OÖGKK-Obmann fordert Senkung der Pharma-Handelsspannen

Zehn Schilling zu teuer

Linz (OTS) - Im Sozialpartner-Papier zur finanziellen
Konsolidierung der Krankenkassen findet sich auch ein Einsparungsvorschlag von einer Milliarde Schilling durch verschiedene Maßnahmen bei Medikamenten. Dass sich Pharma-Industrie und Apotheker dagegen wehren, verwundert nicht. Nur - die Argumente stimmen nicht. Pikanterweise werden sie von einer Studie widerlegt, die im Auftrag der pharmazeutischen Industrie entstanden ist. Fazit: Die Medikamenten-Packung ist in Österreich durchschnittlich um zehn Schilling zu teuer. OÖGKK-Obmann Oberchristl fordert eine Senkung der Handelsspannen.

Im Bereich der Medikamente gibt es mehrere Möglichkeiten zum Sparen, die auch im Papier der Sozialpartner angeführt sind. Zum Beispiel der vermehrte Einsatz von Generika oder die Einführung eines "grünen Rezepts" für Medikamentenalternativen. Vor allem aber wird ein Sparpotenzial in einer Senkung der Handelsspannen bei Arzneimitteln gesehen. Dazu passt eine vor rund einem Jahr im Auftrag der Pharma-Industrie fertiggestellte vergleichende Studie unter der Leitung von Univ. Prof. Dr. Werner Clement. Die Arbeit des industriewissenschaftlichen Instituts hat unter anderem ergeben, dass in Österreich sowohl der Großhandelszuschlag als auch der Apothekenzuschlag auf Medikamente deutlich über dem gewichteten europäischen Durchschnitt liegen.

Während der österreichische Apothekenzuschlag pro Packung durchschnittlich 42 Schilling beträgt, liegt der von Clement für die Pharma-Wirtschaft errechnete europäische Mittelwert bei nur 34 Schilling. Differenz: acht Schilling. Zusätzlich liegt der Großhandelszuschlag in Österreich mit 13 Schilling pro Packung ganze zwei Schilling über dem europäischen Durchschnitt. Zusammen ergeben diese beiden Handelsspannen somit pro Packung zehn Schilling mehr als der europäische Durchschnitt. Bei einer Senkung der Handelsspannen auf europäisches Durchschnitts-Niveau könnte sich allein die OÖ Gebietskrankenkasse mit 11 Millionen von ihr bezahlten Heilmittel-Verordnungen pro Jahr 110 Millionen Schilling sparen.

OÖGKK-Obmann Helmut Oberchristl: "Mir kann niemand erzählen, dass beim Medikamenten-Handel nichts mehr drinnen ist. Unsere Zahlen zeigen, dass die Umsatzentwicklung der Apotheken und des Pharma-Großhandels meilenweit über der allgemeinen volkswirtschaftlichen Entwicklung liegt." Der sogenannte Apothekenaufschlag, den die Krankenkassen zu finanzieren hatten, stieg beispielsweise zwischen 1997 und 2000 österreichweit von 3,824 auf 5,268 Milliarden Schilling - also um rund neun Prozent pro Jahr.

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