"Tiroler Tageszeitung" Kommentar: "Heimatstreit" (von Peter Nindler)

Ausgabe vom 14. 3. 2001¶

Innsbruck (OTS) - Der Gemeinnützigkeitspoker um die im Eigentum
des Landes und der Stadt Innsbruck stehende Wohnbaugesellschaft Neue Heimat ist in Wahrheit ein Stellvertreterkrieg zwischen Stadt und Land. Zum einen hat sich die ÖVP/SPÖ-Koalition im Lande schon vor Wochen auf den Fortbestand des Gemeinnützigkeitsstatus festgelegt. Andererseits will Innsbrucks BM Herwig van Staa diesen Beschluss nicht einfach devot zur Kenntnis nehmen, sondern in dieser Frage politisch mitmischen. Schließlich stehen in Innsbruck 5000 Neue-Heimat-Wohnungen.

Und hier hat van Staa die Zukunftskarte gezückt. Noch werden die Gemeinnützigen steuerlich bevorzugt, weil sie von der Gewinnbesteuerung befreit sind. Aber wie lange noch? Die Landespolitiker hingegen setzen auf die Gemeinnützigkeit als zentralen Schutzschild für den sozialen Wohnbau. Wobei es gerade Wohnbaulandesrätin Elisabeth Zanon war, die durch eine Änderung der Förderungsrichtlinien den Wettbewerb zwischen privaten und gemeinnützigen Baugesellschaften in Tirol erst ermöglicht hat.

Primär verwaltet und schafft die Neue Heimat mit ihren 12.500 Wohnungen und Grundstücksrücklagen im Wert von 900 Mio. S Sozialkapital. Dafür wurde sie gegründet und das sollte auch ihr Zukunftsauftrag sein. Erschreckend ist jedoch, dass die Eigentümerver treter in Stadt und Land bisher nicht in der Lage waren, objektive Zukunftsszenarien, abseits politischer Zugehörigkeit und Eitelkeiten, vorzulegen. Denn die Öffentlichkeit interessiert eine einzige Frage:
Wie kann die Neue Heimat auch künftig kostengünst ig sozialen Wohnraum schaffen.

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Tiroler Tageszeitung,
Chefredaktion
Tel.: 0512/5354 DW 601¶

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PTT/OTS