• 15.03.2001, 11:38:51
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  • OTS0164

Eisenbahner unterstützen Protestaktionen der OMV-Betriebsräte

GdE-Vorsitzender Haberzettl kritisiert geplante Zerschlagung der OMV

Wien (GdE/ÖGB). Die Gewerkschaft der Eisenbahner (GdE) unterstützt
die Protestaktionen der ArbeitnehmerInnen und Betriebsräte der OMV:
GdE-Vorsitzender Wilhelm Haberzettl teilte Donnerstag in Wien mit,
dass die Zentralleitung der Gewerkschaft in einer Resolution die
geplante Zerschlagung der OMV und die aus drohenden Auslagerungen von
Betriebsteilen zu erwartenden finanziellen und beruflichen Nachteile
für die Beschäftigten scharf verurteilt.++++

Wenn die blau-schwarze Bundesregierung seit Monaten nichts anderes
tut, als die Menschen in den ÖIAG-Betrieben durch parteipolitisch
motivierte Wechsel in den Aufsichtsräten ihrer Unternehmen in ihren
Zukunftsaussichten zu verunsichern, mit dem geplanten
Privatisierungspaket österreichische Vermögenswerte zu vernichten und
Tausende von Arbeitsplätzen zu gefährden, braucht man sich nicht
wundern, wenn auch die Vorstände in Firmen, an denen der Staat noch
Anteile hält, übermütig werden, stellte Haberzettl fest. So sollen
bei der OMV wichtige Geschäftsbereiche in Billig-Gesellschaften
ausgelagert, der komplette Gasbereich verselbstständigt, zunächst als
Tochter-Firma geführt und schließlich ganz ausgegliedert werden -
wobei für die Ausgliederung des Gassektors keinerlei Konzept
existiert. In diesem Zusammenhang sollen kollektivvertragliche
Verschlechterungen den betroffenen ArbeitnehmerInnen mit 'einmaligen
Sonderzahlungen' schmackhaft gemacht werden.

"Uns Eisenbahner", so Haberzettl, "erinnert diese Vorgangsweise -
bei aller Verschiedenheit der Unternehmen - an ähnliche Versuche bei
der Bahn , wo die Verkehrsministerin mit der von der FPÖVP-Koalition
geplanten strikten Trennung der Bereiche Absatz und Infrastruktur des
Unternehmens ÖBB ebenfalls Volksvermögen und Arbeitsplätze vernichten
will."

Die heute, Donnerstag im "Eisenbahnerheim" zusammengetretene
Zentralleitung der Eisenbahnergewerkschaft hat deshalb in einer
Resolution ihre Solidarität mit den ArbeitnehmerInnen und
Betriebsräten der OMV bekundet. "Eure Proteste gegen die Absicht des
OMV-Vorstands, kaufmännische Dienste (wie EDV und Rechnungswesen) und
den Gassektor auszugliedern, finden unsere volle Unterstützung. Wir
EisenbahnerInnen sehen in den beabsichtigten Schritten der
OMV-Unternehmensleitung den ersten Schritt zu einer Zerschlagung der
OMV. Die OMV AG muss auch weiterhin als ein integriertes Unternehmen
erhalten werden, wobei es durch Auslagerungen und Reorganisationen
von Teilbereichen keinerlei arbeitsrechtliche Verschlechterungen für
die Beschäftigten geben darf."

FPÖVP-"Industriepolitik" gefährdet Arbeitsplätze

Die Gewerkschaft der Eisenbahner weist ausdrücklich darauf hin, dass
die aktuellen Vorgänge bei der OMV nicht losgelöst vom
"Privatisierungswahn" der Bundesregierung betrachtet werden könnten.
Von den Privatisierungsvorhaben der Bundesregierung sind rund 120.000
ArbeitnehmerInnen betroffen, darüber hinaus wird durch den Abverkauf
der staatsnahen Unternehmen jeder strategische industriepolitische
Einfluss aufgegeben und der Wirtschaftsstandort Österreich in seiner
Gesamtheit geschädigt. "Eine verantwortungsvolle Industriepolitik
sieht anders aus: Wir EisenbahnerInnen fordern eine
zukunftsorientierte und vorausschauende Industriepolitik, verbunden
mit Investitionen in Infrastruktur, Forschung und Entwicklung, die
Schaffung und Erhaltung von zukunftsorientierten
Ausbildungsmöglichkeiten für junge Menschen und zukunftssichernde
Maßnahmen für die Arbeitsplätze der Beschäftigten. Eine
Industriepolitik im Interesse der ArbeitnehmerInnen muss darüber
hinaus die strategischen Interessen Österreichs wahren. Wir warnen
die Bundesregierung mit Nachdruck, leichtfertig die Interessen der
arbeitenden Menschen dieses Landes für ökonomische Augenblickserfolge
aufs Spiel zu setzen", wird in der Resolution der Gewerkschaft der
Eisenbahner abschließend betont. (lu)

ÖGB, 15. März 2001
Nr. 195

Rückfragehinweis: Gewerkschaft der Eisenbahner/Presse

Mag. Sylvia Reiss (01) 546 41/411
Walter Kratzer 0664/185 85 19
http://www.oegb.at/gde

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