Pharma-Plattform zur Einsparung bei den Medikamentenausgaben gegründet

Einsatz von Generika kann bis zu einer Milliarde Schilling an Einsparungen für Krankenkassen bringen

Wien (OTS) - Das österreichische Gesundheitssystem zählt zu den besten der Welt. Allerdings sind in den letzten Jahren die Ausgaben der Krankenversicherungsträger stärker gestiegen als die Einnahmen. Insbesondere tragen die stark steigenden Ausgaben für Medikamente (1998 + 12,5%, 1999 + 13 %) wesentlich zu dieser Entwicklung bei. Der Hauptverband hat im vergangenen Jahr eine Reihe von Maßnahmen zur Einsparung gesetzt, die auch schon greifen. Aber die Möglichkeiten zur Einsparung bei den Medikamentenausgaben sind noch nicht ausgeschöpft. Eine Möglichkeit weitere Einsparungen zu erzielen, ist der verstärkt Einsatz von Generika.

Generika sind Medikamente, die nach dem Freiwerden des Patentes von relativ teuren, aber bewährten Arzneimitteln, in identer Qualität zu einem deutlich niedrigeren Preis angeboten werden. Nach Patentablauf können bewährte Medikamente zu einem niedrigeren Preis angeboten werden, da die Forschungskosten längst eingespielt sind. Generika enthalten also Wirkstoffe, die sich im Originalpräparat über lange Jahre bewährt haben. Generika müssen wie alle Medikamente ein strenges staatliches Zulassungsverfahren durchlaufen, zusätzlich werden sie von der Krankenversicherung geprüft. Generika sind also eine gleichwertige aber preisgünstige Alternative.

Kassenumsatz mit Generika in Deutschland bei 29%, in Ö bei 5%

Derzeit sind in Österreich relativ wenig Generika am Markt und die Ärzte verordnen sie kaum. Das stellte das Österreichische Bundesinstitut für Gesundheitswesen (ÖBIG) zu einer im August 2000 vorgestellten Studie fest. Länder wie Dänemark, Deutschland und die Niederlande verfolgen bereits seit längerem eine Politik der Generikaförderung. Der Kassenumsatz mit Generika beläuft sich in Dänemark auf 38 Prozent, in Deutschland auf 29 Prozent und in den Niederlanden auf 21 Prozent. Mit fünf Prozent nimmt sich der Kassenumsatz in Österreich mit Generika dagegen bescheiden aus.

Einsparungspotential durch Generika bis zu rund 1 Milliarde jährlich

Das ÖBIG sieht eine kurzfristig mögliche Einsparung von 426 Millionen Schilling, wenn es gelingt den Anteil der verordneten Generika auf 17 Prozent (derzeit ) Prozent) zu steigern. Eine, für das ÖBIG durchaus möglich weitere Steigerung des Anteils an verordneten Generika auf 33 Prozent der Verordnungen, brächte eine Einsparung von insgesamt einer Milliarde Schilling. In Deutschland liegt der Anteil an verordneten Generika bei 40 Prozent, in Dänemark sogar bei 60%.

Um den Einsatz von Generika, mit dem Ziel der Ausgabensenkung bei den Medikamenten, zu forcieren, wurde die Plattform zur Einsparung von Medikamentenausgaben (PEMA) gegründet. Initiatoren der PEMA sind die Firmen Hexal (Geschäftsführer Ulrich Sekotill), ratiopharm (GF Dr.Johann Wimmer), Stada (GF Dr. med. Ulf Pangratz)und Tyrol Pharma (GF Dr. med. Wolfgang Andiel). In nächster Zeit werden schon weitere Firmen der Plattform beitreten.

Mit Einsparungen durch Generika teure Innovationen bei Medikamenten finanzieren

Die PEMA steht für

1. einen Beitrag leisten zur Senkung der Arzneimittelausgaben durch Ausschöpfung aller Einsparungspotentiale.

2. die Anhebung des Generika-Anteiles auf das Niveau von entwickelten Arzneimittel-Märkten (z.B. D: 40 Prozent, DK 60 Prozent)

3. die kostengünstige Alternative in der bewährten Standard-Therapie (= Generika) zu fördern, um andererseits die teuren Innovationen finanzieren zu können

Da in den nächsten Jahren in Österreich zahlreiche Patente in den ausgabenstärksten Indikationsgruppen frei werden, steigt das Einsparungspotential exponentiell an. Konkret können durch die Ausschöpfung von vermehrter Generika-Verordnung in der Standard-Therapie in einer Legislaturperiode bis zu 6 Milliarden Schilling eingespart werden, zeigen sich die PEMA-Initiatoren überzeugt.

Ziel ist es, so die PEMA-Initiatoren, mit allen Beteiligten - also Patienten, Ärzten, Apothekern, Krankenkassen und Industrie -gemeinsame Lösungen zu erarbeiten um bei Arzneimitteln Einsparungsmöglichkeiten wahrzunehmen und um weitere Selbstbehalte und Beitragserhöhungen vermeiden zu können.

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Dr. med. Wolfgang Andiel,
Tyrol Pharma,
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Dr. med. Ulf Pangratz, Stada,
Tel.: 01367 85 85
Ulrich Sekotill, Hexal,
Tel.: 01 486 96 22
Dr. Johann Wimmer, ratiopharm,
Tel.: 01 97007-100

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