- 22.03.2001, 11:23:25
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- OTS0115 OTW0086
AK: ÖBB muss als Unternehmen mit intakten Zukunftschancen erhalten bleiben
Internationale Beispiele zeigen: Zerschlagung der Bahnen ein Flopp
Wien (AK) - "Die ÖBB muss als schlagkräftiges Unternehmen mit
Zukunftschancen erhalten bleiben", reagiert die AK auf die jüngsten
Pläne der Regierung, die ÖBB zu zerschlagen und an Private zu
verkaufen. Auch wenn die Regierung die Argumente für eine
Zerschlagung der ÖBB in Infrastruktur und Absatz ständig wiederholt,
werden sie dadurch nicht richtiger, sagt die AK. Das zeigen auch
internationale Beispiele: Die Effizienz von Bahn-Unternehmen wird
durch eine Aufspaltung nicht höher, die Zuschüsse aus Steuergeldern
steigen dagegen. Eine Aufspaltung der Bahn würde auch in Österreich
zu Lasten der Bahn-Beschäftigten, Steuerzahler und Bahn-Pendler
gehen, warnt die AK. Statt die ÖBB zu zerschlagen, soll die Regierung
endlich eine Lösung für die dringende Frage der Finanzierung der
Infrastruktur suchen, fordert die AK. ****
Die AK lehnt die geplante Aufspaltung der Bahn strikte ab. Statt
einer Zerschlagung der ÖBB soll die Regierung endlich den Ausbau der
Bahn-Infrastruktur in Angriff nehmen, fordert die AK. Dadurch würden
auch die Arbeitsplätze von tausenden Eisenbahnern gesichert.
Internationale Beispiele zeigen: Eine Trennung von Bahn-Unternehmen
in Absatz und Infrastruktur hat in keinem Land die Effizienz erhöht,
dafür sind die notwendigen Zuschüsse aus Steuergeldern gestiegen.
ÖBB im internationalen Spitzenfeld
Bei der gewinnträchtigen Güterbeförderung ist die ÖBB der fünftgrößte
Player in Europa. Auf Österreichs Schienen ist die Dichte des
Güterverkehrs je Kilometer im Spitzenfeld Europas. Trotz des massiven
Lkw-Verkehrs werden in Österreich 35 Prozent der Güter auf der
Schiene transportiert. Zum Vergleich: Der EU-Durchschnitt liegt nur
bei 14 Prozent. Österreich liegt aber nicht nur weit über dem
EU-Durchschnitt, es schneidet auch besser ab als die US-Eisenbahnen,
die international oft als besonders leistungsfähig dargestellt
werden. In den USA, auch dort gibt es keine Trennung in Infrastruktur
und Betrieb, werden 27 Prozent des Güterverkehrs auf der Schiene
abgewickelt.
Britische Bahnen als warnendes Beispiel
Bei den britischen Bahnen erfolgte die Trennung zwischen
Infrastruktur und Absatzbereich bereits vor Jahren. Die Folge:
Großbritannien liegt beim Schienengüterverkehr mit einem
neun-Prozent-Anteil abgeschlagen im europäischen Schlussfeld und das
Bahnsystem in Großbritannien verschlingt jetzt mehr öffentliche
Mittel als vor der Privatisierung. Darüber hinaus zahlen die
Bahnkunden in Großbritannien die höchsten Fahrpreise innerhalb der
EU, Zugverspätungen häufen sich und das Service hat sich
verschlechtert.
Statt die Bahn zu zerschlagen soll die Regierung endlich die
Finanzierung des Aus- und Neubaus sicherstellen und einen Schritt in
Richtung Kostenwahrheit im Straßenverkehr setzen. Es muss zu fairen
Wettbewerbsbedingungen zwischen Straße und Schiene kommen, fordert
die AK. Daher muss die Lkw-Maut - wie geplant - Mitte 2002 eingeführt
werden, verlangt die Ak.
Rückfragehinweis: AK Wien Presse Christian Spitaler
Tel.: (01) 501 65-2152
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