Die ärztliche Versorgung in Österreich (1)

Pjeta: Vielen jungen Ärzten droht Arbeitslosigkeit

Wien (OTS) - Ärztekammer fordert bedarfsgerechte Ausbildung - In
20 Jahren mindestens 9.500 arbeitslose Ärzte - Pjeta: Dem Zynismus ein Ende setzen!

Österreichs Ärztebedarf ist gedeckt. Schon heute gibt es mehr Ärzte, als nach der aktuellen Studie des Österreichischen Bundesinstitutes für Gesundheitswesen (ÖBIG) benötigt werden. Die Lage wird sich unter den gegebenen Bedingungen bei Medizinstudium und Ärzteausbildung noch weiter verschärfen. Bis 2020 steigt das Überangebot an Ärztinnen und Ärzten auf mindestens 9.500, wahrscheinlich sogar auf 17.500 an. Viele dieser jungen Ärzte landen dann nach einer langen und schwierigen Ausbildung in der Arbeitslosigkeit. Manche wagen den Schritt in ein kaum existenzsicherndes Niemandsland, werden Wahlärzte ohne Kassenvertrag und ohne anderes berufliches Standbein. Einige sehen in einer Umschulung einen Hoffnungsschimmer.

Die Österreichische Ärztekammer (ÖÄK) sieht sich anhand der ÖBIG-Prognosen in ihrer Kritik an einer "völlig verfehlten" Bildungs-und Gesundheitspolitik der letzten Jahrzehnte bestätigt. ÖÄK-Präsident Dr. Otto Pjeta sprach am Mittwoch in Wien anlässlich der Präsentation der Studie davon, dass "vergangene Regierungen die nachdrücklichen Warnungen der Ärzte überheblich in den Wind geschlagen" hätten. Das Ergebnis dieser Politik laut Pjeta: Verlorene Jahre, getretener Idealismus und quälende Existenznöte für die betroffenen jungen Menschen. Für die Allgemeinheit bedeute ein Überangebot an Ärzten unzählige vergeudete Steuermilliarden und keineswegs eine Verbesserung der medizinischen Versorgung.

Pjeta: "Das ist zynischer Luxus. Man muss nun endlich der laufenden lllusionszerstörung der Jugend ein Ende setzen!"

Österreichs höchster Ärztevertreter fordert von Bildungs- und Gesundheitsministerium konsequente Reformen des Medizinstudiums und der Ärzteausbildung. Pjeta sieht in einer gesetzlichen Zugangsregelung für das Medizinstudium und in einer starken Reduktion der Ausbildungsplätze in den Spitälern praktikable Lösungen. Ein geregelter Zugang zum Medizinstudium ist bereits in den meisten westlichen Staaten üblich, war aber bisher in Österreich tabu. "Zukünftige Ärztinnen und Ärzte sollen nicht im Frust an ihr Studium und ihre praktische Ausbildung zurückdenken oder an einer hoffnungslosen Arbeitsmarktsituation zerbrechen", sagte Pjeta.

(Fortsetzung)

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