• 29.03.2001, 12:45:13
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  • OTS0201 OTW0141

Verzetnitsch: Arbeitsunfälle unter 100.000er Grenze drücken

Erstmals ArbeitspsychologInnen im Einsatz

Wien (ÖGB). "Wir wollen die jährlichen Arbeitsunfälle unter die
100.000er Grenze drücken. Nachdem der Stress im Arbeitsleben immer
größer wird, sollen erstmals auch ArbeitspsychologInnen zum Einsatz
kommen", erklärte ÖGB-Präsident Fritz Verzetnitsch auf einer
gemeinsamen Pressekonferenz mit Wirtschaftskammerpräsident Christoph
Leitl, bei der die Sozialpartner das gemeinsame Ergebnis zur Reform
des ArbeitnehmerInnenschutzes präsentierten.++++

Die Einigung im Bereich des ArbeitnehmerInnenschutzes sei vom
gemeinsamen Willen getragen gewesen, mehr Sicherheit am Arbeitsplatz
zu schaffen, die Bürokratie dort, wo sie nicht notwendig ist
zurückzudrängen, sowie bei ArbeitnehmerInnen und Arbeitgebern ein
verstärktes Bewusstsein für ArbeitnehmerInnenschutz zu schaffen,
waren sich Verzetnitsch und Leitl einig. Verzetnitsch: "Von unseren
Vorschlägen sind mehr als die Hälfte aller ArbeitnehmerInnen
betroffen und wir tragen damit zu einer neuen Politikgestaltung in
diesem Land bei."

In Zukunft sollen die Arbeitsinspektoren verstärkt Berater sein,
ohne ihren Kontrollauftrag zu verlieren. Wörtlich heißt es dazu im
Sozialpartnerpapier: "Die Arbeitsinspektion ist und bleibt eine
Behörde mit Beratungs. Service- und Überwachungsauftrag. Die
Arbeitsinspetoren sollen selbst entscheiden, ob sie ihre Kontrollen
ankündigen. Dabei soll auf Erfolg und Zweck der beabsichtigten
Kontrolle sowie auf betriebliche Erfordernisse Bedacht genommen
werden."

Die sogenannten Mindesteinsatzzeiten der ArbeitsmedizinnerInnen und
Sicherheitsfachkräfte werden in Zukunft Präventionszeit genannt.
Dabei gibt es drei Abstufungen. An Arbeitsplätzen mit geringer
Belastung wird die Präventionszeit 1,2 Stunden pro ArbeitnehmerIn und
Jahr betragen - bisher zwischen 1,6 und 1,7 Stunden. Für alle anderen
gelten 1,5 Stund - bisher ebenfalls zwischen 1,6 und 1,7 Stunden. Für
ArbeitnehmerInnen an Nachtarbeitsplätzen gibt es einen Zeitzuschlag
von 0,5 Stunden. Per Verordnung können an besonders gefährdeten
Arbeitsplätzen höhere Präventivzeiten angeordnet werden.

Die Präventionszeit soll auch neu verteilt werden. Neben den
ArbeitsmedizinerInnen und Sicherheitsfachkräften können in Zukunft in
bis zu einem Viertel der Präventionszeit auch ArbeitspsychologInnen
und andere ExpertInnen tätig werden. Verzetnitsch: "Es gibt immer
mehr Belastungen, die nicht sichtbar sind. Der Stress im Arbeitsleben
wird immer größer. Bereits ein Viertel der Neueintritte in die
Berufsunfähigkeitspension sind stressbedingt. Daher ist der Einsatz
von ArbeitspsychologInnen ein wichtiger Beitrag zu mehr Qualität."

Das Ziel sei, so der ÖGB-Präsident, dass es in Zukunft weniger als
100.000 Arbeitsunfälle pro Jahr gebe. Derzeit sind es rund 120.000.
Verzetnitsch: "ZIEL der Gewerkschaften ist es, weniger Arbeitsunfälle
zu haben und nicht mehr Strafzettel durch die Arbeitsinspektoren zu
haben."(ff)

ÖGB, 29. März 2001
Nr. 254

Rückfragehinweis: ÖGB Presse und Öffentlichkeitsarbeit

Annemarie Kramser
Tel. (01) 534 44/222 DW
Fax.: (01) 533 52 93
E-Mail: [email protected]
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