Eisenbahner: ÖBB lassen Mitarbeiter bei Tarifproblemen im Stich

GdE-Vorsitzender Haberzettl fordert vernünftige Tarifgestaltung

Wien (ÖGB/GdE). Die Gewerkschaft der Eisenbahner (GdE) hat seit dem Inkrafttreten der jüngsten "Tarifreform" bei den ÖBB, die Probleme mit der neuen Regelung bei der Vorteilscard aufgezeigt. Doch ÖBB-Personalverkehrs-und Vorstandsdirektor Stindl hat weder auf die Probleme, noch die berechtigten Klagen der ÖBB-Kunden reagiert. Stindl lade alle Dummheiten der neuen Regelung bei der Vorteilscard (wer die Fahrtkarten am Schalter kauft, zahlt fünf Prozent drauf) auf die MitarbeiterInnen an den Bahnhofskassen ab, kritisierte der Vorsitzende der Eisenbahnergewerkschaft, Wilhelm Haberzettl, Donnerstag in Wien.++++

Mit Recht, so Haberzettl, werde in einem heute erschienenen "KURIER"-Bericht darauf hingewiesen, dass für die Pendler die "Vorteilscard" nur mehr eine "Nachteilscard" sei. "Denn es ist nicht einzusehen - und auch niemandem begreiflich zu machen - dass Vorteilscard-Besitzer, die ihre Fahrkarten per Internet bestellen, 50 Prozent Ermäßigung erhalten, aber solche ohne Internet-Zugang nur 45 Prozent. Durch diese Regelung müssen in Österreich Hunderttausende Berufspendler und Menschen ohne Computer fünf Prozent aufzahlen", so Haberzettl.

Statt dass der für den Personenverkehr zuständige ÖBB-Vorstandsdirektor Stindl für das Publikum positive Maßnahmen setze, verschrecke er eher die Fahrgäste, kritisierte Haberzettl. "Stindl verantwortete schon bisher die Auflassung der Nebenbahnen und erfolglose Verhandlungen über die Fusion der Busdienste von Bahn und Post. Jetzt ist er mit seiner 'Tarifreform' gescheitert, die diesen Namen gar nicht verdient und wird in die ÖBB-Geschichte als 'Kunden-Schreckgespenst' eingehen", erklärte Haberzettl.

"Wir EisenbahnerInnen fordern die Durchführung einer vernünftigen Tarifgestaltung (wie dies Stindl einst bei seinem Amtsantritt zwar versprochen, aber nicht gehalten hat) und hoffen, dass angesichts der Neubestellung des ÖBB-Vorstands, die hoffentlich bald in die Endrunde kommt und mit einem akzeptablen Ergebnis endet, das Kapitel Stindl bei den ÖBB endgültig der Vergangenheit angehört!", schloss Haberzettl. (hk)

ÖGB, 15. Feber 2001
Nr. 108

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