- 20.02.2001, 11:03:08
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Grüne: Österreich verschläft Boom bei erneuerbaren Energien
Glawischnig und Chorherr: Landeshauptleute und Wirtschaftsminister sollen Ökostrom nicht länger diskriminieren
Wien (OTS) - Österreich ist dabei, im Bereich der erneuerbaren
Energien den Anschluß an den Rest Europas zu verpassen. Diese Sorge
äußerten heute Eva Glawischnig, Energiesprecherin der Grünen, und
Christoph Chorherr, Klubobmann der Wiener Grünen im Rahmen einer von
den Grünen veranstalteten Fachenquete zum Thema "Ökostrom statt
Atomstrom" im Parlament. "Erneuerbaren Energien erleben in anderen
Ländern Europas, wie etwa Dänemark, Deutschland und Spanien seit
Jahren einen regelrechten Boom. Österreich hat diese Entwicklung
nicht nur völlig verschlafen, sondern geht in der Energieversorgung
einen falschen Weg", kritisiert Glawischnig.
"Seit der Strommarktliberalisierung hat der Atomstrom-Anteil im
österreichischen Netz kontinuierlich zugenommen und steht jetzt
bereits bei rund 12%". In Dänemark hingegen produzieren 18.000
Beschäftigte 60% aller weltweit hergestellten Windkraftanlagen. In
Deutschland und Spanien entstanden während der Neunziger Jahre
Windkraftindustrien mit bis zu 20.000 Arbeitsplätzen. In Österreich
finden derzeit lediglich 500 Menschen Arbeit durch Windkraft.
Chorherr sieht vor allem in Wien massiven Handlungsbedarf. "Die
selbsterklärte Umweltmusterstadt Wien ist in sämtlichen Bereichen der
Nutzung erneuerbarer Energien, sei es Biomasse, Wind oder
Sonnenenergie, das Schlußlicht in Österreich. Dabei müßte gerade der
Ballungsraum Wien, in dem ein Fünftel der österreichischen
Bevölkerung lebt, starke Akzente für Nutzung von erneuerbarer
Energien setzen", so Chorherr.
Gefordert seien besonders die Landeshauptleute, die im Rahmen der
Umsetzung des ElWOG (Stromgesetz) auf Landesebene faire
Rahmenbedingungen für Ökostrom schaffen müssten. "Immer noch wird
Ökostrom diskriminiert. Geringe Einspeise- und hohe Durchleitetarife
lassen Ökostrom keine Chance, sich am Markt durchzusetzen. Damit muß
jetzt endlich Schluß sein", fordern Glawischnig und Chorherr. "Die
Energieabgabe auf Ökostrom ist kontraproduktiv und gehört
gestrichen." Auch auf Bundesebene müssen die Weichen in Richtung
Ökostrom erst gestellt werden. "Wir fordern von Wirtschaftsminister
Bartenstein die Versorgung der Bundesgebäude (z.B. Schulen,
Universitäten) mit Ökostrom und die Umsetzung der seit Jahren
verschleppten ökologischen Steuerreform", so Glawischnig
abschließend.
Rückfragehinweis: Pressebüro der Grünen im Parlament
Tel.: (01) 40110-6697
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