- 31.01.2001, 11:19:29
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Magendrücken oder Gewichtsverlust - Problem der richtigen Deutung von Symptomen / Alarmsignale des Körpers werden oft falsch eingeschätzt=
Hamburg (ots) - Viele Menschen deuten Signale ihres Körpers
falsch. Die praktische Ärztin und Psychotherapeutin Dr. Waltraud
Pfarrer erklärt in der Zeitschrift VITAL, Symptome, die auf eine
ernste Krankheit hindeuteten, erschienen oft harmlos. "Durst zum
Beispiel tut überhaupt nicht weh, könnte aber ein Hinweis auf
Diabetes sein", warnt die Medizinerin. Gewichtsverlust bei einer
Schilddrüsenüberfunktion und das Gefühl, immer hellwach zu sein,
würden als angenehm empfunden, tatsächlich aber stecke eine schwere
Erkrankungen dahinter. Andere Symptome wie Blähungen würden schnell
überbewertet und dahinter werde zum Beispiel Darmpilz vermutet.
Tatsächlich aber fehle häufig einfach nur Bewegung, und die Blähungen
verschwänden. 1999 wurden in der Bundesrepublik laut VITAL nur für
Vitamine und Mineralstoffe 758 Millionen Mark ausgegeben. Meistens
entschieden die Käufer allein, an welchem Vitaminmangel sie
vermutlich leiden. Hinter dieser Selbstmedikation versteckt sich nach
Erkenntnissen der Experten oft die Angst vor einer schweren
Krankheit. Psychologen nennen dieses Phänomen "Verschiebung".
"Viele Menschen verdrängen ihre Angst und kaufen sich
Vitamintabletten, um sich etwas Gute zu tun", sagt Pfarrer. Eine
vermeintliche Krankheit werde als kleiner Durchhänger abgetan, der
Besuch beim Apotheker bringe eine Pseudo-Entlastung, nach dem Motto:
Ich kauf’ mir Gesundes, also geht’s mir gut. Damit zeigten die
"Krankheitsverdränger", dass sie eine ebenso gestörte
Körperwahrnehmung haben wie Hypochonder, die eingebildeten Kranken.
"Bei beiden verhindert Angst eine objektive Sicht auf Symptome und
Beschwerden", weiß die Medizinerin. Die Ursache für die gestörte
Selbstwahrnehmung sei ähnlich. Die Betroffenen hätten bereits als
Kinder nicht gelernt, ihre Kräfte richtig einzuschätzen und ihren
Körper zu beobachten. Oft seien sie überbehütet aufgewachsen. "Sie
können nicht mehr zwischen echten und unechten Gefahren
unterscheiden. Blähungen erscheinen bedrohlich, Muttermale harmlos."
In der Februar-Ausgabe der Zeitschrift werden Informationen zu je
vier Krankheiten veröffentlicht, die häufig über- beziehungsweise
unterschätzt werden. Zu den überschätzten gehören Eisenmangel,
Laktose-Intoleranz, Darmpilz und Haarausfall. Als unterschätzte
Krankheiten werden Rheuma, Diabetes, Schilddrüse und Hautkrebs
aufgeführt.
Diese Meldung ist unter Quellenangabe VITAL zur Veröffentlichung
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ots Originaltext: VITAL
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