- 14.03.2001, 13:29:52
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- OTS0221
Architektur-Diskussion: Faymann zeigte Kompetenz und Innovationskraft
Görg unter Dauerbeschuss - FP-Prinz erntete zurecht Buh-Rufe
Wien (SPW) Als sehr aufschlussreich erwies sich die gestrige von
Standard und der Kammer der Architekten und Ingenieurkonsulenten
unter der Moderation von Ute Woltron veranstaltete Podiumsdiskussion
zwischen Architekten und Politikern zum Thema "Braucht Wien neue
Architektur?" im Haus der Musik. Wohnbaustadtrat Werner Faymann
beweis dabei einmal mehr Kompetenz und Innovationskraft. Der soziale
Wohnbau, für den Wien weltweit berühmt sei, stelle auch ein
ausgezeichnetes Betätigungsfeld für junge ArchitektInnen und
hochkarätige, moderne Architektur dar, so Faymann. "Bei Donaucity und
Gasometer wurde diesbezüglich schon vieles erreicht. Dennoch gilt es,
zukünftig noch einen Gang zuzulegen!", stellte Faymann fest und
bekannte sich gleichzeitig absolut zum freien und fairen Wettbewerb
zwischen allen ArchitektInnen.****
Politik habe hier die primäre Aufgabe, ArchitektInnen zu
unterstützen, zu fördern und ein Umfeld zu schaffen, in dem sich
moderne und mutige Architektur entwickeln kann, so Faymann weiter.
Faymann und - mit Ausnahme der FPÖ - auch alle anderen Teilnehmer der
Diskussion waren sich einig: Ja, Wien braucht neue, moderne und
mutige Architektur! Die Vergabe von Aufträgen muss gerechter und
transparenter werden. Und vor allem: Junge ArchitektInnen müssen
verstärkt Chancen und finanzielle Unterstützungen bekommen.
Unter schweren Beschuss von allen Seiten geriet wiederholt
Planungsstadtrat Bernhard Görg. Einer der Kritikpunkte war das
Debakel rund um die Auftragsvergabe bei den Wiener Messen - Görg
bestritt die Versäumnisse auch gar nicht, versprach Besserung und
stellte gleichzeitig fest, dass auch zukünftig immer wieder Fehler
passieren würden. Vor allem junge ArchitektInnen beschwerten sich,
dass sämtliche Planungsaufträge unter wenigen stadtbekannten
Architekturbüros aufgeteilt würden, junge ArchitektInnen jedoch kaum
zum Zug kämen.
Alexandra Bolena vom LIF und Christoph Chorherr von den Grünen
wirkten zwar sehr engagiert, Bolena ließ aber schon bald
Sachkompetenz vermissen. Und Chorherr verwechselte das Podium
scheinbar mit einer Kabarettbühne. Von mehreren Seiten wurde den
Grünen dann auch "Unredlichkeit" bescheinigt, da sie ihre Standpunkte
immer dem jeweiligen Publikum anpassen würden.
Die peinlichste Vorstellung boten allerdings wieder einmal die
Freiheitlichen, diesmal durch Stadtrat Walter Prinz vertreten. Denn
dieser sprach sich gleich zu Beginn für Architektur-Ghettos und gegen
ein "kunterbuntes" Stadtbild aus. Moderne Architektur sei nichts
anderes als eine "Mode", die Erhaltung der alten "Grätzel" sei
wichtiger. Wer Dummheit spricht, wird Buh-Rufe ernten - FP-Prinz
machte da keine Ausnahme. (Schluss)kh
Rückfragehinweis: Pressedienst der SPÖ-Wien
Tel.: (01) 53 427-235
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