• 23.02.2001, 13:29:03
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  • OTS0202

Bauernbund fordert dauerhafte Finanzierungsregelung für BSE- Testkosten

Schwarzenberger: Österreichweite Imagekampagne für bäuerliche Landwirtschaft

Wien, 23. Februar 2001 (AIZ). - Das Präsidium des Österreichischen
Bauernbundes forderte heute die Klärung der offenen Fragen zwischen
Bund und Ländern bei der von der Bundesregierung für weitere zwei
Monate bis Ende April verlängerten Übergangsfinanzierung für die BSE-
Testkosten und die Tiermehlentsorgung sowie eine rasche dauerhafte
Finanzierungsregelung für diese Folgekosten der BSE-Krise. "Die
Bauern bringen derzeit bereits rund eine halbe Milliarde Schilling
jährlich an Untersuchungs- und Entsorgungsgebühren auf. Die
Finanzierung der BSE-Tests kostet jährlich noch einmal ATS 150 Mio.
und die dauerhafte Tiermehlentsorgung ATS 650 Mio. Diese
Zusatzkosten von ATS 800 Mio. jährlich entsprechen in einem normalen
Jahr 10 % des Gesamterlöses der österreichischen Rinderbauern",
erklärte Präsident Georg Schwarzenberger. ****

"Auf Grund der BSE-Krise sind die Preise um 25 % bis 30 % gesunken,
das sind pro Tier zwischen ATS 2.500,- und ATS 4.000,- und die
Erlöse decken die Produktionskosten nicht mehr. Dauert die
katastrophale Situation an, dann wird sich der Gesamterlös der
österreichischen Rinderwirtschaft um bis zu ATS 2 Mrd. im heurigen
Jahr verringern", warnte Schwarzenberger.

Gegen Finanzierung der BSE-Kosten aus Agrarbudget

Forderungen von Gewerkschaft und Arbeiterkammer beziehungsweise den
beiden Oppositionsparteien, dass die Zusatzkosten aus der BSE-Krise
aus dem Agrarbudget oder von den Bauern getragen werden müssen,
gingen völlig an der wirtschaftlichen Realität vorbei und könnten
nur von Leuten erhoben werden, "die die österreichischen
Rinderbauern endgültig ruinieren wollen". "Auch eine Finanzierung
aus dem Agrarbudget komme letztlich auf dasselbe hinaus, weil das zu
einer Kürzung der direkten Einkommenszahlungen an die Bauern führen
würde", sagte der Bauernbundpräsident im Anschluss an die heutige
Sitzung des Präsidiums.

"Das Bauernbundpräsidium erwartet, dass die Bundesregierung und die
politisch Verantwortlichen in den Bundesländern rasch eine
politische Einigung in der Finanzierungsfrage erzielen, um nicht die
wirtschaftliche Existenz der 100.000 Rinder haltenden Bauern in
Österreich und der Fleisch verarbeitenden Betriebe weiter zu
belasten", erklärte Schwarzenberger.

Unterstützung für Lebensmittelagentur

"Wir haben nach wie vor keinen BSE-Fall in Österreich, trotzdem sind
die Preise für unsere Rinder in der EU am drittstärksten
eingebrochen. Wir haben eine im EU-Maßstab kleinstrukturierte
bäuerliche Landwirtschaft, die umweltgerecht und auf qualitativ
höchstem Niveau produziert. Die österreichischen Bauern wollen, dass
die Qualität, die sie produzieren, auch so beim Konsumenten ankommt
und der Bauernbund unterstützt daher die Vorschläge der
Bundesregierung für die Schaffung einer einheitlichen
Ernährungsagentur zur Qualitätssicherung im Lebensmittelbereich.

Rindfleischabsatz-Aktion geplant

Das wichtigste Kapital der Bauern in Österreich sei das Vertrauen
der Konsumenten in die Qualität unserer Produkte und der wichtigste
Ansatz zur Behebung der Krise sei die Steigerung des Absatzes. "Die
Orts- und Bezirksorganisationen des Bauernbundes werden daher in den
kommenden Wochen auf lokaler Ebene im direkten Gespräch mit den
Konsumenten eine Rindfleischabsatz-Aktion beginnen", kündigte
Schwarzenberger an.

Für den Herbst sei heute im Bauernbundpräsidium eine österreichweite
Imagekampagne mit dem Ziel einer verstärkten Bewusstseinsbildung
breiter Bevölkerungsschichten für bäuerliche Landwirtschaft und die
Qualität der Produkte beschlossen worden. "Wir werden österreichweit
in jedem Bezirk die Konsumenten auf einen bäuerlichen Betrieb
einladen, um sie über unsere naturnahe bäuerliche Landwirtschaft und
die hervorragende Qualität unserer Produkte zu informieren", sagte
der Bauernbundpräsident.
(Schluss)

Rückfragehinweis: AIZ - Agrarisches Informationszentrum, Pressedienst
Tel: 01/533-18-43, e-Mail: pressedienst@aiz-in.com

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