Leitl: IT-Marketing-Offensive macht Greencards zu Braincards

Wirtschaftskammer will Techniker-Frauenanteil steigern -IT-Stipendien-Initiative zeigt erste Erfolge

Wien (PWK074) "850 Absolventen von IT-Studienrichtungen pro Jahr sind eindeutig zuwenig. So kann mit der rasanten technologischen und wirtschaftlichen Entwicklung in unserem Land nicht mitgehalten werden. Und mit einem Frauenanteil an Technikerinnen von fünf Prozent liegen wir sogar hinter der Türkei am unrühmlichen letzten Platz", unterstützte heute Christoph Leitl, Präsident der Wirtschaftskammer Österreich, die "morefuture"- Marketing-Offensive der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik an der TU-Wien. Leitl wies in diesem Zusammenhang auf die bereits seitens der Wirtschaftskammer gestartete IT-Initiativen hin, die Studierenden von betreffenden Studienrichtungen im kommenden Studienjahr rund 20 Millionen an finanzieller Unterstützung zukommen lassen. Die nun beschlossene Erhöhung der Ausländerquote für Fachkräfte um 600 kommentierte Leitl als "einen Tropfen auf den heißen Stein".

Der Mangel von IT-Kräften quer durch alle Branchen beläuft sich auf mindestens 10.000. Die Zahl der Absolventen von entsprechenden Studienrichtungen beträgt derzeit aber nur rund 850 pro Jahr. "Wir brauchen also wesentlich mehr Absolventen. Gezielte Maßnahmen wie die 'morefuture'-Initiative der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik sind daher vorbildlich und kommen gerade zum richtigen Zeitpunkt." Für Leitl sind diese Studienrichtungen in mehrfacher Hinsicht interessant. "Einerseits bieten sie eine enorme Arbeitsplatzgarantie und andererseits verdienen die Absolventen auch rund 50 Prozent mehr als Akademiker anderer Studienrichtungen."

"morefuture" passt auch ideal zu der schon seitens der Wirtschaftskammer Österreich gesetzten Initiative, 1.000 Studienanfängern aus den erwähnten Bedarfs-Studienrichtungen die Studiengebühren für das Studienjahr 2001/2002 zu bezahlen. Die notwendigen 10 Millionen werden durch Sponsoring der Mitgliedsbetriebe bereitgestellt. Die Wirtschaftskammer wird den aufgestellten Betrag verdoppeln. Sollten mehr als 10 Millionen zustandekommen, so wird auch an eine Ausweitung der Aktion gedacht. Die erst kürzlich angelaufene Aktion zeigt bereits erste Früchte. So erwähnte der WKÖ-Präsident explizit die erst Ende vergangener Woche eingegangene 100.000 Schilling-Beteiligung der Datentechnik AG. "Ich bin durchaus optimistisch, das gesteckte Ziel zu erreichen. So machen wir die Greencards zu Braincards." Genaue Informationen zur Stipendien-Aktion der Wirtschaftskammer sind im Internet unter http://wko.at zu finden.

Beim Thema Ausländerbeschäftigung plädierte Leitl für mehr Phantasie in der Ausgestaltung der Zuwanderung. Immerhin könnten bilaterale Beschäftigungsabkommen mit den "Nicht-EU-Nachbarstaaten" geschlossen werden, wie sie beispielsweise mit Ungarn schon heute bestehen. "Eine Ausweitung auf andere Kandidatenländer wäre eine Lösung des Arbeitsmarktproblems und gleichzeitig ein positives Signal Österreichs zur EU-Erweiterung." (AB)

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