- 29.03.2001, 13:57:03
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- OTS0233 OTW0167
Leitl zu EU-Forschungsprogramm: Mehr Chancen für Klein- und Mittelbetriebe
"Fördersatz für KMUs um 10 %-Punkte erhöhen, eigenen Topf für kleinere Projekte" - EU-Forschungskommissar Busquin sagte zu, KMUs stärker einzubeziehen
Wien (PWK242) - Der von der Europäischen Kommission vorgelegte
Entwurf zum neuen EU-Forschungsrahmenprogramm 2002-2006 wurde heute,
Donnerstag, im Rahmen der Konferenz "Future Perspectives of European
Research" des Büros für Internationale Forschungs- und
Technologiekooperation (BIT) in der Wirtschaftskammer Österreich
diskutiert. WKÖ-Präsident Christoph Leitl begrüßte das neue
Rahmenprogramm, das wohl das wesentlichste Instrument zur
Verwirklichung des Europäischen Forschungsraums darstelle.
Gleichzeitig forderte er aber eine stärkere Rücksichtnahme auf Klein-
und Mittelbetriebe und schlug vor, "den Fördersatz für KMUs im
Programm um 10 %-Punkte zu erhöhen. Schließlich sind 90 Prozent der
Unternehmen in der EU Klein- und Mittelbetriebe, in Österreich liegt
die Rate sogar noch höher."
Zur Zeit sei der geplante Fördertopf des EU-Forschungsrahmenprogramms
praktisch ausschließlich Großprojekten vorbehalten. "Es soll daher
ein Förderbudget auch für kleinere Projekte geben - etwa in der Höhe
von 2 Mrd Euro, damit Klein- und Mittelbetriebe leichter an Projekten
teilnehmen können", richtete sich Leitl an den anwesenden
EU-Forschungskommissar Philippe Busquin. Außerdem sollten die
Bemühungen um eine Verwaltungsvereinfachung weiter fortgesetzt und
der Fristenlauf verkürzt werden. Als erstrebenswertes Ziel definierte
Leitl, dass "120 Tage nach Ausschreibungsende ein Fördervertrag bzw.
eine Absage vorliegen müsste."
Forschungskommissar Busquin griff den Vorschlag Präsident Leitls auf
und versicherte, Klein- und Mittelbetrieben im
Forschungsrahmenprogramm der EU 2002-2006 mehr Platz und
Möglichkeiten einzuräumen. "Während beim derzeit laufenden 5.
EU-Forschungsrahmenprogramm der Anteil der KMUs bei 10 Prozent liegt,
ist im neuen Programm vorgesehen, diesen auf 15 Prozent anzuheben",
berichtete Busquin. "Wir versuchen auch die Verwaltung der
Forschungsförderung weiter zu optimieren und eine Verkürzung der
Fristen zu erreichen."
Generell merkte Busquin in seinem Vortrag an, dass Europa zur Zeit
nicht genug Geld für Forschung und Entwicklung ausgebe. Das Budget
von 1,9 Prozent sei seit sechs Jahren nicht mehr angehoben worden.
"Japan mit 3,1 Prozent und die USA mit 2,6 Prozent liegen hier
deutlich vor Europa. Der Gipfel von Stockholm, mit der
Unterstützungserklärung durch die Staats- und Regierungschefs habe
aber eindeutig bestätigt, dass Forschung und Entwicklung heute zu den
Prioritäten im Tätigkeitsprogramm der EU zählen", so der
EU-Kommissar.
Monika Forstinger, Bundesministerin für Verkehr, Innovation und
Technologie, die ebenfalls an der Veranstaltung teilnahm, betonte die
beträchtlichen Herausforderungen, die auf die EU-Mitgliedsstaaten
zukommen und bekräftigte das Interesse Österreichs an einer
Forschungs-Zusammenarbeit. "Dass Österreich bereits jetzt besondere
Stärken vorweisen kann, zeigen die Erfolge auf den Gebieten der
Mobilitätsforschung und Verkehrtechnologie, der nachhaltigen
Entwicklung sowie bei der Entwicklung von nicht-nuklearen Energien",
so Forstinger.
"Das neue Rahmenprogramm muss eine Initiative für den neuen
Forschungsraum Europa sein", meinte Elisabeth Gehrer,
Bundesministerin für Bildung, Wissenschaft und Kultur. "Um bei den
Themen Mobilität, Grundlagenforschung und Chancen für die
Beitrittsländer auch in Zukunft gewappnet zu sein, finden zur Zeit
regelmäßig Reformdialoge statt, die sich intensiv mit der Thematik
der Forschung und Entwicklung auseinandersetzen". Gehrer betonte auch
die Bedeutung von Veranstaltungen wie der heutigen. "Das sind
Multiplikatoren die wir brauchen um das vorhandene Wissen in eine
breite Öffentlichkeit tragen zu können." (Ne, WG)
Rückfragehinweis: Wirtschaftskammer Österreich
BIT
Mag. Alexander Kosz
Tel.: 5811616/DW 104
email: [email protected]
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