• 02.02.2001, 08:39:07
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  • OTS0024

Japan macht sich für Fortschritte bei der IWC-Tagung stark

Tokio (ots-PRNewswire) - Japan appellierte heute an die
teilnehmenden Staaten, bei der nächste Woche in Monaco stattfindenden
Tagung der Internationalen Walfangkommission (IWC) Fortschritte zu
erzielen. Japan ruft alle Länder dazu auf, gemeinsam und konstruktiv
die festgefahrene Situation zu überwinden, die den
Entscheidungsprozess der IWC paralysiert hat und die Glaubwürdigkeit
der Organisation untergräbt.

Während der Tagung in Monaco soll versucht werden, das so genannte
Revised Management Scheme (RMS), den Vorschlag der IWC zu einer
kontrollierten Wiederaufnahme des Walfangs auf einer neuen, auf
nachhaltige Nutzung ausgerichteten Basis, zu einem Abschluss zu
bringen. Das Programm beinhaltet eine vom Wissenschaftsausschuss der
IWC entwickelte Methode zur Berechnung der Fangquoten, mit der das
Risiko eingegrenzt werden soll, sowie ein Beobachtungs- und
Kontrollprogramm, um zu gewährleisten, dass alle Fänge innerhalb
dieser vereinbarten Grenzen bleiben.

Minoru Morimoto, Japans IWC-Kommissar, verlieh heute in einem
deutlichen Brief an den Vorsitzenden der Kommission, Dr. Bo Fernholm,
den Befürchtungen Japans Ausdruck. In seinem Brief kritisiert
Morimoto Großbritannien und Neuseeland dahingehend, den Abschluss des
RMS verzögern zu wollen, indem sie Änderungsvorschläge vorbringen,
die mit den Zielen des internationalen Übereinkommens, das zur
Gründung der IWC geführt hat, nicht zu vereinbaren sind.

"Die IWC hat erklärt, dass es für die Zukunft der Kommission
entscheidend sei, das RMS so schnell wie möglich zu einem Abschluss
zu bringen. Japan und die anderen Walfangnationen sind bei dieser
Vereinbarung, die übermäßig konservativen Quoten des RMP zu
akzeptieren, bedeutende Kompromisse eingegangen. Dennoch zeigt die
Gegenseite offensichtlich keine Bereitschaft, das RMS abzuschließen",
kommentierte Morimoto diesen Schritt.

"Es sind die Walfanggegner, allen voran Großbritannien und
Neuseeland, die seit fast zehn Jahren auf diese Verzögerungstaktik
zurückgreifen: Sie bringen Änderungsvorschläge zum RMS-Entwurf vor,
von denen sie wissen, dass sie für die japanische Regierung
vollkommen inakzeptabel sind und eindeutig außerhalb des
Geltungsbereichs des Übereinkommens liegen."

"Bei der Tagung in Monaco werden wir nun mit zwei zusätzlichen
Änderungsvorschlägen konfrontiert. Im ersten wird gefordert, Daten
über Methoden zur Tötung der Wale und damit verbundene Themen des
Gemeinwohls in das RMS mit einzuschließen. Im zweiten wird die
DNA-Registrierung des Walfleisches und Überwachung der Binnenmärkte
durch die IWC sowie die Aufnahme von Daten über Fangnachweise in das
Revised Management Scheme gefordert. Da beide über Gebühr mühselig
und unnötig sind, kann man darin wohl kaum etwas anderes sehen, als
einen weiteren Versuch der Anti-Walfang-Nationen, den Abschluss des
RMS hinauszuzögern."

In seinem Brief erklärt Morimoto, dass Japan mit der Umsetzung
eines umfassenden Programms zum Erfassen von DNA-Proben, das
Befürchtungen auf internationaler Ebene und in Japan hinsichtlich
eines möglichen illegalen Handels zerstreuen werde, bereits
beträchtliche Fortschritte erzielt habe. Diese freiwillige Initiative
umfasse das Entnehmen von Proben aller im Rahmen des japanischen
Forschungsprogramms gefangenen Wale, aller tiefgefrorenen
Walfleischbestände sowie Proben aller gestrandeten und versehentlich
in Fischfanggeräten umgekommenen Tiere. "Der Vorschlag, dass die IWC
Binnenmärkte kontrollieren soll, ist ein unzumutbarer Eingriff in die
Souveränität der einzelnen Staaten und der internationale Handel von
Walprodukten ist bereits durch das Übereinkommen über den
internationalen Handel mit gefährdeten Arten geregelt", bemerkte
Morimoto.

"Japan und Norwegen haben über einige Zeit Studien durchgeführt,
um die humanste Art des Walfangs zu erforschen, und die Ergebnisse
dieser Forschungsarbeit haben zu bedeutenden Verbesserungen der
heutigen Fangmethoden geführt. Wir wissen, dass heute die meisten
Wale auf der Stelle sterben - die Vorstellung des harpunierten Wales,
der sich stundenlang quält, gehört längst vergangenen Zeiten an",
fuhr Japans Kommissar weiter fort.

"Wir drängen Großbritannien und Neuseeland, zumindest den Mut zu
haben, zu ihren Überzeugungen zu stehen; das Vorbringen von
Änderungsvorschlägen wie diejenigen, die in Monaco an der
Tagesordnung stehen, dienen nur dazu, der Glaubwürdigkeit der IWC
weiter zu schaden. Wenn diese Länder das RMP und RMS nicht für
sinnvoll halten, sollten sie es den Australiern gleichtun und sich
aus der Arbeitsgruppe zurückziehen. Australien hat es abgelehnt, sich
an der Diskussion zu beteiligen, da es öffentlich erklärt hat, die
Wiederaufnahme des Walfangs unter keinen Umständen zu billigen. Ich
bin sicher, dass Großbritannien und Neuseeland nicht daran erinnert
werden müssen, dass es Ziel der IWC ist, die nachhaltige Nutzung der
Walfangbestände sicherzustellen, und es sich keinesfalls um eine
protektionistische Organisation handelt, noch jemals gehandelt hat."

"Der Arbeitsgruppe wurde die Aufgabe anvertraut, beim Abschluss
des RMS erhebliche Fortschritte zu erzielen. Dazu sind Verhandlungs-
und Kompromissbereitschaft von Seiten aller Kommissionsmitglieder von
Nöten und nicht das erneute Vorbringen festgefahrener Standpunkte
sowie endlose Verzögerungstaktiken. Bisher sind die Verhandlungen
über das RMS so verlaufen, dass diejenigen Nationen, die den Walfang
ablehnen, kontinuierlich auf übertriebenen, kostspieligen
Maßnahmenerweiterungen bestanden haben, in der Absicht, eine
Wiederaufnahme des Walfangs zu verhindern; es kann jedoch nicht
länger verleugnet werden, dass das Fortbestehen der Wale bereits
gesichert ist und es sich lediglich um eine kleine, streng regulierte
Ausbeute ausschließlich ungefährdeter Arten handelt", fügte Morimoto
hinzu.

Die außerplanmäßig anberaumte Tagung der IWC-Arbeitsgruppe findet
nächste Woche von Dienstag bis Donnerstag im Ozeanographischen Museum
in Monaco statt.

ots Originaltext: Institute of Cretacean Research
Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de

Kontakt:
Yasuo Iino oder Mitsuyoshi Murakami, beide am Institut für
Walforschung (Institute of Cretacean Research),
Tel.: +81-3-3536-6521, Fax: +81-3-3536-6522

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