Eisenbahner verhindern Schließung von ÖBB-Lehrwerkstätten

GdE-Vorsitzender Haberzettl: Regierung gefährdet Ausbildung der Jugend

Wien (GdE/ÖGB). Die Gewerkschaft der Eisenbahner hat in Gesprächen mit der ÖBB-Führung die Schließung der ÖBB-Lehrwerkstätten in Graz und Knittelfeld für dieses Jahr verhindert, teilte GdE-Vorsitzender Wilhelm Haberzettl am Donnerstag in Wien mit. Dies sei allein der Initiative der Gewerkschaft zu verdanken, da seitens der Regierung keinerlei Initiativen zur Sicherung der bekannt hochqualifizierten Lehrlingsausbildung bei den ÖBB gesetzt würden, sagte Haberzettl.++++

Der Vorsitzende der Eisenbahnergewerkschaft wies darauf hin, dass mit der Verhinderung der Schließung der beiden Lehrwerkstätten und der Fortsetzung des Lehrbetriebs die Weichen für eine längerfristige Lösung in dieser Region gestellt seien, die nun ohne Zeitdruck verhandelt werden könne. "Es gibt vielversprechende Gesprächskontakte mit der Stadt Graz, dem Land Steiermark und der Industrie, so dass wir mit Zuversicht davon ausgehen können, dass bei etwas guten Willen unserer Partner die Lehrlingsausbildung der ÖBB in der Steiermark auch für die Zukunft erhalten bleibt."

Forstinger und Bartenstein "glänzen" durch Desinteresse

Was vom behaupteten Bildungsschwerpunkt der Bundesregierung zu halten sei, werde dadurch deutlich, dass sowohl Verkehrs- und Infrastrukturministerin Forstinger, als auch Wirtschafts- und Arbeitsminister Bartenstein durch ein demonstratives Desinteresse an der Mitfinanzierung der Lehrlingsausbildung bei den ÖBB "glänzen", sagte Haberzettl. So weigere sich Bartenstein seit Monaten, die Aufnahme junger Menschen in eine bestehende Lehrlingsstiftung der ÖBB zu genehmigen. Die Verkehrsministerin stelle durch ihr Verhalten über die konkreten Lehrwerkstätten in der Steiermark hinaus insgesamt die Lehrlingsausbildung bei den ÖBB in Frage. So sei etwa durch ihr politisches Desinteresse die ÖBB-Lehrlingsausbildung mittelfristig in Wien mit jährlich rund 160 Lehrlingen gefährdet, sowie darüber hinaus in ganz Österreich die Ausbildung von weiteren 120 ÖBB-Lehrlingen.

"Genaugenommen kann das Verhalten der Bundesregierung gar nicht wundern", unterstrich der GdE-Vorsitzende, "will doch die Regierung das Unternehmen zerteilen und in Einzelstücken verschleudern. Da können Zukunftsinvestitionen, wie sie die Lehrlingsausbildung nun einmal darstellt, nur stören." Da von dieser Regierung in die Richtung einer Ausbildungsoffensive bei den ÖBB also nichts zu erwarten ist, hat die Eisenbahnergewerkschaft selbst zu handeln begonnen. "Wir sind in diese Richtung gut unterwegs", stellte Haberzettl abschließend fest. (lu)

ÖGB, 15. März 2001
Nr. 196

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