Stellungnahme des ORF zum Frequenzgutachten

Wien, (OTS) - Die Senderplanung des ORF stammt aus den späten 60er Jahren. Damals wurde der Auftrag erteilt, eine möglichst kostengünstige Vollversorgung des gesamten Bundesgebiets in kurzer Zeit herzustellen. Frequenzökonomie spielte damals keine Rolle, weil in den späten 60er Jahren keine andere Verwendung für die möglichen TV-Frequenzen vorstellbar war.

Wenn nun Frequenzökonomie gefordert wird, dann stellt das einen Paradigmenwechsel post festum (im nachhinein) dar: Die Bereinigung von Mehrfachversorgungen mit dem Ziel, Frequenzen für andere Nutzungen frei zu bekommen, wäre in jedem Fall mit erheblichen finanziellen Aufwendungen verbunden.

Darüber hinaus hält das Frequenzgutachten auch fest, dass in jedem Einzelfall erst noch zu prüfen ist, ob die jetzt festgestellte theoretische Überversorgung auch in der Praxis schlagend ist (ob also tatsächlich mehr als nur ein v e r w e r t b a r e s Sendesignal im Haushalt "ankommt") und ob gegebenenfalls in der weiteren Folge in einem mehrfach versorgten Gebiet Sender umgewidmet oder stillgelegt werden können, o h n e nachteilige Folgen für das restliche Sendernetz.

Das Frequenzgutachten verlangt für diese Fragen weitere Detailprüfungen, bevor Konsequenzen gezogen werden.

Was die D i g i t a l i s i e r u n g des terrestrischen Sendernetzes anlangt, bestätigt das Gutachten die Angaben und Prognosen des ORF: Nur unter Verwendung der "dritten digitalen Kette" ist der kurzfristige Start eine Pilotprojekts, eine schnelle Inbetriebnahme der digitalen Kette, eine 5-Jahres-Simulcast-Phase, eine breitere Akzeptanz durch größere Flächenabdeckung und ein Consumer-freundlicher Umstieg (bei freilich höheren Kosten für den ORF) möglich.

Auch das Frequenzgutachten kommt zum Schluss, dass bei Verwendung neuer DVB-T-Frequenzen in Ballungsräumen der Start eines Pilotprojekts notwendigerweise um 2 Jahre verzögert wird, dass digitales Fernsehen nur inselweise und nicht flächendeckend aufgebaut werden kann, und dass lediglich 3 ½ Jahre für die Umrüstung der Haushalte zur Verfügung stehen. In dieser Variante entstehen dem ORF geringere Kosten für die Parallelausstrahlung (Simulcast), dafür werden Privathaushalte finanziell erheblich stärker belastet.

Diese Schlussfolgerungen des Frequenzgutachtens sind deckungsgleich mit den Aussagen des ORF. Auch das Frequenzgutachten stellt die Vorteile des digitalen terrestrischen Fernsehen gegenüber dem analogen Senderbetrieb heraus:

  • Frequenzökonomie
  • Einsparung von Senderkosten
  • Größeres Programmangebot
  • Energieeinsparung
  • Empfangsverbesserungen in topografisch kritischen Gebieten
  • Portabler bzw. mobiler Empfang
  • Übertragung von Audio und Datendiensten

Der ORF begrüßt daher im Interesse des Medien- und Wirtschaftsstandorts Österreich die von Staatssekretär Morak angekündigt Initiative zur Gründung einer "Task Force" und steht für die "Digital Plattform Austria" - wie schon des öfteren angeregt -selbstverständlich zur Verfügung.

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Tel.: (01) 87878-12228

ORF-Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | GOA/GOA