- 02.02.2001, 12:06:07
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- OTS0155
ÖBB stellen neue Cargo-Struktur auf Schiene
Lok-Pool EuroTraction macht aus der Vision Rent-a-Lok Wirklichkeit
Wien (OTS) - Vorgestern hat ÖBB-Generaldirektor Draxler mit seinen
Controlling-, Traktions- und Cargospezialisten die Verhandlungen mit
DB-Generaldirektor Harmut Mehdorn abgeschlossen: In einem
Joint-Venture zwischen ÖBB und der Deutschen Bahn AG werden in einem
ersten Schritt je 25 Hochleistungs-Lokomotiven (im Verhältnis 50 :
50) in den Lok-Pool "EuroTraction" eingebracht. EuroTraction wird bis
2005 über insgesamt 1.500 Hochleistungs-Loks verfügen und Gewinne in
dreistelliger Millionenhöhe erwirtschaften. "Der nächste Schritt für
eine weitere Internationalisierung des Schienengüterverkehrs und für
eine engere Zusammenarbeit zwischen zwei europäischen Bahnen ist
vollzogen" sagte Hartmut Mehdorn anlässlich der Gründung von
EuroTraction. Mit Gründung des Lok-Pools hat Draxler die
Güterverkehrsstrategie der ÖBB realisiert. Mit den drei strategischen
Säulen des Güterverkehrs - Speditionsholding AG, Privatwaggon AG und
den Lok-Pool EuroTraction - stellen die ÖBB nun ihre neu
Cargo-Struktur auf Schiene.
Säule I: Lok-Pool - Rent-a-Lok
Bereits vor 6 Jahren erkannte das ÖBB-Management die Probleme der
europäischen Bahnen ab der Jahrtausendwende: Die Lokomotiven werden
dann nämlich am Ende ihrer 30 bis 35jährigen Lebensdauer stehen.
Gleichzeitig werden durch die Bahnliberalisierung neue kleine
Unternehmen entstehen, die Lokomotiven brauchen werden. Bis dahin
produzieren die ÖBB auf Hochtouren neue Taurus-Loks. Diese werden
inklusive Lokführer und Spezialwaggon am freien Markt zum begehrten
Mietobjekt. Der Taurus ist Europas stärkste und zugleich schnellste
Lok. Die Gewinne werden in den Ankauf neuer Loks reinvestiert.
Insourcing statt Outsourcing
Ein weiterer Schwerpunkt der ÖBB-Strategie ist die Devise
Insourcing statt Outsourcing bei den ÖBB-Werkstätten. Um keine
Mitarbeiter auf die Straße setzen zu müssen, läßt Draxler den Taurus
- nach Vorbild der doppelstöckigen City-Shuttles - selbst
zusammenbauen. Wichtige Lok-Teile, wie der Führerstand und
Kabelleitungen werden von den ÖBB gleich selbst produziert. Dadurch
liegen die Gesamtkosten für einen Taurus bei nur 35 Mio. ATS - der
herkömmliche Einkaufspreis für eine vergleichbare Lok liegt bei 80
Mio. ATS. Durch die Fertigung des Taurus haben die Mitarbeiter der
ÖBB hohes technisches Know-How erworben und können überall dort, wo
der Taurus im Rahmen von EuroTraction unterwegs ist, Servicearbeiten
durchführen.
Draxlers Mehrwertstrategie
Mit 750 Loks bringen die ÖBB exakt die Hälfte der geplanten 1.500
Lokomotiven in EuroTraction ein. Der Taurus wird im
ÖBB-Competence-Center für Hochleistungslokomotiven in Linz gefertigt.
- Mehrere tausend Arbeitsplätze sind damit für längere Zeit
gesichert. Der Wirtschaftsstandort Linz wird stark aufgewertet.
Säule II - Spezialwaggon AG Der zweite ergänzende strategische
Ansatz im Güterverkehr ist die Spezialwaggon AG. Vor drei Monaten im
Aufsichtsrat beschlossen, gehören der neuen Gesellschaft mittlerweile
7.000 Güterwaggons. Darunter auch Spezialwaggons die aufgrund ihrer
Konstruktion die zeit- und kostenaufwendige Verpackung der Fracht
ersetzen. Die Spezialwaggon-AG stellt den Kunden diese Waggons zur
Verfügung. Die ÖBB versetzen sich dabei in den Kunden des Kunden.
Beispiel: Tonnenschwere Stahlzüge werden nach Linz befördert, dort
erfolgt die Weiterverarbeitung zu Blechrollen, die innerhalb einer
Nacht weiter nach Deutschland transportiert werden. Die
Verpackungsfunktion übernimmt der Spezialwaggon Steel. Unmittelbar im
Anschluss an die Zulieferung werden aus den Blechrollen Privat-PKW
hergestellt, die wiederum per Bahn zum Endkunden befördert werden.
Ziel der ÖBB ist es innerhalb der nächsten Jahren zu den drei größten
Waggonvermietern in Europa zu gehören.
Säule III - Speditionsholding AG Eine weitere Säule im
Güterverkehr ist die im Vorjahr gegründete Speditionsholding, die
heuer noch einen Umsatz von bis zu 6 Mrd. ATS machen wird, mit einem
Zielvolumen von 20 Mrd. ATS im Cargobereich. ÖBB-Generaldirektor
Helmut Draxler: "Durch das Zusammenspiel dieser 3 Säulen werden die
ÖBB auf ihrem Heimmarkt Europa zu den Gewinnern der Liberalisierung
gehören."
Aviso: Die ÖBB übermitteln zwei Graphiken (die 3 Säulen des ÖBB
Güterverkehr, Speditionsholding) via OTS-Service
Rückfragehinweis: ÖBB-Kommunikation
Presse
Tel +43 1 93 000 - 32233
Fax +43 1 93000 25009
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