Dringende Anliegen der Industrie bei Forschung, Innovation und Technologie

Industrieanteil an F&E auf 60 Prozent gestiegen - Tessmar-Pfohl: Initialzündung von politischer Seite unerlässlich

Retz (PWK) In den Absichten der Bundesregierung, den Bereich Forschung und Technologie von den angekündigten Sparmaßnahmen auszunehmen, sieht die Industrie ein sehr erfreuliches Signal. Sie hoffe, dass die angekündigten Beträge zur Förderung von F&E (7 Mrd Technologieförderung und 3 Mrd für Infrastruktur) rasch und effizient eingesetzt werden. "Die bevorstehende Regierungskonferenz zu Fragen der Forschung und Technologie (am Montag, 29.1.) und die geplante Schwerpunktarbeit der Bundesregierung (im Reformdialog für Österreich ) lassen uns hoffen, dass nunmehr tatsächlich Taten den Worten folgen werden," erklärte Industrie-Sektionsobmann Werner Tessmar-Pfohl beim Industrieseminar in Retz.

Die Bundesregierung habe es sich zum Ziel gesetzt, die Forschungsquote von 1,8 % bis 2005 auf 2,5 % anzuheben. Tatsächlich konnten in der Vergangenheit die Forschungsausgaben im 10-Jahresabstand jeweils etwa verdoppelt werden. Sie sind von 1981 mit 12,3 Mrd bis zum Jahr 2000 auf 50,2 Mrd gestiegen. Die Industrieunternehmen haben dazu mit mehr als 20 Mrd beigetragen. Zusätzlich wird in der Industrie hauptsächlich über Finanzierung durch verbundene Unternehmen aus dem Ausland im Ausmaß von10,5 Mrd Schilling geforscht. Der Industrieanteil an F&E beträgt daher 60 % und konnte sich damit von dem jahrzehntelangen 1:1-Verhältnis in Richtung der international üblichen Relation zwischen Unternehmenssektor und öffentlicher Hand lösen.

Dennoch werden, so Tessmar-Pfohl, öffentliche Hand und Industrie gemeinsam gewaltige Anstrengungen unternehmen müssen, um das 2,5 %-Ziel (dzt. etwa der OECD-Durchschnitt) zu erreichen. Dazu werde es zusätzliche Forschungsaufwendungen von insgesamt mehr als 30 Mrd geben müssen. Klar sei auch, dass ein überproportionaler Anteil dieser 30 Mrd von der Industrie kommen müsse.

Die Industrie erwarte insbesondere vom Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie, dass jene Maßnahmen gesetzt werden, die die Wirtschaft in ihrem Bemühen unterstützen, noch mehr für den Bereich Forschung und Technologie zu unternehmen.

Im BMVIT sind die zentralen Förderungsinstrumente für die Forschung von Unternehmen, insbesondere der Forschungsförderungsfonds für die gewerbliche Wirtschaft und die Kompetenzzentrumsinitiative "K-plus", kompetenzmäßig angesiedelt. Daher betreffen die Anliegen der Industrie besonders stark dieses Ministerium.

Das Normalbudget des FFF sieht 2001 nur eine geringfügige Steigerung auf 510 Millionen vor. Daher werde es notwendig sein, dass das BMVIT aus den vorgesehenen (und vorläufig beim BMF budgetierten) Mitteln für die Forschungsoffensive (7Mrd öS) ausreichende Mittel für eine notwendige Aufstockung des FFF-Budgets bekommt, wie dies der Rat für Forschung und Technologieentwicklung bereits empfohlen hat.

Die Industrie werde das unbedingt unterstützen. Eine zusätzlich zum Grundbudget in den nächsten Jahren ansteigende Zusatzfinanzierung des FFF von 400, 600 und 800 Millionen Schilling sollte realistisch sein. "Die Empfehlung des Rats für Forschung und Technologieentwicklung, den FFF mit 300 Millionen aufzudotieren, ist ein erster, sehr zu begrüßender Schritt", sagte Tessmar-Pfohl.

Eine Erhebung der Bundessektion Industrie bei forschungsintensiven Unternehmen habe auch ergeben, dass in der Industrie durchaus das Potenzial für beachtliche Steigerungen vorhanden ist, wenn Förderungen zur Verfügung stehen, die einem internationalen Benchmarking Stand halten. Ein internationaler Vergleich zeigt, dass in Österreich nur 5 % der Unternehmensforschung aus öffentlichen Mitteln finanziert wird, womit das Land am unteren Ende der Skala liegt. In Deutschland liegt der Anteil bei 9, in Frankreich bei 10 und in Italien bei 13 %.

Durch die Installierung des Rates für Forschung und Technologieentwicklung und der Aufnahme des BIP-Quotenziels von 2,5 % im Jahre 2005 in das Regierungsprogramm wurden die prinzipiellen Voraussetzungen für eine zukunftsorientierte Technologiepolitik geschaffen. Jetzt gehe es darum, sicherzustellen, dass die vorgesehenen Mittel (Technologiemilliarden) primär für eine nachhaltige Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der österreichischen Industrie verwendet werden.

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Bundessektion Industrie
Tel.: 01/50105/3427Wirtschaftskammer Österreich

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PWK/PWK