- 14.03.2001, 08:00:52
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"Tiroler Tageszeitung" Kommentar: "Heimatstreit" (von Peter Nindler)
Ausgabe vom 14. 3. 2001¶
Innsbruck (OTS) - Der Gemeinnützigkeitspoker um die im Eigentum
des Landes und der Stadt Innsbruck stehende Wohnbaugesellschaft Neue
Heimat ist in Wahrheit ein Stellvertreterkrieg zwischen Stadt und
Land. Zum einen hat sich die ÖVP/SPÖ-Koalition im Lande schon vor
Wochen auf den Fortbestand des Gemeinnützigkeitsstatus festgelegt.
Andererseits will Innsbrucks BM Herwig van Staa diesen Beschluss
nicht einfach devot zur Kenntnis nehmen, sondern in dieser Frage
politisch mitmischen. Schließlich stehen in Innsbruck 5000
Neue-Heimat-Wohnungen.
Und hier hat van Staa die Zukunftskarte gezückt. Noch werden die
Gemeinnützigen steuerlich bevorzugt, weil sie von der
Gewinnbesteuerung befreit sind. Aber wie lange noch? Die
Landespolitiker hingegen setzen auf die Gemeinnützigkeit als
zentralen Schutzschild für den sozialen Wohnbau. Wobei es gerade
Wohnbaulandesrätin Elisabeth Zanon war, die durch eine Änderung der
Förderungsrichtlinien den Wettbewerb zwischen privaten und
gemeinnützigen Baugesellschaften in Tirol erst ermöglicht hat.
Primär verwaltet und schafft die Neue Heimat mit ihren 12.500
Wohnungen und Grundstücksrücklagen im Wert von 900 Mio. S
Sozialkapital. Dafür wurde sie gegründet und das sollte auch ihr
Zukunftsauftrag sein. Erschreckend ist jedoch, dass die Eigentümerver
treter in Stadt und Land bisher nicht in der Lage waren, objektive
Zukunftsszenarien, abseits politischer Zugehörigkeit und Eitelkeiten,
vorzulegen. Denn die Öffentlichkeit interessiert eine einzige Frage:
Wie kann die Neue Heimat auch künftig kostengünst ig sozialen
Wohnraum schaffen.
Rückfragehinweis: Tiroler Tageszeitung,
Chefredaktion
Tel.: 0512/5354 DW 601¶
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