Peter Sloterdijk wird Festrede zur Festspieleröffnung halten

Festveranstaltung zur Eröffnung der Salzburger Festspiele am 22. Juli in der Felsenreitschule

Salzburg (OTS) - Heuer ist es ein Philosoph, der
die Festrede zur Eröffnung der Salzburger Festspiele
halten wird. Landeshauptmann Dr. Franz Schausberger
hat gestern, Samstag, 10. März, in einem Gespräch in
Salzburg die Zusage von Univ.-Prof. Dr. Peter
Sloterdijk erhalten, dass dieser am Sonntag, 22. Juli,
um 10.30 Uhr in der Felsenreitschule die Festansprache
halten wird. Festredner der vergangenen Jahre waren
Schriftsteller, Dirigenten sowie renomierte
Persönlichkeiten aus Politik und Kirche. Man muss bis
ins Jahr 1994 zurückgehen, um einen Philosophen zu
finden: Damals war es George Steiner, der die Festrede
hielt.

Peter Sloterdijk steht aktuell in der vordersten Reihe
der deutschen Philosophen und gilt wahrscheinlich als
einer der Kontroversiellsten. Er hinterfragt die
modernen Lebensumstände, in dem er sich in aktuelle
Diskussionen, etwa zu den Themen Gentechnik,
Massenmedien oder europäische Einigung, einschaltet.
Andererseits sind es aber immer wieder historische
Anklänge - etwa Themen wie mystische mittelalterliche
Erkenntnisse oder die Geschichte der Aufklärung -
anhand derer Peter Sloterdijk unsere heutigen
Entwicklungen und Tendenzen erläutert.

Peter Sloterdijk ist bekannt für seine satirischen
Aphorismen und Aussagen in der Tradition Nietzsches.
Er ist auch stark von Heidegger inspiriert. Peter
Sloterdijks Texte erinnern weiters auch an Foucault,
besonders wegen seiner zugleich distanzierten aber
doch um nichts weniger leidenschaftlichen
Ausdrucksweise. In seinen Büchern und Schriften zeigt
Peter Sloterdijk, dass Humor und Ernst auch in der
modernen Philosophie Hand in Hand gehen können.

Aufsehen erregte er im Jahr 1999 mit seiner so
genannten "Ellmauer Rede" mit dem Titel "Regeln für
den Menschenpark", in der er über Fragen eines post-
humanistischen Menschenbildes im Zeitalter von Bio-
und Gentechnologie nachdachte. Aus diesen Überlegungen
resultierte ein längerfristiger handfester Disput mit
dem Philosophen und Soziologen Jürgen Habermas,
Professor in Frankfurt und Stadthalter der so
genannten kritischen Theorie.

Peter Sloterdijk wurde 1947 in Karlsruhe geboren,
studierte Philosophie, Germanistik und Geschichte in
München (1968 bis 1974) und promovierte in Hamburg im
Jahr 1975 mit einer Studie zur Philosophie und
Geschichte moderner autobiografischer Literatur. Seit
1980 arbeitet er als freier Schriftsteller und
veröffentlichte zahlreiche Arbeiten zu Fragen der
Zeitdiagnostik, Kultur- und Religionsphilosophie,
Kunsttheorie und Psychologie. Seit 1992 ist er
Professor für Philosophie, Ästhetik sowie
Medientheorie an der Hochschule für Gestaltung in
Karlsruhe. Peter Sloterdijk ist außerdem als
Gastprofessor an der Akademie der bildenden Künste in
Wien und am Bard College in New York sowie als
Gastdozent am Collège International de Philosophie in
Paris und an der Eidgenössischen Technischen
Hochschule in Zürich tätig.

1983 war er mit seinem Buch "Kritik der zynischen
Vernunft", eines der meist verkauften philosophischen
Bücher der Nachkriegszeit, bekannt geworden. Weitere
seiner Veröffentlichungen (Auswahl): "Der Zauberbaum.
Die Entstehung der Psychoanalyse im Jahr 1785" (1985),
"Der Denker auf der Bühne. Nietzsches Materialismus"
(1986), "Kopernikanische Mobilmachung und Ptolemäische
Abrüstung" (1987), "Zur Welt kommen - Zur Sprache
kommen. Frankfurter Vorlesungen" (1988), "Vor der
Jahrtausendwende. Berichte zur Lage der Zukunft"
(1990), "Weltrevolution der Seele. Ein Lese- und
Arbeitsbuch zur Gnosis von der Spätantike bis zur
Gegenwart" (1991), "Weltfremdheit" (1993), "Im selben
Boot" (1994), "Philosophie Jetzt!" (20-bändige Reihe
1995 bis 1997), "Der starke Grund, zusammen zu sein"
(1998).

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