Grünewald: Gerede von Ärzteschwemme soll von eigenem Versagen ablenken

Überfüllte Wartezimmer und Arbeitsüberlastung der Ärzte sprechen andere Sprache

Wien (OTS) "Wenn Waneck nun von einer drohenden Ärzteschwemme spricht und sich dabei über die bisherige Bildungspolitik, die Universitäten und die Krankenkassen beschwert, lenkt er nur von der mangelnden Schwerpunktsetzung und eigenem Versagen ab. Die PatientInnen, die bei bestimmten FachärztInnen oft wochenlang auf einen Termin warten müssen, haben jedenfalls von einer Ärzteschwemme noch nichts bemerkt", kritisiert der Gesundheitssprecher der Grünen, Kurt Grünewald.

Daß viele Wartezimmer überfüllt sind, daß die arbeitsmedizinische Versorgung in Österreich erhebliche Mängel aufweist, daß es seit Jahren bekannte Versorgungsengpässe gibt, daß das Stadt-Land-Gefälle der Versorgung bei weitem nicht erfolgreich bekämpft wurde und die Arbeitsüberlastung von Ärztinnen und Ärzten wie bei anderen Gesundheitsberufen ein Dauerbrenner ist, all das scheint Wancek nicht zu kümmern. "Allein die Umsetzung des Arbeitszeitgesetzes in Krankenanstalten würde einen erheblichen Mehrbedarf an ÄrztInnen nötig machen", so Grünewald.

Niemand verlangt eine unreflektierte 'Produktion' von arbeitslosen AkademikerInnen. Der richtige Weg dazu ist Aufklärung noch vor der Matura, ein Ausbau der Studienberatung und Information und eine geeignete Orientierungsphase am Beginn eines Studiums mit Möglichkeiten eines unbürokratischen Studienwechsels unter möglichst hoher Anerkennung von Prüfungsleistungen. Das ist jedenfalls willkürlichen und wenig intelligenten Eingangsbeschränkungen vorzuziehen.

Zudem sollte Waneck bekannt sein, daß das Studium der Medizin nicht notwendigerweise allein zu streng ärztlichen Tätigkeiten am Patienten führen muss. Zahlreiche AbsolventInnen arbeiten in unterschiedlichen und nicht nur medizinischen Forschungsbereichen. Auch der Sektor der Dienstleistungsberufe im Gesundheits- und Sozialwesen ist stark expandierend. Waneck soll offen sagen, wenn er hier kein Geld investieren will, wenn er Spezialisten durch Laienhilfe ersetzen soll.

Die derzeitige Studienreform an den Universitäten beschäftigt sich mit dieser Thematik jedenfalls viel kompetenter und gründlicher als das dem Ministerium bekannt zu sein scheint.
"Es ist jedenfalls nicht so, daß für all das, was Waneck und die Bundesregierung nicht haben wollen, kein Bedarf vorhanden wäre", so Grünewald.

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