- 14.02.2001, 13:10:38
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Bartenstein: Vollbeschäftigung durch Qualifikation sichern
Zielvorgaben an das Arbeitsmarktservice für 2001
Wien (BMWA-OTS) - "Österreich hat mit einer Arbeitslosenrate von
3,1 Prozent nach Eurostat im Dezember 2000 die niedrigste
Arbeitslosigkeit sein acht Jahren und praktisch Vollbeschäftigung
erreicht. Um diese nachhaltig zu sichern, bedarf es neben einer
offensiven Wirtschaftspolitik eines modernen Arbeitsmarktservice, das
sein Hauptaugenmerk auf den Schwerpunkt Qualifikation setzt." Das ist
für Bundesminister für Wirtschaft und Arbeit Dr. Martin Bartenstein
die Basis für seine Zielvorgaben an das AMS Österreich für das
laufende Jahr, die er heute in einer Pressekonferenz vorgestellt hat.
Angestrebt wird für 2001 eine durchschnittliche Arbeitslosenquote von
3,0 Prozent.
Die angepeilte Reform des AMS, die mit externen Gutachter
erarbeitet wird, sieht die Gründung einer AMS-Ges.m.b.H. mit der
kompletten Auslagerung der Gebarung Arbeitsmarktpolitik aus dem
Bundeshaushalt vor, weiters eine klare Lösung über die zukünftigen
Zahlungen für Ersatzzeiten an die Pensionsversicherung, ab 2003 den
Wegfall der Abschöpfungen von Überschüssen in das Budget und den
Wegfall der Bundeshaftung. Klare Entscheidungsstrukturen über
strategische und Bundesländer übergreifende Angelegenheiten sollen
bei Bundeseinrichtungen geschaffen werden, ebenso bei den
Landeseinrichtungen für operativ regionale Angelegenheiten. Nach
Vorliegen eines ökonomischen Bewertungsgutachtens soll das Vorhaben
im dritten Quartal dieses Jahres legistisch umgesetzt werden.
Existenz sichernde Erwerbsarbeit für alle als globales Ziel
der Arbeitsmarktpolitik
Für Bartenstein hat das AMS die Aufgabe, die auf Sicherung der
Vollbeschäftigung ausgerichtete Arbeitsmarktpolitik der
Bundesregierung umzusetzen. Konkret soll es "auf eine
gleichberechtigte Gesellschaft hinwirken, in der es den Menschen
möglich ist, die persönlichen Bedürfnisse durch eigenes Einkommen aus
Erwerbsarbeit zu befriedigen, und der Wirtschaft bei der
Bereitstellung geeigneter Arbeitskräfte behilflich sein". Unter
Einbeziehung der Sozialpartner in den Entscheidungsprozess werden
dazu als konkrete Punkte genannt:
Aufrechterhaltung der Vollbeschäftigung mit dauerhafter
Integration auf Arbeitsplätze im ersten Arbeitsmarkt mit Existenz
sichernde Einkommen.
Aktive Qualifizierungsmaßnahmen zur Unterstützung der
Arbeitsaufnahme, Sicherung der Beschäftigung und Bereitstellung
geeigneter Arbeitskräfte für die Wirtschaft. Zwei Drittel für aktive
Arbeitsmarktpolitik soll in diesen Bereich fließen.
Weitestmögliche Herstellung von Chancengleichheit, Aufhebung der
geschlechtsspezifischen Teilung des Arbeitsmarktes mit besonderem
Blickpunkt auf die Vereinbarkeit von Familie und Beruf
Entwicklung des Unternehmergeistes und Schaffung neuer
Arbeitsplätze
Bei Arbeitslosigkeit ist einer Aktivierung der Vorzug gegenüber
einer passiven Versorgung zu geben, und die gesellschaftliche
Ausgrenzung infolge Langzeitarbeitslosigkeit ist umfassend entgegen
zu wirken.
Schwerpunkte für besondere Zielgruppen
Im Rahmen der Maßnahmen soll laut Bartenstein das AMS sein
Augenmerk auf bestimmte Zielgruppen besonders fokussieren: Für Frauen
werden daher in der aktiven Arbeitsmarktpolitik 50 Prozent der
Budgetaufwendungen vorzusehen sein, um dem Gesetzesauftrag
entsprechend dem geteilten Arbeitsmarkt entgegenzuwirken und einen
Beitrag zur Chancengleichheit zu leisten. Dabei wird neben der
quantitativen Betrachtung auch der qualitative Aspekt zu beachten
sein. Neue und innovative Maßnahmen sollen zur Überwindung ungleicher
Zugangsvoraussetzungen entwickelt und eingesetzt werden, um die
Position von Frauen auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern.
Für Jugendliche soll der Maßnahmen- und Instrumenteneinsatz im
Umfang des Jahres 2000 beibehalten und erfolgreiche
arbeitsmarktpolitische Initiativen fortgesetzt werden. Als Kriterium
für Erfolg gilt die Zahl der vorgemerkten Arbeit und Lehrstellen
suchenden Jugendlichen.
Ältere Menschen sollen länger im Arbeitsprozess verbleiben können.
Der Einsatz des gesamten arbeitsmarktpolitischen Instrumentariums
(Verhinderung des Abbaus von Beschäftigten, Intensivierung der
Vermittlung, Verkürzung der Arbeitslosigkeit durch frühzeitigen
Maßnahmen- und Instrumentarieneinsatz zur Hebung der Qualifikation)
soll die Arbeitsmarktposition älterer Menschen zumindest auf dem
Niveau des Jahres 2000 halten
Als weitere besondere Zielgruppen gelten Personen mit
Behinderungen im weitesten Sinn, ethnische Minderheiten,
Langzeitarbeitslose und von Langzeitarbeitslosigkeit Bedrohte,
"Unqualifizierte" (Personen ohne verwertbare Ausbildungsabschlüsse)
sowie Ausländerinnen und Ausländer, die bereits längere Zeit legal in
Österreich leben.
AMS-Vorstandsvorsitzender Dr. Herbert Buchinger konnte bei der
Pressekonferenz eine positive Bilanz für das Jahr 2000 vorlegen: So
stieg die Beschäftigung um 0,8 Prozent oder fast 26.000 Personen auf
3.133.700 Personen, während der Arbeitslosenbestand um 27.400
Personen oder 12,4 Prozent gesenkt werden konnte und die
Arbeitslosendauer im Durchschnitt von 125 Tage auf 117 zurückgegangen
ist. Mehr Ältere (+7 Prozent gegenüber 1999) und Frauen (+13 %)
fanden wieder Arbeit. Die Langzeitarbeitslosigkeit wurde gegenüber
1999 um knapp 40 Prozent gesenkt werden. (Grafiken dazu sind im
Internet von der Online-Pressestelle des AMS unter
http://www.ams.or.at/presse/index.htm zu finden).
Rückfragehinweis: Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit
Ministerbüro: Dr. Ingrid Nemec, Tel: (01) 71100-5108
Presseabteilung: Dr. Harald Hoyer, Tel: (01) 71100-2058
E-Mail: [email protected]
http://www.bmwa.gv.at
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