- 15.03.2001, 11:42:20
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Eisenbahner verhindern Schließung von ÖBB-Lehrwerkstätten
GdE-Vorsitzender Haberzettl: Regierung gefährdet Ausbildung der Jugend
Wien (GdE/ÖGB). Die Gewerkschaft der Eisenbahner hat in Gesprächen
mit der ÖBB-Führung die Schließung der ÖBB-Lehrwerkstätten in Graz
und Knittelfeld für dieses Jahr verhindert, teilte GdE-Vorsitzender
Wilhelm Haberzettl am Donnerstag in Wien mit. Dies sei allein der
Initiative der Gewerkschaft zu verdanken, da seitens der Regierung
keinerlei Initiativen zur Sicherung der bekannt hochqualifizierten
Lehrlingsausbildung bei den ÖBB gesetzt würden, sagte Haberzettl.++++
Der Vorsitzende der Eisenbahnergewerkschaft wies darauf hin, dass
mit der Verhinderung der Schließung der beiden Lehrwerkstätten und
der Fortsetzung des Lehrbetriebs die Weichen für eine längerfristige
Lösung in dieser Region gestellt seien, die nun ohne Zeitdruck
verhandelt werden könne. "Es gibt vielversprechende Gesprächskontakte
mit der Stadt Graz, dem Land Steiermark und der Industrie, so dass
wir mit Zuversicht davon ausgehen können, dass bei etwas guten Willen
unserer Partner die Lehrlingsausbildung der ÖBB in der Steiermark
auch für die Zukunft erhalten bleibt."
Forstinger und Bartenstein "glänzen" durch Desinteresse
Was vom behaupteten Bildungsschwerpunkt der Bundesregierung zu
halten sei, werde dadurch deutlich, dass sowohl Verkehrs- und
Infrastrukturministerin Forstinger, als auch Wirtschafts- und
Arbeitsminister Bartenstein durch ein demonstratives Desinteresse an
der Mitfinanzierung der Lehrlingsausbildung bei den ÖBB "glänzen",
sagte Haberzettl. So weigere sich Bartenstein seit Monaten, die
Aufnahme junger Menschen in eine bestehende Lehrlingsstiftung der ÖBB
zu genehmigen. Die Verkehrsministerin stelle durch ihr Verhalten über
die konkreten Lehrwerkstätten in der Steiermark hinaus insgesamt die
Lehrlingsausbildung bei den ÖBB in Frage. So sei etwa durch ihr
politisches Desinteresse die ÖBB-Lehrlingsausbildung mittelfristig in
Wien mit jährlich rund 160 Lehrlingen gefährdet, sowie darüber hinaus
in ganz Österreich die Ausbildung von weiteren 120 ÖBB-Lehrlingen.
"Genaugenommen kann das Verhalten der Bundesregierung gar nicht
wundern", unterstrich der GdE-Vorsitzende, "will doch die Regierung
das Unternehmen zerteilen und in Einzelstücken verschleudern. Da
können Zukunftsinvestitionen, wie sie die Lehrlingsausbildung nun
einmal darstellt, nur stören." Da von dieser Regierung in die
Richtung einer Ausbildungsoffensive bei den ÖBB also nichts zu
erwarten ist, hat die Eisenbahnergewerkschaft selbst zu handeln
begonnen. "Wir sind in diese Richtung gut unterwegs", stellte
Haberzettl abschließend fest. (lu)
ÖGB, 15. März 2001
Nr. 196
Rückfragehinweis: Gewerkschaft der Eisenbahner/Presse
Mag. Sylvia Reiss (01) 546 41/411
Walter Kratzer 0664/185 85 19
http://www.oegb.at/gde
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