- 27.01.2001, 08:00:35
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"profil": Haupt: "FPÖ vertritt Positionen wie der Papst."
Sozialminister Haupt fordert nach Abschluss der Restitutionsverhandlungen Entschädigung für Sudetendeutsche
Wien (OTS) - In einem Interview in der Montag erscheinenden Ausgabe
des Nachrichtenmagazins "profil" übt Sozialminister und
FPÖ-Parteivorstands-Mitglied Herbert Haupt Kritik an seiner Partei.
Haupt: "In der Anfangsphase unserer Regierungsbeteiligung hatten wir
Schwierigkeiten. Durch innere Streitereien etwa in der Steiermark
haben wir vieles zunichte gemacht, und das in einer Phase, wo wir
eigentlich von den Ausgrenzungsmaßnahmen der 14 EU-Staaten
profitieren hätten können." Die Sanktionen hätten Österreich zwar
international geschadet, aber in der Bevölkerung einen "großen
Solidarisierungseffekt mit der Regierung" bewirkt.
Gegenüber "profil" verteidigt der Sozialminister die Ausländerpolitik
der FPÖ und das "Österreich zuerst"-Volksbegehren von 1993. Haupt:
"Das Volksbegehren hatte mit Integration, Ausländerbeschäftigung,
Zuzug und Rückführung zu tun. Mit Überlegungen, die etwa der Papst in
seiner Charta für Flüchtlinge auch vertritt."
Für die Gemeinderatswahlen in Wien rechnet Haupt im
"profil"-Interview mit einem Erfolg: "Unsere neue Spitzenkandidatin
Helene Partik-Pablé steht für zwei Dinge. Zum einen verkörpert sie
als Mutter einer behinderten Tochter das soziale Element, zum anderen
steht sie auf Grund ihrer früheren Funktion als Richterin für die
Kontrolle der Mächtigen."
Nach dem Abschluss der Restitutionsverhandlungen fordert Haupt
gegenüber "profil" nun Entschädigungen für die Sudetendeutschen.
Haupt: "Ich habe die Sudentendeutschen immer als indirekte Opfer des
Nationalsozialismus betrachtet. Alle Deutschsprachigen sind aus
Tschechien verdrängt worden, ganz egal ob sie Nazis waren oder gar
nichts mit dem Regime am Hut hatten. Ich war immer ein Anhänger
davon, dass man sich jeden einzelnen individuell anschaut, und wer
sich nicht schuldig gemacht hat, hat den gleichen Anspruch, von der
heutigen Gesellschaft so behandelt zu werden wie jene, die nunmehr
nach den Restitutionsverhandlungen zu Recht entschädigt werden."
Rückfragehinweis: "profil"-Redaktion
Tel.: (01) 534 70 DW 2501 und 2502
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