- 02.02.2001, 12:31:11
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Verzetnitsch empfängt Britische Parlamentarier-Delegation
Großes Interesse an österreichischer Sozialpolitik
Wien (ÖGB). Heute, Freitag, empfing ÖGB-Präsident Fritz
Verzetnitsch eine sechsköpfige Delegation von britischen
ParlamentarierInnen unter der Leitung des stellvertretenden
Präsidenten des House of Commons, Nicholas Winterton. Im Mittelpunkt
des Gesprächs, an dem auch ÖGB-Vizepräsidentin Renate Csörgits und
der Leiter des Internationalen Referates im ÖGB, Karl-Heinz
Nachtnebel, teilnahmen, stand die soziale und politische Situation in
Österreich.++++
Die Gäste aus Großbritannien interessierten sich besonders für das
Verhältnis zwischen Gewerkschaft und Regierung. Verzetnitsch betonte,
dass jede Regierung von der Gewerkschaft danach beurteilt wird, was
sie bereit ist, für die ArbeitnehmerInnen zu tun.
Auf die Frage nach der Position der Gewerkschaft zur
EU-Erweiterung meinte der ÖGB-Präsident: "Die Berücksichtigung des
österreichischen Arbeitsmarktes ist unumgänglich. Als geeignete
Schutzmaßnahmen stelle ich mir Übergangsfristen im Bereich der
Arbeitnehmerfreizügigkeit und die Überprüfung des Sozialen Dialogs in
den Beitrittskanditatenländern vor."
Die Nachteile einer fortschreitenden Globalisierung der Wirtschaft
zeigen sich für die britischen ParlamentarierInnen an den aktuellen
Betriebsschließungen in Großbritannien. Verzetnitsch, der auch
Präsident des Europäischen Gewerkschaftsbundes (EGB) ist, forderte in
diesem Zusammenhang die sogenannte fünfte Freiheit ein. Darunter
versteht man die Möglichkeit, grenzüberschreitend gewerkschaftlich zu
agieren. "Eine verstärkte internationale Zusammenarbeit der
Gewerkschaften ist als Antwort auf die Globalisierung dringend
notwendig", so Verzetnitsch. Briten und Österreicher bekräftigten die
Wichtigkeit einer Sicherung von qualifizierten Arbeitsplätzen in
Europa. "Europa muss die gesellschaftliche Bedeutung des Kapitals und
der damit getätigten Investitionen nachdrücklich hinterfragen, damit
nicht europäische Arbeitsplätze durch Betriebsverlagerungen verloren
gehen.", stellte Verzetnitsch abschließend fest. (hk)
ÖGB, 2. Februar 2001
Nr. 90
Rückfragehinweis: ÖGB Presse und Öffentlichkeitsarbeit
Mag. Heidemarie Kargl
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