"profil": Haupt: "FPÖ vertritt Positionen wie der Papst."

Sozialminister Haupt fordert nach Abschluss der Restitutionsverhandlungen Entschädigung für Sudetendeutsche

Wien (OTS) - In einem Interview in der Montag erscheinenden Ausgabe des Nachrichtenmagazins "profil" übt Sozialminister und FPÖ-Parteivorstands-Mitglied Herbert Haupt Kritik an seiner Partei. Haupt: "In der Anfangsphase unserer Regierungsbeteiligung hatten wir Schwierigkeiten. Durch innere Streitereien etwa in der Steiermark haben wir vieles zunichte gemacht, und das in einer Phase, wo wir eigentlich von den Ausgrenzungsmaßnahmen der 14 EU-Staaten profitieren hätten können." Die Sanktionen hätten Österreich zwar international geschadet, aber in der Bevölkerung einen "großen Solidarisierungseffekt mit der Regierung" bewirkt.

Gegenüber "profil" verteidigt der Sozialminister die Ausländerpolitik der FPÖ und das "Österreich zuerst"-Volksbegehren von 1993. Haupt:
"Das Volksbegehren hatte mit Integration, Ausländerbeschäftigung, Zuzug und Rückführung zu tun. Mit Überlegungen, die etwa der Papst in seiner Charta für Flüchtlinge auch vertritt."

Für die Gemeinderatswahlen in Wien rechnet Haupt im "profil"-Interview mit einem Erfolg: "Unsere neue Spitzenkandidatin Helene Partik-Pablé steht für zwei Dinge. Zum einen verkörpert sie als Mutter einer behinderten Tochter das soziale Element, zum anderen steht sie auf Grund ihrer früheren Funktion als Richterin für die Kontrolle der Mächtigen."
Nach dem Abschluss der Restitutionsverhandlungen fordert Haupt gegenüber "profil" nun Entschädigungen für die Sudetendeutschen. Haupt: "Ich habe die Sudentendeutschen immer als indirekte Opfer des Nationalsozialismus betrachtet. Alle Deutschsprachigen sind aus Tschechien verdrängt worden, ganz egal ob sie Nazis waren oder gar nichts mit dem Regime am Hut hatten. Ich war immer ein Anhänger davon, dass man sich jeden einzelnen individuell anschaut, und wer sich nicht schuldig gemacht hat, hat den gleichen Anspruch, von der heutigen Gesellschaft so behandelt zu werden wie jene, die nunmehr nach den Restitutionsverhandlungen zu Recht entschädigt werden."

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Tel.: (01) 534 70 DW 2501 und 2502

"profil"-Redaktion

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PRO/OTS