• 15.02.2001, 11:55:48
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  • OTS0177

Eisenbahner: ÖBB lassen Mitarbeiter bei Tarifproblemen im Stich

GdE-Vorsitzender Haberzettl fordert vernünftige Tarifgestaltung

Wien (ÖGB/GdE). Die Gewerkschaft der Eisenbahner (GdE) hat seit
dem Inkrafttreten der jüngsten "Tarifreform" bei den ÖBB, die
Probleme mit der neuen Regelung bei der Vorteilscard aufgezeigt. Doch
ÖBB-Personalverkehrs-und Vorstandsdirektor Stindl hat weder auf die
Probleme, noch die berechtigten Klagen der ÖBB-Kunden reagiert.
Stindl lade alle Dummheiten der neuen Regelung bei der Vorteilscard
(wer die Fahrtkarten am Schalter kauft, zahlt fünf Prozent drauf) auf
die MitarbeiterInnen an den Bahnhofskassen ab, kritisierte der
Vorsitzende der Eisenbahnergewerkschaft, Wilhelm Haberzettl,
Donnerstag in Wien.++++

Mit Recht, so Haberzettl, werde in einem heute erschienenen
"KURIER"-Bericht darauf hingewiesen, dass für die Pendler die
"Vorteilscard" nur mehr eine "Nachteilscard" sei. "Denn es ist nicht
einzusehen - und auch niemandem begreiflich zu machen - dass
Vorteilscard-Besitzer, die ihre Fahrkarten per Internet bestellen, 50
Prozent Ermäßigung erhalten, aber solche ohne Internet-Zugang nur 45
Prozent. Durch diese Regelung müssen in Österreich Hunderttausende
Berufspendler und Menschen ohne Computer fünf Prozent aufzahlen", so
Haberzettl.

Statt dass der für den Personenverkehr zuständige
ÖBB-Vorstandsdirektor Stindl für das Publikum positive Maßnahmen
setze, verschrecke er eher die Fahrgäste, kritisierte Haberzettl.
"Stindl verantwortete schon bisher die Auflassung der Nebenbahnen und
erfolglose Verhandlungen über die Fusion der Busdienste von Bahn und
Post. Jetzt ist er mit seiner 'Tarifreform' gescheitert, die diesen
Namen gar nicht verdient und wird in die ÖBB-Geschichte als
'Kunden-Schreckgespenst' eingehen", erklärte Haberzettl.

"Wir EisenbahnerInnen fordern die Durchführung einer vernünftigen
Tarifgestaltung (wie dies Stindl einst bei seinem Amtsantritt zwar
versprochen, aber nicht gehalten hat) und hoffen, dass angesichts der
Neubestellung des ÖBB-Vorstands, die hoffentlich bald in die Endrunde
kommt und mit einem akzeptablen Ergebnis endet, das Kapitel Stindl
bei den ÖBB endgültig der Vergangenheit angehört!", schloss
Haberzettl. (hk)

ÖGB, 15. Feber 2001
Nr. 108

Rückfragehinweis: Gewerkschaft der Eisenbahner/Presse

Mag. Sylvia Reiss
Telefon: (01) 546 41/411
Walter Kratzer
Telefon: 0664/185 85 19

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