Grüne: Österreich verschläft Boom bei erneuerbaren Energien

Glawischnig und Chorherr: Landeshauptleute und Wirtschaftsminister sollen Ökostrom nicht länger diskriminieren

Wien (OTS) - Österreich ist dabei, im Bereich der erneuerbaren Energien den Anschluß an den Rest Europas zu verpassen. Diese Sorge äußerten heute Eva Glawischnig, Energiesprecherin der Grünen, und Christoph Chorherr, Klubobmann der Wiener Grünen im Rahmen einer von den Grünen veranstalteten Fachenquete zum Thema "Ökostrom statt Atomstrom" im Parlament. "Erneuerbaren Energien erleben in anderen Ländern Europas, wie etwa Dänemark, Deutschland und Spanien seit Jahren einen regelrechten Boom. Österreich hat diese Entwicklung nicht nur völlig verschlafen, sondern geht in der Energieversorgung einen falschen Weg", kritisiert Glawischnig.

"Seit der Strommarktliberalisierung hat der Atomstrom-Anteil im österreichischen Netz kontinuierlich zugenommen und steht jetzt bereits bei rund 12%". In Dänemark hingegen produzieren 18.000 Beschäftigte 60% aller weltweit hergestellten Windkraftanlagen. In Deutschland und Spanien entstanden während der Neunziger Jahre Windkraftindustrien mit bis zu 20.000 Arbeitsplätzen. In Österreich finden derzeit lediglich 500 Menschen Arbeit durch Windkraft.

Chorherr sieht vor allem in Wien massiven Handlungsbedarf. "Die selbsterklärte Umweltmusterstadt Wien ist in sämtlichen Bereichen der Nutzung erneuerbarer Energien, sei es Biomasse, Wind oder Sonnenenergie, das Schlußlicht in Österreich. Dabei müßte gerade der Ballungsraum Wien, in dem ein Fünftel der österreichischen Bevölkerung lebt, starke Akzente für Nutzung von erneuerbarer Energien setzen", so Chorherr.

Gefordert seien besonders die Landeshauptleute, die im Rahmen der Umsetzung des ElWOG (Stromgesetz) auf Landesebene faire Rahmenbedingungen für Ökostrom schaffen müssten. "Immer noch wird Ökostrom diskriminiert. Geringe Einspeise- und hohe Durchleitetarife lassen Ökostrom keine Chance, sich am Markt durchzusetzen. Damit muß jetzt endlich Schluß sein", fordern Glawischnig und Chorherr. "Die Energieabgabe auf Ökostrom ist kontraproduktiv und gehört gestrichen." Auch auf Bundesebene müssen die Weichen in Richtung Ökostrom erst gestellt werden. "Wir fordern von Wirtschaftsminister Bartenstein die Versorgung der Bundesgebäude (z.B. Schulen, Universitäten) mit Ökostrom und die Umsetzung der seit Jahren verschleppten ökologischen Steuerreform", so Glawischnig abschließend.

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