• 22.03.2001, 13:34:28
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  • OTS0192 OTW0149

Verzetnitsch: Lehrlingsausbildung sichert Fachkräftebedarf

Computerführerschein als Pflichtfach

Wien (ÖGB). "Immer mehr Großbetriebe entziehen sich der
Lehrlingsausbildung. Gleichzeitig schreien genau diese Betriebe immer
lauter nach Fachkräften. Es ist endlich an der Zeit den
Lastenausgleiches zwischen ausbildenden und nichtausbildenden
Betrieben bei der Lehrlingsausbildung einzuführen", verlangt
ÖGB-Präsident Fritz Verzetnitsch. Er fordert die Regierung auf, die
langjährige Gewerkschaftsforderung sofort in die Tat umzusetzen.
Außerdem müsse der Computerführerschein als Pflichtfach eingeführt
werden.++++

ÖGB und Gewerkschaftsjugend warnen schon seit Jahren vor einem
FacharbeiterInnenmangel. Jetzt haben wir ihn. Ursache dafür: Immer
weniger größere Betriebe bilden Lehrlinge aus. Die Ausbildung wird
derzeit vor allem von kleineren Betrieben getragen. Verzetnitsch:
"Appelle und freiwillige Vereinbarungen haben nichts gefruchtet.
Jetzt muss die Regierung ihrer politischen Verantwortung nachkommen
und eingreifen. Ein Ausbildungsfonds als Ausgleich zwischen
ausbildenden und nichtausbildenden Betrieben muss geschaffen werden."

Es sei mehr als doppelbödig, dass viele Unternehmer einerseits
immer lauter über den Fachkräftemangel klagen, anderseits immer mehr
Betriebe ihre Ausbildungsstätten schließen oder verkaufen. Jüngstes
Beispiel dafür sei die Telekom. Während der Ruf nach ausländischen
IT-Fachkräften immer lauter wird, reduziert das Schlachtschiff der
österreichischen Kommunikationsbranche die Ausbildungsplätze. Bei der
ÖBB werden die Lehrwerkstätten Graz und Knittelfeld nur nach massiven
Protesten der Eisenbahnergewerkschaft weitergeführt.

Computerführerschein als Pflichtfach

Neuerlich fordert der ÖGB-Präsident die Einführung des
Computerführerscheins als Pflichtfach in allen Berufs- und
Pflichtschulen Österreichs. Einige SchülerInnen - an berufsbildenden
mittleren und höheren Schulen - haben bereits die Möglichkeit, den
Europäischen Computerführerschein abzulegen. Von 168 heimischen
Berufsschulen haben Lehrlinge jedoch nur in 25 Schulen die
Möglichkeit, dieses europaweit anerkannte Zertifikat zu erwerben.
"Der Computerführerschein fristet immer noch das Dasein eines
Insiderwissens. Dieses darf den Heranwachsenden nicht vorenthalten
werden. Wir fordern daher, den Computerführerschein generell in den
Lehrplan aufzunehmen. Die neuen Technologien könnten so für alle
Schüler zugänglich gemacht und der künftige Bedarf an IT-Fachkräften
ausgebildet werden", so Verzetnitsch.(ff)

ÖGB, 22. März 2001
Nr. 231

Rückfragehinweis: ÖGB Presse und Öffentlichkeitsarbeit

Annemarie Kramser
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