"Kleine Zeitung" Kommentar: "Zynismus" (von Carina Kerschbaumer)

Ausgabe vom 19.04.2001

Graz (OTS) - Haarsträubender Zynismus? Megaflop der FP/VP-Regierung? Schwer finanzierbares Budgetgeschenk? Das Kinderbetreuungsgeld ein "Zuckerl", das besser eingesetzt hätte werden können? Nicht nur die Opposition, auch aus den Reihen der ÖVP und der Wirtschaft rollt nun eine neue Protestlawine gegen die Einführung des Kinderbetreuungsgeldes. Und die Regierung selbst wusste 24 Stunden vor Fertigstellung des Begutachtungsentwurfes noch immer nicht, wie künftig die Teilzeitkarenz im Detail geregelt wird. Da hieß es läppisch, es läge nun einmal ein "Vorentwurf zum Begutachtungsentwurf" vor.

Ein Chaos bis zuletzt um Kündigungsschutz und Zuverdienst? Ein Chaos, das zumindest alle Verhandlungen zwischen VP und FP über die Vorentwürfe zum Vorentwurf zum Entwurf begleitet hat. Und damit das Positive dieser Reform völlig in den Schatten stellte. Dass nämlich nun ein Schandfleck der österreichischen Familienpolitik ausradiert wird. Und damit der Fall der Maria A. und mit ihr viele andere Fälle nicht mehr möglich sein werden. Maria A. hat neun Kinder großgezogen - und nie Karenzgeld erhalten.

Ein Zynismus, der wohl ebenfalls haarsträubend ist.

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