- 24.01.2001, 14:05:05
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- OTS0241
Die ärztliche Versorgung in Österreich (1)
Pjeta: Vielen jungen Ärzten droht Arbeitslosigkeit
Wien (OTS) - Ärztekammer fordert bedarfsgerechte Ausbildung - In
20 Jahren mindestens 9.500 arbeitslose Ärzte - Pjeta: Dem Zynismus
ein Ende setzen!
Österreichs Ärztebedarf ist gedeckt. Schon heute gibt es mehr
Ärzte, als nach der aktuellen Studie des Österreichischen
Bundesinstitutes für Gesundheitswesen (ÖBIG) benötigt werden. Die
Lage wird sich unter den gegebenen Bedingungen bei Medizinstudium und
Ärzteausbildung noch weiter verschärfen. Bis 2020 steigt das
Überangebot an Ärztinnen und Ärzten auf mindestens 9.500,
wahrscheinlich sogar auf 17.500 an. Viele dieser jungen Ärzte landen
dann nach einer langen und schwierigen Ausbildung in der
Arbeitslosigkeit. Manche wagen den Schritt in ein kaum
existenzsicherndes Niemandsland, werden Wahlärzte ohne Kassenvertrag
und ohne anderes berufliches Standbein. Einige sehen in einer
Umschulung einen Hoffnungsschimmer.
Die Österreichische Ärztekammer (ÖÄK) sieht sich anhand der
ÖBIG-Prognosen in ihrer Kritik an einer "völlig verfehlten" Bildungs-
und Gesundheitspolitik der letzten Jahrzehnte bestätigt.
ÖÄK-Präsident Dr. Otto Pjeta sprach am Mittwoch in Wien anlässlich
der Präsentation der Studie davon, dass "vergangene Regierungen die
nachdrücklichen Warnungen der Ärzte überheblich in den Wind
geschlagen" hätten. Das Ergebnis dieser Politik laut Pjeta: Verlorene
Jahre, getretener Idealismus und quälende Existenznöte für die
betroffenen jungen Menschen. Für die Allgemeinheit bedeute ein
Überangebot an Ärzten unzählige vergeudete Steuermilliarden und
keineswegs eine Verbesserung der medizinischen Versorgung.
Pjeta: "Das ist zynischer Luxus. Man muss nun endlich der
laufenden lllusionszerstörung der Jugend ein Ende setzen!"
Österreichs höchster Ärztevertreter fordert von Bildungs- und
Gesundheitsministerium konsequente Reformen des Medizinstudiums und
der Ärzteausbildung. Pjeta sieht in einer gesetzlichen
Zugangsregelung für das Medizinstudium und in einer starken Reduktion
der Ausbildungsplätze in den Spitälern praktikable Lösungen. Ein
geregelter Zugang zum Medizinstudium ist bereits in den meisten
westlichen Staaten üblich, war aber bisher in Österreich tabu.
"Zukünftige Ärztinnen und Ärzte sollen nicht im Frust an ihr Studium
und ihre praktische Ausbildung zurückdenken oder an einer
hoffnungslosen Arbeitsmarktsituation zerbrechen", sagte Pjeta.
(Fortsetzung)
Rückfragehinweis: Österr. Ärztekammer
Tel.: (01) 512 44 86
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