Bures zu Regierungsplan: Nein zur Zerschlagung der ÖBB

Durch Totalverkauf würde Nahverkehr gefährdet - Synergieverluste von 1,5 Milliarden drohen

Wien (SK) Mit strikter Ablehnung reagierte Mittwoch SPÖ-Bundesgeschäftsführerin Doris Bures auf die nun bekannt gewordenen Geheimpläne der Regierung, die ÖBB zu zerschlagen und notfalls auch an private Speditions- oder Transportunternehmen zu verkaufen. Wie in einer "News"-Vorausmeldung zu lesen sei, ist dieser Zerschlagungsplan schon sehr weit gediehen. Eine Zerschlagung wäre betriebswirtschaftlicher Unsinn und würde Synergieverluste für die ÖBB in der Höhe von 1,5 Milliarden Schilling nach sich ziehen. Außerdem sei zu erwarten, dass der Nahverkehr in Österreich dadurch stark ausgedünnt oder empfindlich teurer werde, so Bures. ****

Wenn nun private Konzerne die in drei Teile zerschlagene ÖBB übernehmen, sei damit zu rechnen, dass tausende Kurse der Postbusse aber auch der ÖBB-Nebenbahnen eingestellt werden, weil sie nicht gewinnbringend zu führen seien. Das würde das öffentliche Verkehrsangebot vor allem in ländlichen Gebieten stark einschränken. Es würde zu einer "ausländischen Monopolisierung" des Nahverkehrs kommen. Die Preisgestaltung würde im Ausland gemacht und die Gemeinden würden stark unter Druck geraten. Denn entweder stellen die Kommunen mehr Mittel für den Nahverkehr zur Verfügung oder die Tarife werden empfindlich angehoben.

Bures erinnerte daran, dass man sich in Deutschland bereits zu besinnen beginnt und die Filetierung der Deutschen Bahn in Frage stellt. Es wurde bereits eine Arbeitsgruppe eingerichtet, und es sei anzunehmen, dass die Bereiche der Deutschen Bahn zusammenbleiben. "Die ÖBB soll jetzt angesichts der Liberalisierung der europäischen Verkehrssysteme nicht geschwächt werden", so Bures.

Die SPÖ-Bundesgeschäftsführerin wies darauf hin, dass besonders Pensionisten, Pendler und Schüler im ländlichen Bereich von der Privatisierung der ÖBB betroffen seien. "Diese Gruppen sind auf ein funktionierendes Nahverkehrssystem angewiesen. Bei den zu erwartenden Einstellungen vieler Linien nach einem Verkauf der ÖBB, werden sie auch die Hauptleidtragenden dieser blau-schwarzen Politik sein", schloss Bures. (Schluss) ns

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