Leitl zu EU-Forschungsprogramm: Mehr Chancen für Klein- und Mittelbetriebe

"Fördersatz für KMUs um 10 %-Punkte erhöhen, eigenen Topf für kleinere Projekte" - EU-Forschungskommissar Busquin sagte zu, KMUs stärker einzubeziehen

Wien (PWK242) - Der von der Europäischen Kommission vorgelegte Entwurf zum neuen EU-Forschungsrahmenprogramm 2002-2006 wurde heute, Donnerstag, im Rahmen der Konferenz "Future Perspectives of European Research" des Büros für Internationale Forschungs- und Technologiekooperation (BIT) in der Wirtschaftskammer Österreich diskutiert. WKÖ-Präsident Christoph Leitl begrüßte das neue Rahmenprogramm, das wohl das wesentlichste Instrument zur Verwirklichung des Europäischen Forschungsraums darstelle. Gleichzeitig forderte er aber eine stärkere Rücksichtnahme auf Klein-und Mittelbetriebe und schlug vor, "den Fördersatz für KMUs im Programm um 10 %-Punkte zu erhöhen. Schließlich sind 90 Prozent der Unternehmen in der EU Klein- und Mittelbetriebe, in Österreich liegt die Rate sogar noch höher."

Zur Zeit sei der geplante Fördertopf des EU-Forschungsrahmenprogramms praktisch ausschließlich Großprojekten vorbehalten. "Es soll daher ein Förderbudget auch für kleinere Projekte geben - etwa in der Höhe von 2 Mrd Euro, damit Klein- und Mittelbetriebe leichter an Projekten teilnehmen können", richtete sich Leitl an den anwesenden EU-Forschungskommissar Philippe Busquin. Außerdem sollten die Bemühungen um eine Verwaltungsvereinfachung weiter fortgesetzt und der Fristenlauf verkürzt werden. Als erstrebenswertes Ziel definierte Leitl, dass "120 Tage nach Ausschreibungsende ein Fördervertrag bzw. eine Absage vorliegen müsste."

Forschungskommissar Busquin griff den Vorschlag Präsident Leitls auf und versicherte, Klein- und Mittelbetrieben im Forschungsrahmenprogramm der EU 2002-2006 mehr Platz und Möglichkeiten einzuräumen. "Während beim derzeit laufenden 5. EU-Forschungsrahmenprogramm der Anteil der KMUs bei 10 Prozent liegt, ist im neuen Programm vorgesehen, diesen auf 15 Prozent anzuheben", berichtete Busquin. "Wir versuchen auch die Verwaltung der Forschungsförderung weiter zu optimieren und eine Verkürzung der Fristen zu erreichen."

Generell merkte Busquin in seinem Vortrag an, dass Europa zur Zeit nicht genug Geld für Forschung und Entwicklung ausgebe. Das Budget von 1,9 Prozent sei seit sechs Jahren nicht mehr angehoben worden. "Japan mit 3,1 Prozent und die USA mit 2,6 Prozent liegen hier deutlich vor Europa. Der Gipfel von Stockholm, mit der Unterstützungserklärung durch die Staats- und Regierungschefs habe aber eindeutig bestätigt, dass Forschung und Entwicklung heute zu den Prioritäten im Tätigkeitsprogramm der EU zählen", so der EU-Kommissar.

Monika Forstinger, Bundesministerin für Verkehr, Innovation und Technologie, die ebenfalls an der Veranstaltung teilnahm, betonte die beträchtlichen Herausforderungen, die auf die EU-Mitgliedsstaaten zukommen und bekräftigte das Interesse Österreichs an einer Forschungs-Zusammenarbeit. "Dass Österreich bereits jetzt besondere Stärken vorweisen kann, zeigen die Erfolge auf den Gebieten der Mobilitätsforschung und Verkehrtechnologie, der nachhaltigen Entwicklung sowie bei der Entwicklung von nicht-nuklearen Energien", so Forstinger.

"Das neue Rahmenprogramm muss eine Initiative für den neuen Forschungsraum Europa sein", meinte Elisabeth Gehrer, Bundesministerin für Bildung, Wissenschaft und Kultur. "Um bei den Themen Mobilität, Grundlagenforschung und Chancen für die Beitrittsländer auch in Zukunft gewappnet zu sein, finden zur Zeit regelmäßig Reformdialoge statt, die sich intensiv mit der Thematik der Forschung und Entwicklung auseinandersetzen". Gehrer betonte auch die Bedeutung von Veranstaltungen wie der heutigen. "Das sind Multiplikatoren die wir brauchen um das vorhandene Wissen in eine breite Öffentlichkeit tragen zu können." (Ne, WG)

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