DER STANDARD-Bericht: "Schweizer Papiertiger pilgert für Telekom nach Rom" - Erscheinungstag 19.4.2001

Wien (OTS) - Nächste Woche entscheidet sich, ob Heinz Sundt Generaldirektor der Telekom Austria (TA) bleiben wird. Dann nämlich wird Ernst Häberli bei Telecom Italia vorstellig, dem einflussreichen Miteigentümer der TA." - Luise Ungerboeck =

Die gespenstische Ruhe in der Telekom Austria (TA)
nach der Bilanzpräsentation ist offenbar eine trügerische. Denn kommenden Dienstag bricht der vom Headhunter Egon Zehnder International ausgesuchte Wunschkandidat der ÖIAG, der Papiermanager Ernst Häberli nach Rom auf. Er wird dort - übrigens nicht zum ersten Mal - bei Telecom Italia (TI), dem 29,8-Prozent-Aktionär der TA, vorsprechen.

Wenn der gebürtige Schweizer, der in Vorarlberg aufgewachsen ist, bei TI-Boss Roberto Colannino und dessen Noch-Auslandschef Oscar Cicchetti Gefallen findet, dann dürfte es bis zur offiziellen Ablöse von Generaldirektor Heinz Sundt nicht mehr lang dauern. Wie aus einem dem Standard vorliegenden Brief der ÖIAG hervorgeht, beginnt die "mission critical" in der ewigen Stadt am 24. April um die Mittagszeit. Dann könnte die folgenschwere Weichenstellung für die TA erfolgen, wenngleich noch nicht feststeht, ob Häberli, der als harter Sanierer gilt, ausschließlich als Vorstandsvorsitzender in die TA kommen würde.

Für Telecom Italia (TI), die Marketing- und Finanzvorstand nominieren können, sucht jedenfalls der Personalberater Spencer Stuart nicht nur einen Ersatz für den überraschend zurückgetretenen Marketingvorstand Heinz Brasic, sondern dem Vernehmen nach auch einen neuen Finanzvorstand. Wie berichtet, will die ÖIAG seit mehreren Wochen die Ablöse von Finanzchef Stefano Colombo erwirken - bis dato erfolglos.

Sollte Häberli, der laut Format beim US-Papierserviettenhersteller Fort James tätig ist, aber auch als Finanzmanager kommen, könnte Generaldirektor Heinz Sundt in seiner Funktion bleiben. Wie berichtet, genießt Sundt das Vertrauen von Finanzminister Karl-Heinz Grasser.

Häberli, dem eine Verbindung zu ÖIAG-Aufsichtsratschef Alfred Heinzel, einem ehemaligen Papiermanager bei der schwedischen SCA, nachgesagt wird, habe bei Boston Consulting Karriere gemacht und sei im Telekomgeschäft nicht so unbeschlagen, wie es auf den ersten Blick aussehe, heißt es in ÖIAG-Kreisen. SCA hat im Jänner Teile der Hygienesparte von Fort Georgia-Pacific übernommen, die ihrerseits Fort James übernommen hatte.

ÖIAG-Vorstand und TA- Aufsichtsratschef Johannes Ditz war für eine Stellungnahme nicht erreichbar, "terminbedingt", wie es in seinem Büro hieß.

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Tel.: (01) 531 70/428

Der Standard

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PST/TA