Caritas: Anwalt für alte Menschen- Appell an Gemeinde Wien zu neuer Seniorenpolitik

Diskussionsforum am Aschermittwoch im Leopold Ungar Haus als Beitrag zu einem konstruktiven Dialog

Wien (OTS) - * G E S P E R R T bis 28.2.2001, 10.30 Uhr *

"Auch alte Menschen haben ein Recht darauf in ihrer
Würde ernstgenommen zu werden," so Caritasdirektor Michael Landau. Am Aschermittwoch hatte er zu einem Diskussionsforum über die Seniorenarbeit in Wien geladen. Der Ansatz der Caritas ist klar: Die Selbsthilfekräfte sollen aktiviert werden, und Unterstützung ist so anzubieten, dass die Selbstachtung der Betroffenen bewahrt werden kann. Hier ist die Politik herausgefordert, macht Landau deutlich. Denn der Mensch mit seinen Bedürfnissen muß in den Mittelpunkt gestellt werden. Die Politik und Einrichtungen haben dem Rechnung zu tragen. "Menschen müssen gefördert werden, nicht Institutionen!" so der Caritasdirektor bei der Veranstaltung im Leopold Ungar Haus.

Utl: Appell an die Gemeinde Wien soziale Verantwortung gegenüber alten Menschen wahrzunehmen=

Auslöser für die Veranstaltung am Aschermittwoch war, dass die Stadt Wien alten Menschen, die in Caritas-Häusern ihren Lebensabend verbringen wollen in der letzten Zeit die Zuzahlung nicht genehmigt hat. Das widerspricht der Wahlfreiheit alter Menschen, so die Position der Caritas. Bei der Veranstaltung am Aschermittwoch appellierte der Caritasdirektor noch einmal an die Stadt Wien auch künftig ihre soziale Verantwortung den älteren Wienerinnen und Wienern gegenüber wahrzunehmen. "Es darf nicht sein, dass es seitens der Stadt heißt: Wer wohlhabend ist, darf sich sein Pflegeheim aussuchen und wer weniger wohlhabend ist, für den ist Lainz schön genug." - Landau verwies auf die Bedeutung eines "guten Zusammenspiels von öffentlicher und privater Hand" und betonte die Notwendigkeit von "langfristigen, partnerschaftlichen Verträgen, die Sicherheit und Klarheit bedeuten."

Utl: Wahlfreiheit für ältere Menschen absichern

Alte Menschen, die ihren Lebensabend beispielsweise in Caritas-Häusern verbringen möchten, haben ein Recht, dabei von der Stadt genauso finanziell unterstützt zu werden, wie Bewohnerinnen und Bewohner städtischer Pflegeheime, so Landau vor einem ausgewählten Fachpublikum. Gespräche u.a. mit Stadträtin Elisabeth Pittermann hätten hier bisher noch nicht den gewünschten Erfolg gezeitigt, so die Zwischenbilanz der Caritas. Man setze aber auf den konstruktiven Dialog, deshalb auch die Einladung zu dem Diskussionsforum ins Leopold Ungar Haus.

Utl: Die Caritas sieht Handlungsbedarf auf mehreren Ebenen

Vielfalt in den Angeboten für alte Menschen ist notwendig um den unterschiedlichen Bedürfnissen zu entsprechen. So plädiert Landau für den Vorrang von ambulanter Pflege vor stationärer Betreuung. Dafür ist aber, so der Caritasdirektor, ein weiterer Ausbau der Möglichkeiten zur "Kurzzeitpflege" notwendig. "Kurzzeitpflege darf kein Luxus sein, sondern sie ist ein wesentlicher Bestandteil einer vollständigen Pflegekette bzw. eines durchlässigen und differenzierten Pflegeangebots." - Weitere Punkte sind die Karenzierungsmöglichkeit für pflegende und begleitende Angehörige und eine bessere Ausbildung von Menschen in Pflegeberufen für alte Menschen. "Qualität beginnt in der Ausbildung: Es fehlt nach wie vor eine deutliche Schwerpunktsetzung auf geriatrische Fragen in der Ausbildung zu Pflegeberufen," ruft der Caritasdirektor zu neuen Ansätzen in der Ausbildung auf. " So sollte für die Qualifizierung der Pflegekräfte eine Ausbildung in "Palliative - Care" (Schmerzstillender Therapie) verbindlich vorgeschrieben sein."

Utl: Investieren oder versorgen?

Weiterer wichtiger Punkt ist "Aktivierung und Rehabilitation vor Pflege". Für den Caritasdirektor ist selbstverständlich "auch alte Menschen haben ein Recht auf Rehabilitation und nicht nur auf Pflege." Seine provokante Frage: "Investieren wir auch in ihre Zukunft oder versorgen wir sie nur?"

Die Caritas bekennt sich auch zur vertraglichen Absicherung der Bewohnerrechte. Deshalb tritt Landau für gesetzlich verankerte Betreuungsverträge in allen Häusern für alte Menschen in ganz Österreich ein.

Mit elf Seniorenhäusern, teilweise mit Pflegestation, mit dem Angebot der Mobilen Dienste zur Pflege und Betreuung zu Hause, auch mit dem Mobilen Hospiz, ist die Caritas der Erzdiözese Wien ein erfahrener und anerkannter Partner im Einsatz für die Bedürfnisse alter Menschen. "Helfen, unterstützen, begleiten und befähigen," ist der Leitgedanke für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Caritas auch in diesem Bereich.

Das komplette Referat von Caritasdirektor DDr. Michael Landau kann jederzeit unter Tel.:01/87812/222 angefordert werden.

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