• 20.04.2001, 15:28:53
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  • OTS0192 OTW0138

"Kleine Zeitung" Kommentar:"Doppelbödig" (von Ulrich Stocker)

Ausgabe vom 21.04.2001

Graz (OTS) - Die Behauptung, personelle Entscheidungen seien in
der Politik "Signale", stimmt im Kern. Die Sicht eines Menschen ist
durch seinen Lebensweg und sein soziales Umfeld mitgeprägt,
Erfahrungen und Einstellungen fließen in die Amtsführung ein.

"Signale" sind ihrer Natur nach mehrdeutig. Vor allem die gemeinte
Botschaft, die offizielle Kennmelodie sozusagen, und viefältige
Untertöne sind zu unterscheiden.

Der Oberton bei der Wiener Regierungsbildung überrascht nicht:
Wahlsieger sind stark. Michael Häupl brachte sein Team ohne Mühe
durch die SP-Gremien, hielt den inszenierten Fototermin pünktlich ein
und konnte den unbequemen Stadtschulratschef Scholz ebenso wie
SP-Klubobmann Hatzl wegloben.

Die Nebentöne zeigen eine zweite Ebene: Den Stadtsenat ergänzt
Häupl mit Beamten und hauptberuflichen Funktionären; anderen
erscheint das politische Geschäft kaum noch erstrebenswert. Die neue
Schulpräsidentin kommt aus der Bürokratie und ist BSA-Funktionärin.
Überlegungen des Vorgängers, dass man unfähige Lehrer kündigen
müsste, sind kaum zu erwarten.

Erneuerung aus der Beamtenschaft? Doppelbödig ist das Wiener
Gegenmodell jedenfalls. ****

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