- 04.02.2001, 08:00:40
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FORMAT: Geheimdossier des Innenministeriums enttarnt 100 russische Spione in Österreich
In Wiener Botschaft liegt "Anteil des nachrichtendienstlichen Personals bei 54 Prozent"
Wien (OTS) - Ein Geheimdossier des Innenministeriums enttarnt 100
russische Spione in Österreich. Dies berichtet das Nachrichtenmagazin
FORMAT in seiner am Montag erscheinenden Ausgabe.
Laut FORMAT trägt das von der "Gruppe C - Abteilung II/7 Referat
Nachrichtendienste" der Staatspolizei den sperrigen Titel
"Repräsentanz der Russischen Föderation und der anderen
Nachfolgestaaten (GUS) der ehemaligen Sowjetunion in Österreich."
Zitat aus dem Analyseteil des 80-Seiten-Papiers: "Von den 443 in
Österreich notifizierten russischen Personen gehören 100 einem
Nachrichtendienst an." Notifiziert sind jene Russen, die hierzulande
eine permanente Aufenthaltsgenehmigung besitzen: bei "23 Prozent
handelt es sich um nachrichtendienstliches Personal."
Wie FORMAT weiter berichtet, ist der Anteil von Spitzeln in der
Wiener Botschaft des Riesen-Reiches, in der Reisnerstraße in
Wien-Landstraße, besonders hoch: "Russische Nachrichtendienste
bevorzugen zur Stationierung ihrer Nachrichtendienst-Angehörigen die
diplomatische Abdeckung an der russischen Botschaft. Hier liegt der
Anteil des nachrichtendienstlichen Personals bei 54 Prozent (32 von
59 Diplomaten)"
Kommandiert wird das östliche Schlapphut-Geschwader laut dem
Magazinbericht von einem ausgewiesenen Meister seines Faches:
Generalleutnant Waleri Wladimirowitsch Rosanow, 54, Wiener Resident
des Auslandsgeheimdienstes SVR (ehemals KGB). Der Absolvent einer
KGB-Kaderschmiede diente sich nach einem Agenteneinsatz in Budapest
zum Leiter der Analyseabteilung hoch, den er zuletzt sieben Jahre
befehligte, bevor der enge Putin-Vertraute im Spätsommer 1998 nach
Wien abkommandiert wurde, das für die Russen neben Berlin als
Spionagebastion Westeuropas gilt.
Laut FORMAT darf Rosanow auf reichlich Unterstützung zählen.
Auszug aus dem Agentenregister der relativ kleinen Konsularabteilung:
Nachrichtendienstoffizier Sergei P. Ganzha, 40, amtiert offiziell im
Range eines Botschaftsrates und als Generalkonsul der Russischen
Föderation. Unterstützt wird er von den SVR-Spionen Andrei F.
Chernyi, 44 (erster Sekretär) sowie Alexander S. Chterbakow, 43, und
Igor V. Pridattschenko, 40 (beide im Rang dritter Sekretäre).
Schließlich findet sich auch der Wiener UNO-Beamte Wladimir G.
Fenopetow, 55, auf der Liste. Der Mann ist laut FORMAT in der
Antidrogen- und Verbrechensbekämpfungsbehörde UNDCCP unter Pino
Arlacchi als "Senior Program Manager" für die Drogenbekämpfung in
Zentralasien und Osteuropa zuständig. Fenopetow machte sich zuvor im
KGB bei Auslandseinsätzen im Iran und Afghanistan nützlich und
spricht selbst auch perfekt Farsi.
Rückfragehinweis: Hannes Reichmann
Tel.: 0664 - 310 48 20
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