- 06.03.2001, 12:00:00
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Jelinek beendet Österreich-Blockade mit zwei Projekten für das Burgtheater
Vorausmeldung zu NEWS 10/01 v. 8.3.2001
Wien (OTS) - Bei Amtsantritt der blau-schwarzen Regierung
untersagte Elfriede Jelinek jegliche Aufführung ihrer Stücke an
österreichischen Bühnen. Nun endet die Blockade mit zwei Projekten
für das Bugtheater, wie Jelinek in der Donnerstag erscheinenden
NEWS-Ausgabe bekanntgibt: "Die Blockade war ein Zeichen. Jetzt hat
sie ihren Sinn verloren und ist nur noch plakativ."
- Jelineks Rückkehr an das Burgtheater, wo unter Peymann ihre Stücke
"Raststätte", "Stecken, Stab und Stangl" und "Sportstück"
uraufgeführt wurden, beginnt im Dezember mit Christopher Marlowes
"Der Jude von Malta" in einer der spektakulärsten Premieren der
kommenden Saison: Peter Zadek inszeniert das wüste, als antisemitisch
verrufene Werk des Shakespeare-Zeitgenossen mit Gert Voss in der
Titelrolle. Jelinek firmiert mit Karin Rausch als Übersetzerin, wobei
eigenständiges literarisches Profil zu erwarten ist. Jelinek zu NEWS:
"Die Übersetzung legt den Akzent darauf, dass das kein
antisemitisches Stück ist, sondern eines über den Antisemitismus als
Spiegel der Niedrigkeiten des Christentums."
- Derzeit schreibt Elfriede Jelinek laut NEWS an einem
"Arbeiterstück" (O-Ton) über die "Helden von Kaprun", die Erbauer des
Staudamms. Damals gab es mehr Tote als bei der jüngsten Katastrophe
der Gletscherbahn. Jelinek möchte das Werk in der Regie von Einar
Schleef am Burgtheater herausbringen. Schleef erholt sich derzeit in
einer Rehabilitationsklinik von einer schweren Erkrankung, weshalb er
eine Jelinek-Uraufführung an Peymanns Berliner Ensemble absagen
mußte.
Das Pendant zum Wiener Kaprun-Projekt - ein Stück über die
aktuelle Gletscherbahn-Katastrophe - kommt an Frank Baumbauers
Münchner Kammerspielen heraus.
Rückfragehinweis: Sekretariat NEWS-Chefredaktion
Tel. (01) 213 121103
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