"Kleine Zeitung" Kommentar:"Doppelbödig" (von Ulrich Stocker)

Ausgabe vom 21.04.2001

Graz (OTS) - Die Behauptung, personelle Entscheidungen seien in
der Politik "Signale", stimmt im Kern. Die Sicht eines Menschen ist durch seinen Lebensweg und sein soziales Umfeld mitgeprägt, Erfahrungen und Einstellungen fließen in die Amtsführung ein.

"Signale" sind ihrer Natur nach mehrdeutig. Vor allem die gemeinte Botschaft, die offizielle Kennmelodie sozusagen, und viefältige Untertöne sind zu unterscheiden.

Der Oberton bei der Wiener Regierungsbildung überrascht nicht:
Wahlsieger sind stark. Michael Häupl brachte sein Team ohne Mühe durch die SP-Gremien, hielt den inszenierten Fototermin pünktlich ein und konnte den unbequemen Stadtschulratschef Scholz ebenso wie SP-Klubobmann Hatzl wegloben.

Die Nebentöne zeigen eine zweite Ebene: Den Stadtsenat ergänzt Häupl mit Beamten und hauptberuflichen Funktionären; anderen erscheint das politische Geschäft kaum noch erstrebenswert. Die neue Schulpräsidentin kommt aus der Bürokratie und ist BSA-Funktionärin. Überlegungen des Vorgängers, dass man unfähige Lehrer kündigen müsste, sind kaum zu erwarten.

Erneuerung aus der Beamtenschaft? Doppelbödig ist das Wiener Gegenmodell jedenfalls. ****

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