- 28.02.2001, 09:47:43
- /
- OTS0059
Caritas: Anwalt für alte Menschen- Appell an Gemeinde Wien zu neuer Seniorenpolitik
Diskussionsforum am Aschermittwoch im Leopold Ungar Haus als Beitrag zu einem konstruktiven Dialog
* G E S P E R R T bis 28.2.2001, 10.30 Uhr *
Wien (OTS) - "Auch alte Menschen haben ein Recht darauf in ihrer
Würde ernstgenommen zu werden," so Caritasdirektor Michael Landau. Am
Aschermittwoch hatte er zu einem Diskussionsforum über die
Seniorenarbeit in Wien geladen. Der Ansatz der Caritas ist klar: Die
Selbsthilfekräfte sollen aktiviert werden, und Unterstützung ist so
anzubieten, dass die Selbstachtung der Betroffenen bewahrt werden
kann. Hier ist die Politik herausgefordert, macht Landau deutlich.
Denn der Mensch mit seinen Bedürfnissen muß in den Mittelpunkt
gestellt werden. Die Politik und Einrichtungen haben dem Rechnung zu
tragen. "Menschen müssen gefördert werden, nicht Institutionen!" so
der Caritasdirektor bei der Veranstaltung im Leopold Ungar Haus.
Utl: Appell an die Gemeinde Wien soziale Verantwortung gegenüber
alten Menschen wahrzunehmen=
Auslöser für die Veranstaltung am Aschermittwoch war, dass die
Stadt Wien alten Menschen, die in Caritas-Häusern ihren Lebensabend
verbringen wollen in der letzten Zeit die Zuzahlung nicht genehmigt
hat. Das widerspricht der Wahlfreiheit alter Menschen, so die
Position der Caritas. Bei der Veranstaltung am Aschermittwoch
appellierte der Caritasdirektor noch einmal an die Stadt Wien auch
künftig ihre soziale Verantwortung den älteren Wienerinnen und
Wienern gegenüber wahrzunehmen. "Es darf nicht sein, dass es seitens
der Stadt heißt: Wer wohlhabend ist, darf sich sein Pflegeheim
aussuchen und wer weniger wohlhabend ist, für den ist Lainz schön
genug." - Landau verwies auf die Bedeutung eines "guten
Zusammenspiels von öffentlicher und privater Hand" und betonte die
Notwendigkeit von "langfristigen, partnerschaftlichen Verträgen, die
Sicherheit und Klarheit bedeuten."
Utl: Wahlfreiheit für ältere Menschen absichern
Alte Menschen, die ihren Lebensabend beispielsweise in Caritas-
Häusern verbringen möchten, haben ein Recht, dabei von der Stadt
genauso finanziell unterstützt zu werden, wie Bewohnerinnen und
Bewohner städtischer Pflegeheime, so Landau vor einem ausgewählten
Fachpublikum. Gespräche u.a. mit Stadträtin Elisabeth Pittermann
hätten hier bisher noch nicht den gewünschten Erfolg gezeitigt, so
die Zwischenbilanz der Caritas. Man setze aber auf den konstruktiven
Dialog, deshalb auch die Einladung zu dem Diskussionsforum ins
Leopold Ungar Haus.
Utl: Die Caritas sieht Handlungsbedarf auf mehreren Ebenen
Vielfalt in den Angeboten für alte Menschen ist notwendig um den
unterschiedlichen Bedürfnissen zu entsprechen. So plädiert Landau für
den Vorrang von ambulanter Pflege vor stationärer Betreuung. Dafür
ist aber, so der Caritasdirektor, ein weiterer Ausbau der
Möglichkeiten zur "Kurzzeitpflege" notwendig. "Kurzzeitpflege darf
kein Luxus sein, sondern sie ist ein wesentlicher Bestandteil einer
vollständigen Pflegekette bzw. eines durchlässigen und
differenzierten Pflegeangebots." - Weitere Punkte sind die
Karenzierungsmöglichkeit für pflegende und begleitende Angehörige und
eine bessere Ausbildung von Menschen in Pflegeberufen für alte
Menschen. "Qualität beginnt in der Ausbildung: Es fehlt nach wie vor
eine deutliche Schwerpunktsetzung auf geriatrische Fragen in der
Ausbildung zu Pflegeberufen," ruft der Caritasdirektor zu neuen
Ansätzen in der Ausbildung auf. " So sollte für die Qualifizierung
der Pflegekräfte eine Ausbildung in "Palliative - Care"
(Schmerzstillender Therapie) verbindlich vorgeschrieben sein."
Utl: Investieren oder versorgen?
Weiterer wichtiger Punkt ist "Aktivierung und Rehabilitation vor
Pflege". Für den Caritasdirektor ist selbstverständlich "auch alte
Menschen haben ein Recht auf Rehabilitation und nicht nur auf
Pflege." Seine provokante Frage: "Investieren wir auch in ihre
Zukunft oder versorgen wir sie nur?"
Die Caritas bekennt sich auch zur vertraglichen Absicherung der
Bewohnerrechte. Deshalb tritt Landau für gesetzlich verankerte
Betreuungsverträge in allen Häusern für alte Menschen in ganz
Österreich ein.
Mit elf Seniorenhäusern, teilweise mit Pflegestation, mit dem
Angebot der Mobilen Dienste zur Pflege und Betreuung zu Hause, auch
mit dem Mobilen Hospiz, ist die Caritas der Erzdiözese Wien ein
erfahrener und anerkannter Partner im Einsatz für die Bedürfnisse
alter Menschen. "Helfen, unterstützen, begleiten und befähigen," ist
der Leitgedanke für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Caritas
auch in diesem Bereich.
Das komplette Referat von Caritasdirektor DDr. Michael Landau kann
jederzeit unter Tel.:01/87812/222 angefordert werden.
Rückfragehinweis: Caritas-Wien, Pressesprecher, Peter Wesely,
01/87812/221, 0664/1838140
*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER
VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | CAR/OTS






