- 18.04.2001, 17:21:31
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- OTS0222 OTW0158
DER STANDARD-Bericht: "Schweizer Papiertiger pilgert für Telekom nach Rom" - Erscheinungstag 19.4.2001=
Nächste Woche entscheidet sich, ob Heinz Sundt Generaldirektor
der Telekom Austria (TA) bleiben wird. Dann nämlich wird Ernst
Häberli bei Telecom Italia vorstellig, dem einflussreichen
Miteigentümer der TA." - Luise Ungerboeck =
Wien (OTS) - Die gespenstische Ruhe in der Telekom Austria (TA)
nach der Bilanzpräsentation ist offenbar eine trügerische. Denn
kommenden Dienstag bricht der vom Headhunter Egon Zehnder
International ausgesuchte Wunschkandidat der ÖIAG, der Papiermanager
Ernst Häberli nach Rom auf. Er wird dort - übrigens nicht zum ersten
Mal - bei Telecom Italia (TI), dem 29,8-Prozent-Aktionär der TA,
vorsprechen.
Wenn der gebürtige Schweizer, der in Vorarlberg aufgewachsen ist, bei
TI-Boss Roberto Colannino und dessen Noch-Auslandschef Oscar
Cicchetti Gefallen findet, dann dürfte es bis zur offiziellen Ablöse
von Generaldirektor Heinz Sundt nicht mehr lang dauern. Wie aus einem
dem Standard vorliegenden Brief der ÖIAG hervorgeht, beginnt die
"mission critical" in der ewigen Stadt am 24. April um die
Mittagszeit. Dann könnte die folgenschwere Weichenstellung für die TA
erfolgen, wenngleich noch nicht feststeht, ob Häberli, der als harter
Sanierer gilt, ausschließlich als Vorstandsvorsitzender in die TA
kommen würde.
Für Telecom Italia (TI), die Marketing- und Finanzvorstand nominieren
können, sucht jedenfalls der Personalberater Spencer Stuart nicht nur
einen Ersatz für den überraschend zurückgetretenen Marketingvorstand
Heinz Brasic, sondern dem Vernehmen nach auch einen neuen
Finanzvorstand. Wie berichtet, will die ÖIAG seit mehreren Wochen die
Ablöse von Finanzchef Stefano Colombo erwirken - bis dato erfolglos.
Sollte Häberli, der laut Format beim US-Papierserviettenhersteller
Fort James tätig ist, aber auch als Finanzmanager kommen, könnte
Generaldirektor Heinz Sundt in seiner Funktion bleiben. Wie
berichtet, genießt Sundt das Vertrauen von Finanzminister Karl-Heinz
Grasser.
Häberli, dem eine Verbindung zu ÖIAG-Aufsichtsratschef Alfred
Heinzel, einem ehemaligen Papiermanager bei der schwedischen SCA,
nachgesagt wird, habe bei Boston Consulting Karriere gemacht und sei
im Telekomgeschäft nicht so unbeschlagen, wie es auf den ersten Blick
aussehe, heißt es in ÖIAG-Kreisen. SCA hat im Jänner Teile der
Hygienesparte von Fort Georgia-Pacific übernommen, die ihrerseits
Fort James übernommen hatte.
ÖIAG-Vorstand und TA- Aufsichtsratschef Johannes Ditz war für eine
Stellungnahme nicht erreichbar, "terminbedingt", wie es in seinem
Büro hieß.
Rückfragehinweis: Der Standard
Tel.: (01) 531 70/428
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