Eisenbahner unterstützen Protestaktionen der OMV-Betriebsräte

GdE-Vorsitzender Haberzettl kritisiert geplante Zerschlagung der OMV

Wien (GdE/ÖGB). Die Gewerkschaft der Eisenbahner (GdE) unterstützt die Protestaktionen der ArbeitnehmerInnen und Betriebsräte der OMV:
GdE-Vorsitzender Wilhelm Haberzettl teilte Donnerstag in Wien mit, dass die Zentralleitung der Gewerkschaft in einer Resolution die geplante Zerschlagung der OMV und die aus drohenden Auslagerungen von Betriebsteilen zu erwartenden finanziellen und beruflichen Nachteile für die Beschäftigten scharf verurteilt.++++

Wenn die blau-schwarze Bundesregierung seit Monaten nichts anderes tut, als die Menschen in den ÖIAG-Betrieben durch parteipolitisch motivierte Wechsel in den Aufsichtsräten ihrer Unternehmen in ihren Zukunftsaussichten zu verunsichern, mit dem geplanten Privatisierungspaket österreichische Vermögenswerte zu vernichten und Tausende von Arbeitsplätzen zu gefährden, braucht man sich nicht wundern, wenn auch die Vorstände in Firmen, an denen der Staat noch Anteile hält, übermütig werden, stellte Haberzettl fest. So sollen bei der OMV wichtige Geschäftsbereiche in Billig-Gesellschaften ausgelagert, der komplette Gasbereich verselbstständigt, zunächst als Tochter-Firma geführt und schließlich ganz ausgegliedert werden -wobei für die Ausgliederung des Gassektors keinerlei Konzept existiert. In diesem Zusammenhang sollen kollektivvertragliche Verschlechterungen den betroffenen ArbeitnehmerInnen mit 'einmaligen Sonderzahlungen' schmackhaft gemacht werden.

"Uns Eisenbahner", so Haberzettl, "erinnert diese Vorgangsweise -bei aller Verschiedenheit der Unternehmen - an ähnliche Versuche bei der Bahn , wo die Verkehrsministerin mit der von der FPÖVP-Koalition geplanten strikten Trennung der Bereiche Absatz und Infrastruktur des Unternehmens ÖBB ebenfalls Volksvermögen und Arbeitsplätze vernichten will."

Die heute, Donnerstag im "Eisenbahnerheim" zusammengetretene Zentralleitung der Eisenbahnergewerkschaft hat deshalb in einer Resolution ihre Solidarität mit den ArbeitnehmerInnen und Betriebsräten der OMV bekundet. "Eure Proteste gegen die Absicht des OMV-Vorstands, kaufmännische Dienste (wie EDV und Rechnungswesen) und den Gassektor auszugliedern, finden unsere volle Unterstützung. Wir EisenbahnerInnen sehen in den beabsichtigten Schritten der OMV-Unternehmensleitung den ersten Schritt zu einer Zerschlagung der OMV. Die OMV AG muss auch weiterhin als ein integriertes Unternehmen erhalten werden, wobei es durch Auslagerungen und Reorganisationen von Teilbereichen keinerlei arbeitsrechtliche Verschlechterungen für die Beschäftigten geben darf."

FPÖVP-"Industriepolitik" gefährdet Arbeitsplätze

Die Gewerkschaft der Eisenbahner weist ausdrücklich darauf hin, dass die aktuellen Vorgänge bei der OMV nicht losgelöst vom "Privatisierungswahn" der Bundesregierung betrachtet werden könnten. Von den Privatisierungsvorhaben der Bundesregierung sind rund 120.000 ArbeitnehmerInnen betroffen, darüber hinaus wird durch den Abverkauf der staatsnahen Unternehmen jeder strategische industriepolitische Einfluss aufgegeben und der Wirtschaftsstandort Österreich in seiner Gesamtheit geschädigt. "Eine verantwortungsvolle Industriepolitik sieht anders aus: Wir EisenbahnerInnen fordern eine zukunftsorientierte und vorausschauende Industriepolitik, verbunden mit Investitionen in Infrastruktur, Forschung und Entwicklung, die Schaffung und Erhaltung von zukunftsorientierten Ausbildungsmöglichkeiten für junge Menschen und zukunftssichernde Maßnahmen für die Arbeitsplätze der Beschäftigten. Eine Industriepolitik im Interesse der ArbeitnehmerInnen muss darüber hinaus die strategischen Interessen Österreichs wahren. Wir warnen die Bundesregierung mit Nachdruck, leichtfertig die Interessen der arbeitenden Menschen dieses Landes für ökonomische Augenblickserfolge aufs Spiel zu setzen", wird in der Resolution der Gewerkschaft der Eisenbahner abschließend betont. (lu)

ÖGB, 15. März 2001
Nr. 195

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