- 14.03.2001, 14:21:39
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OÖGKK-Obmann fordert Senkung der Pharma-Handelsspannen
Zehn Schilling zu teuer
Linz (OTS) - Im Sozialpartner-Papier zur finanziellen
Konsolidierung der Krankenkassen findet sich auch ein
Einsparungsvorschlag von einer Milliarde Schilling durch verschiedene
Maßnahmen bei Medikamenten. Dass sich Pharma-Industrie und Apotheker
dagegen wehren, verwundert nicht. Nur - die Argumente stimmen nicht.
Pikanterweise werden sie von einer Studie widerlegt, die im Auftrag
der pharmazeutischen Industrie entstanden ist. Fazit: Die
Medikamenten-Packung ist in Österreich durchschnittlich um zehn
Schilling zu teuer. OÖGKK-Obmann Oberchristl fordert eine Senkung der
Handelsspannen.
Im Bereich der Medikamente gibt es mehrere Möglichkeiten zum
Sparen, die auch im Papier der Sozialpartner angeführt sind. Zum
Beispiel der vermehrte Einsatz von Generika oder die Einführung eines
"grünen Rezepts" für Medikamentenalternativen. Vor allem aber wird
ein Sparpotenzial in einer Senkung der Handelsspannen bei
Arzneimitteln gesehen. Dazu passt eine vor rund einem Jahr im Auftrag
der Pharma-Industrie fertiggestellte vergleichende Studie unter der
Leitung von Univ. Prof. Dr. Werner Clement. Die Arbeit des
industriewissenschaftlichen Instituts hat unter anderem ergeben, dass
in Österreich sowohl der Großhandelszuschlag als auch der
Apothekenzuschlag auf Medikamente deutlich über dem gewichteten
europäischen Durchschnitt liegen.
Während der österreichische Apothekenzuschlag pro Packung
durchschnittlich 42 Schilling beträgt, liegt der von Clement für die
Pharma-Wirtschaft errechnete europäische Mittelwert bei nur 34
Schilling. Differenz: acht Schilling. Zusätzlich liegt der
Großhandelszuschlag in Österreich mit 13 Schilling pro Packung ganze
zwei Schilling über dem europäischen Durchschnitt. Zusammen ergeben
diese beiden Handelsspannen somit pro Packung zehn Schilling mehr als
der europäische Durchschnitt. Bei einer Senkung der Handelsspannen
auf europäisches Durchschnitts-Niveau könnte sich allein die OÖ
Gebietskrankenkasse mit 11 Millionen von ihr bezahlten
Heilmittel-Verordnungen pro Jahr 110 Millionen Schilling sparen.
OÖGKK-Obmann Helmut Oberchristl: "Mir kann niemand erzählen, dass
beim Medikamenten-Handel nichts mehr drinnen ist. Unsere Zahlen
zeigen, dass die Umsatzentwicklung der Apotheken und des
Pharma-Großhandels meilenweit über der allgemeinen
volkswirtschaftlichen Entwicklung liegt." Der sogenannte
Apothekenaufschlag, den die Krankenkassen zu finanzieren hatten,
stieg beispielsweise zwischen 1997 und 2000 österreichweit von 3,824
auf 5,268 Milliarden Schilling - also um rund neun Prozent pro Jahr.
Rückfragehinweis: OÖGKK,
Referat für Öffentlichkeitsarbeit
und Kommunikation
Tel.: (0732) 7807 - 2610
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