige
Finanzierungsstruktur des ORF und die Rahmenbedingungen der
künftigen Finanzierbarkeit des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in
Österreich gegeben. Wie notwendig eine solche Information ist, zeigt
das Ergebnis einer "ORF-Imagestudie" von Fessel-GfK: 58 Prozent der
Befragten gaben an, nichts von der dualen Finanzierung des ORF
(Gebühren und Werbung) zu wissen, nur 39 Prozent zeigten sich
informiert.

In der öffentlichen Diskussion um Aufgaben und Funktion des
öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Österreich werden diese
Rahmenbedingungen meist verkürzt dargestellt oder nicht im
Gesamtzusammenhang mit der besonderen Finanzierungsstruktur des ORF
aus Programmentgelten und Werbeerlösen gesehen.

TV-Werbung im Vergleich: im ORF 2,9 Prozent der Sendezeit, im
EU-Durchschnitt 12,05 Prozent

Auch in der jüngsten politischen Diskussion rund um das
Rundfunkgesetz und den ORF gab es zahlreiche Unschärfen und
Missverständnisse. Ein Beispiel dafür ist die Behauptung, dass der
Werbeanteil in den ORF-TV-Programmen im Europa-Vergleich sehr hoch
sei. Tatsächlich beträgt im ORF der Anteil der TV-Werbung an der
Sendezeit 2,9 Prozent. In den öffentlich-rechtlichen Programmen der
Schweiz sind es acht Prozent, in Belgien 10 bis 15 Prozent, in
Frankreich und Irland 10 Prozent, in den Niederlanden, Dänemark,
Spanien oder Portugal 15 Prozent. Im EU-Durchschnitt sind es 12,05
Prozent, das ist vier Mal so viel wie im ORF.

Mit Fakten gegen Missverständnisse und Vorurteile

Die Broschüre "Der ORF im Wettbewerb - Daten, Fakten und
Zusammenhänge zur Finanzierung des ORF" will sich mit den am
häufigsten geäußerten Vorurteilen und Missverständnissen
auseinandersetzen und zur Aufklärung beitragen. Insbesondere werden
folgende Fakten erläutert:

ORF braucht Gebühren und Werbeeinnahmen - ORF finanziert mit Werbung
öffentlich-rechtliche Kernprogramme

Während der ORF seinen umfangreichen gesetzlichen Auftrag nur zu 44
Prozent aus Programmentgelten decken kann, finanzieren sich andere
öffentlich-rechtliche Unternehmen wie ARD, ZDF oder die BBC zu 80
bis 90 Prozent aus Programmentgelten. Der ORF muss daher 56 Prozent
seiner Mittel auf dem freien Markt verdienen. Werbe- und andere
kommerzielle Erlöse dienen der Quersubventionierung
öffentlich-rechtlicher Programme.
Dem ORF stehen im Jahr 2001 rund 4,9 Milliarden Schilling aus
Programmentgelten zur Verfügung. Dieser Summe steht ein Budgetbedarf
von 11,1 Milliarden Schilling zur Erfüllung der Aufgaben des ORF
gegenüber, davon rund 7,9 Milliarden Schilling für die Finanzierung
"öffentlich-rechtlicher Kernprogramme". Die Differenz von rund 3
Milliarden Schilling muss also für das öffentlich-rechtliche
Kernprogramm über Werbeerlöse aufgebracht werden. Aus klassischer
Werbung nimmt der ORF rund 5 Milliarden Schilling ein. Auf mehr als
die Hälfte dieser Summe wäre der ORF also selbst dann angewiesen,
wenn er nur den "öffentlich-rechtlichen Kernauftrag" zu leisten
hätte. Abgesehen davon würde der Verzicht auf Unterhaltungsprogramme
dazu führen, dass der ORF seine Seher bzw. Hörer und damit
gleichzeitig seine Gebührenlegitimation verliert. (Broschüre S. 30f
und S. 38f)

Konsequenter Sparkurs des ORF

Der ORF verfolgt einen konsequenten Sparkurs, unterliegt aber einem
unausweichlichen Kostendruck. So kam es in den vergangenen Jahren
etwa bei den Film- und Sportrechten, aber auch bei Kulturprogrammen
zu einer Kostenexplosion. Derartige Kostensteigerungen kann der ORF
nicht ohne weiteres durch Umsatzzuwächse ausgleichen, da er weder
Programmentgelte noch Werbeerlöse aus Eigenem wesentlich steigern
kann. Deshalb kann der ORF nicht auf die Einnahmen durch
Programmentgelte und Werbung verzichten.
Dieser vom ORF nicht beeinflussbare Kostendruck erforderte schon in
den vergangenen Jahren zahlreiche Sparmaßnahmen (Senkung des
Personalstands, Neuordnung des Pensionssystems, Rationalisierungen
etc.).
Der ORF betreibt, gemäß seinem gesetzlichen Auftrag, mit 2.641
Angestellten zwei TV- und zwölf Radioprogramme, neun Landesstudios,
den Internet-Channel ORF ON, ist an 3sat und TW 1 beteiligt und
kooperiert u. a. mit ARTE, dem ZDF-Theaterkanal und BR-alpha. Der
ORF produziert mit absolut und relativ weniger Einnahmen aus
Programmentgelten mehr Programm als viele vergleichbare
Rundfunkunternehmen. So produziert etwa die ARD mit acht Mal so
vielen Mitarbeitern und sieben Mal so viel Umsatz wie der ORF nur
einen sechs Mal höheren Output an Radioprogramm und einen vier Mal
höheren Output an TV-Programm. Der ORF ist also ein im
internationalen Vergleich sehr leistungsfähiges und effizientes
Unternehmen. (Broschüre S. 19f und S.23f)

ORF 1 unterscheidet sich wesentlich von Kommerz-TV

ORF 1 ist nicht wie ein kommerzielles TV-Programm ausgerichtet.
Eigenproduziertes Kinderprogramm, Kultur (z. B. "ZiB-Kultur",
Kunst-Stücke"), österreichische Film- und Serien-Eigenproduktionen,
Information, aufwendige Sportprogramme (z. B. Olympische Spiele,
Ski-WMs und -Weltcup, Fußball, etc.) sind nur zum Teil über den
Markt zu finanzieren. So kostete etwa die Übertragung der Alpinen
Ski-WM 2001 in St. Anton rund 130 Mio. Schilling, denen Erträge von
rund 24,5 Mio. Schilling gegenüberstehen. Derartige Programme sind
aus Sicht kommerzieller Veranstalter unwirtschaftlich, für den ORF
aber Teil seines Programmauftrags. ORF 1 wäre daher als
kommerzielles Programm in dieser Art gar nicht zu führen. (Broschüre
S. 21f)

Publikumsorientierung des ORF existenziell unerlässlich

Publikumsorientierung ist für den ORF unerlässlich: Zum ersten, um
die Gebührenlegitimation nicht zu verlieren; zum zweiten, um die zur
Quersubventionierung seiner öffentlich-rechtlichen Kernprogramme
nötigen Werbeerlöse erwirtschaften zu können, und zum dritten, um
sich Programminitiativen wie etwa Theater und Oper im Hauptabend
überhaupt leisten zu können.
Basis für die existenziell nötigen Werbeerträge ist ein Angebot an
massenattraktiven Programmen, weil nur diese als Umfeld für
lukrative Werbeschaltungen in Frage kommen. Zudem bezahlt die
Werbewirtschaft primär für die erzielten Kontakte, also die Anzahl
der Personen, die mit den im Sendungsumfeld ausgestrahlten
Werbespots erreicht werden. Im Fernsehen bedeutet etwa allein im
Hauptabend von 20.15 bis 22.00 Uhr ein durchschnittlicher
Reichweitenverlust von einem einzigen Prozentpunkt in der
werberelevanten Zielgruppe der 12- bis 49-Jährigen einen jährlichen
Einnahmeverlust von rund 220 Millionen Schilling (bei konstanten
Preisen). Massenattraktives Programm ist also - abgesehen von seiner
Legitimationsfunktion für die Programmentgelte - auch für die
Finanzierung von Informations-, Bildungs- und Kultursendungen
unverzichtbar. (Broschüre S. 39)

ORF-Broschüre informiert umfassend über alle Zusammenhänge

Die ORF-Broschüre "Der ORF im Wettbewerb - Daten, Fakten und
Zusammenhänge zur Finanzierung des ORF" informiert weiters über die
Kosten des öffentlich-rechtlichen Auftrags (Versorgungs-,
Föderalismus-, Programmauftrag), die duale Finanzierungsstruktur des
ORF und beschäftigt sich mit der künftigen Finanzierbarkeit des ORF.
Zudem enthält die Broschüre die Ergebnisse einer ORF-Imagestudie,
die diesem hervorragende Werte bei den Österreicherinnen und
Österreichern bescheinigt, ein Benchmarking ORF-WDR-MDR und die
Daten der Marktanteilsentwicklungen von ORF-Fernsehen und -Radio
sowie die Reichweitenentwicklung von ORF ON. Die Broschüre "Der ORF
im Wettbewerb - Daten, Fakten und Zusammenhänge zur Finanzierung des
ORF" ist im Internet unter "http://kundendienst.orf.at" abrufbar.

Rückfragehinweis: ORF Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation

Tel.: (01) 87 878 - 12812

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