- 26.01.2001, 13:42:38
- /
- OTS0217
Dringende Anliegen der Industrie bei Forschung, Innovation und Technologie
Industrieanteil an F&E auf 60 Prozent gestiegen - Tessmar-Pfohl: Initialzündung von politischer Seite unerlässlich
Retz (PWK) In den Absichten der Bundesregierung, den Bereich
Forschung und Technologie von den angekündigten Sparmaßnahmen
auszunehmen, sieht die Industrie ein sehr erfreuliches Signal. Sie
hoffe, dass die angekündigten Beträge zur Förderung von F&E (7 Mrd
Technologieförderung und 3 Mrd für Infrastruktur) rasch und effizient
eingesetzt werden. "Die bevorstehende Regierungskonferenz zu Fragen
der Forschung und Technologie (am Montag, 29.1.) und die geplante
Schwerpunktarbeit der Bundesregierung (im Reformdialog für Österreich
) lassen uns hoffen, dass nunmehr tatsächlich Taten den Worten folgen
werden," erklärte Industrie-Sektionsobmann Werner Tessmar-Pfohl beim
Industrieseminar in Retz.
Die Bundesregierung habe es sich zum Ziel gesetzt, die
Forschungsquote von 1,8 % bis 2005 auf 2,5 % anzuheben. Tatsächlich
konnten in der Vergangenheit die Forschungsausgaben im
10-Jahresabstand jeweils etwa verdoppelt werden. Sie sind von 1981
mit 12,3 Mrd bis zum Jahr 2000 auf 50,2 Mrd gestiegen. Die
Industrieunternehmen haben dazu mit mehr als 20 Mrd beigetragen.
Zusätzlich wird in der Industrie hauptsächlich über Finanzierung
durch verbundene Unternehmen aus dem Ausland im Ausmaß von10,5 Mrd
Schilling geforscht. Der Industrieanteil an F&E beträgt daher 60 %
und konnte sich damit von dem jahrzehntelangen 1:1-Verhältnis in
Richtung der international üblichen Relation zwischen
Unternehmenssektor und öffentlicher Hand lösen.
Dennoch werden, so Tessmar-Pfohl, öffentliche Hand und Industrie
gemeinsam gewaltige Anstrengungen unternehmen müssen, um das 2,5
%-Ziel (dzt. etwa der OECD-Durchschnitt) zu erreichen. Dazu werde es
zusätzliche Forschungsaufwendungen von insgesamt mehr als 30 Mrd
geben müssen. Klar sei auch, dass ein überproportionaler Anteil
dieser 30 Mrd von der Industrie kommen müsse.
Die Industrie erwarte insbesondere vom Bundesministerium für Verkehr,
Innovation und Technologie, dass jene Maßnahmen gesetzt werden, die
die Wirtschaft in ihrem Bemühen unterstützen, noch mehr für den
Bereich Forschung und Technologie zu unternehmen.
Im BMVIT sind die zentralen Förderungsinstrumente für die Forschung
von Unternehmen, insbesondere der Forschungsförderungsfonds für die
gewerbliche Wirtschaft und die Kompetenzzentrumsinitiative "K-plus",
kompetenzmäßig angesiedelt. Daher betreffen die Anliegen der
Industrie besonders stark dieses Ministerium.
Das Normalbudget des FFF sieht 2001 nur eine geringfügige Steigerung
auf 510 Millionen vor. Daher werde es notwendig sein, dass das BMVIT
aus den vorgesehenen (und vorläufig beim BMF budgetierten) Mitteln
für die Forschungsoffensive (7Mrd öS) ausreichende Mittel für eine
notwendige Aufstockung des FFF-Budgets bekommt, wie dies der Rat für
Forschung und Technologieentwicklung bereits empfohlen hat.
Die Industrie werde das unbedingt unterstützen. Eine zusätzlich zum
Grundbudget in den nächsten Jahren ansteigende Zusatzfinanzierung des
FFF von 400, 600 und 800 Millionen Schilling sollte realistisch sein.
"Die Empfehlung des Rats für Forschung und Technologieentwicklung,
den FFF mit 300 Millionen aufzudotieren, ist ein erster, sehr zu
begrüßender Schritt", sagte Tessmar-Pfohl.
Eine Erhebung der Bundessektion Industrie bei forschungsintensiven
Unternehmen habe auch ergeben, dass in der Industrie durchaus das
Potenzial für beachtliche Steigerungen vorhanden ist, wenn
Förderungen zur Verfügung stehen, die einem internationalen
Benchmarking Stand halten. Ein internationaler Vergleich zeigt, dass
in Österreich nur 5 % der Unternehmensforschung aus öffentlichen
Mitteln finanziert wird, womit das Land am unteren Ende der Skala
liegt. In Deutschland liegt der Anteil bei 9, in Frankreich bei 10
und in Italien bei 13 %.
Durch die Installierung des Rates für Forschung und
Technologieentwicklung und der Aufnahme des BIP-Quotenziels von 2,5 %
im Jahre 2005 in das Regierungsprogramm wurden die prinzipiellen
Voraussetzungen für eine zukunftsorientierte Technologiepolitik
geschaffen. Jetzt gehe es darum, sicherzustellen, dass die
vorgesehenen Mittel (Technologiemilliarden) primär für eine
nachhaltige Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der österreichischen
Industrie verwendet werden.
Rückfragehinweis: Wirtschaftskammer Österreich
Bundessektion Industrie
Tel.: 01/50105/3427
*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER
VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | PWK/PWK